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Rover: Gebrauchtwagen mit Charme und noblem Innenleben

Es gab Zeiten, da sorgte Rover für Furore. Mit schnurrenden Motoren, komfortablen Fahrwerken, einem leicht schrulligen Charme und „very pleasing“ Interieur überzeugte die britische Traditionsmarke Kunden und Kritiker gleichermaßen. Doch die goldenen Zeiten sind für Rover vorbei. Nur noch als Gebrauchtwagen sind die verschiedenen Modelle erhältlich, angefangen beim ersten Modell, dem Rover Eight, bis hin zum Rover Streetwise aus dem Jahr 2003. Zwei Jahre später war Schluss, und das letzte Fahrzeug lief vom Band des Rover-Werks Longbridge, einem Stadtteil von Birmingham. Doch dank einer weitgehend gesicherten Ersatzteilversorgung und gesunkener Preise sind die Modelle von Rover in gebrauchtem Zustand weiterhin gesuchte Fahrzeuge. Kein Wunder, denn die charakterstarken Autos sind nicht nur robust und zuverlässig, sondern in der Regel auch absolut alltagstauglich.

Zwei Klassiker von Rover, die gebraucht das Herz von Oldtimer-Fans höher schlagen lassen

Auch wenn die Pleite von 2005 Aufsehen erregte und nicht viel vom guten Ruf Rovers übrig ließ – es gab Zeiten, da scheuten sich selbst noble Briten nicht davor, den Rolls-Royce stehen zu lassen und mit einem Rover durch die Grafschaften zu touren. Zur vornehmen Eleganz von Karossiere und Interieur gesellten sich erlesene Technik und höchste Fertigungsqualität. Hierzulande erfreute sich die britische Traditionsmarke nicht ganz so großer Beliebtheit, manchmal hoben ungünstige Wechselkurse zwischen D-Mark und Britischem Pfund auch die Preise über die Schmerzgrenze deutscher Autokäufer hinaus. Dabei gibt es in der Historie von Rover zahlreiche Schmuckstücke zu entdecken. Wir stellen zwei Modelle von Rover vor, die als gepflegte Gebrauchtwagen zu den interessantesten – und seltensten – Oldtimer-Klassikern gehören.

Rover P5

Erstmalig lief der Rover P5 im Jahr 1958 vom Band und wurde in drei Generationen – Mark I, II und III genannt – bis 1973 hergestellt. Je nach Hubraumgröße unterscheidet man den „Rover 3-litre“ vom „Rover 3,5-litre“. Der Wagen mit dem markanten Kühlergrill gehört zur oberen Mitteklasse, wovon nicht nur die komfortablen Maße zeugen, sondern auch die üppigen Chrom-Verzierungen außen und die verspielten Details im Innern des Wagens. In der Rückseite der vorderen Kopfstützen ist eine Leselampe für den Fondplatz eingebaut, sogar Becherhalter gibt es im Bereich der rückwärtigen Armlehnen. Wie geschaffen für britische Regierungsbeamte – sogar Queen Elisabeth II. fuhr einen Rover P5. Eine besondere Variante ist der P5B ab 1967. Im Unterschied zu den anderen Ausführungen schnurrt hier erstmalig ein V8-Motor unter der Motorhaube. Dieser stammte von Buick, daher das „B“ im Namen. Der P5 von Rover gehört unter den Gebrauchtwagen zu den gefragtesten Sammlerstücken; für die seltenen sportlichen Coupé-Ausführungen werden Spitzenpreise gezahlt.

Rover P6

Vorgestellt wurde das erste Modell der P6-Serie bereits 1963, und es wurde 10 Jahre lang parallel zum P5 angeboten. Beim P6 handelte es sich um eine Neukonstruktion, die erste Version wurde wegen des 2,0-Liter-Motors als Rover 2000 angeboten. Die leistungsstärkere Ausführung mit Doppelvergaser kam etwas später als Rover 2000 TC auf den Markt. Technisch war die P6-Serie sehr ausreift: ein vollsynchronisiertes Schaltgetriebe, vier Scheibenbremsen und eine De-Dion-Hinterachse, die sonst nur in Sportwagen verbaut wurde, und die bei Rover zur Komfortsteigerung genutzt wurde. Dank der innovativen Technik, aber auch wegen der schweren Lederausstattung sowie der dunklen Holzverkleidung galt der P6 bald als „Volks-Rolls-Royce“. Seit 1968 boten die Briten mit dem Rover 3500 auch eine Variante an, in der der aus dem P5 bekannte V8-Motor mit 139 PS arbeitete. Die ersten Modelle waren serienmäßig mit einer Automatikschaltung ausgerüstet, erst ab 1971 gab’s die Handschaltung. Auch diese Modelle von Rover sind gebraucht äußert schwer zu finden.

Rover: Eine Traditionsmarke verblasst

Die Wurzeln des britischen Autobauers Rover liegen – genau wie bei Škoda – in der Herstellung von Fahrrädern. 1884 präsentierten John Kemp Starley und William Sutton ihr erstes „Rover Safety Bicycle“. Im Vergleich zu den üblichen Hochrädern galt das Niederrad wegen der geringen Sitzhöhe als sicher. Das „Safety“ verfügte zudem über ein drittes Rad und konnte dadurch nicht umkippen. Aufgrund des Kettenantriebs kam es schneller voran und präsentierte sich insgesamt als bequemer als die Hochrad-Konkurrenz, wodurch sich das Dreirad bestens für Ausflüge eignete. Daher auch der Name: Rover bedeutet im Englischen „Wanderer“. Das Rover-Modell fand schnell europaweit Verbreitung, im Polnischen ist „rower“ heutzutage noch die gängige Bezeichnung generell für ein Fahrrad. Doch auch die weiteren Innovationen brachten dem Unternehmen Erfolg: 1902 folgte zum Beispiel das erste Motorrad, das Imperial Rover Motor Cycle.

Bereits zwei Jahre später brachte Rover mit dem Rover Eight das erste eigene Automobil auf den Markt. Der Zweisitzer stellte umgehend seine Zuverlässigkeit unter Beweis. Das Unternehmen nannte sich fortan „The Rover Company“. Weitere Modelle folgten, 1907 gewann ein Rover die Tourist Trophy auf der Isle of Man. Während des Ersten Weltkriegs und der folgenden schwierigen wirtschaftlichen Lage geriet Rover in die Krise. Die Herstellung von Fahrrädern und Motorrädern musste 1923 eingestellt werden. Unter dem einfachen Namen „Rover“ konzentrierte man sich nun auf kleine (und günstige) Autos. Während der Weltwirtschaftskrise orientierte sich der Autobauer neu. Nachdem ein Rover den Train Bleu, einen Schnellzug zwischen St. Raphael und Calais, in einem Wettrennen um mehr als 20 Minuten geschlagen hatte, nutzte Rover den Medienrummel geschickt. Die Vier- und Sechszylinder-Modelle wie der Rover 10 oder der Rover 16 richteten sich an vermögende Autoliebhaber.

Rover: Luxusfahrzeuge für die Reichen und Mächtigen Europas

In den 1930er-Jahren nutzten Königshäuser, Adlige und Regierungen in ganz Europa Rover-Modelle als Dienstfahrzeuge, auch die obere Mittelschicht und Prominente jener Zeit zeigten sich immer stärker interessiert. Diese luxuriösen Fahrzeuge von Rover sind auf dem Gebrauchtwagen-Markt heute gesuchte Sammlerobjekte. Während des Zweiten Weltkriegs war Rover in die Rüstungsproduktion involviert, hauptsächlich wurden Motoren für Panzer und Kampfflugzeuge hergestellt. Im Geheimen begann man mit der Entwicklung von Gasturbinen – eine Technologie, die zunächst zum zweiten Geschäftsfeld werden, dann auch als alternative Antriebsformen bei Autos dienen sollte. Doch abgesehen von extrem schnellen Prototypen wie dem JET-1 oder einem Rennwagen mit einer 150 PS starken Gasturbine, der beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans eingesetzt wurde, verlief die Umsetzung wenig erfolgreich. Von mehr Erfolg war die Einführung des Land Rover gekrönt, eines leichten Geländefahrzeugs mit Allradantrieb. Ursprünglich für Landwirte entwickelt, fand der Land Rover erst beim zivilen Publikum, später auch beim Militär viel Anklang.

Nach Kriegsende wurden zunächst die Vorkriegsmodelle, deren Produktion seit 1940 geruht hatte, wieder gebaut. 1948 folgte das erste neu entwickelte Mittelklasse-Modell, der Rover 60. Ein Jahr später erschien mit dem Rover P4 das erste Modell der oberen Mittelkasse. Gebräuchlich waren aber Bezeichnungen wie Rover 75 oder Rover 90 , die der Leistungsstärke der Motoren entsprachen. Seit 1958 wurde der P5 angeboten, der sich schnell als „Mittelklasse-Rolls-Royce“ etablierte. 1970 wurde der Range Rover als Geländefahrzeug der Oberklasse eingeführt. Trotz steigender Absatzzahlen blieben die Gewinne allerdings dünn, Rover fusionierte Mitte der 1970er-Jahre erst mit dem Konkurrenten Alvis, dann mit dem Nutzfahrzeuge-Hersteller Leyland. Aus dem Zusammenschluss der Leyland-Gruppe mit der British Motor Holding entstand die British Leyland Motor Corporation (BLMC), ein Autobau-Konzern mit 16 Einzelmarken. Dazu zählten auch Traditionsmarken wie MG, Jaguar, Triumph oder Morris.

Rover bleibt von den Problemen des Mutterkonzerns nicht verschont

Die Qualitätsprobleme, für die BMLC berüchtigt war, schlugen auch auf Rover durch. So gewann zwar Mitte der 1970er-Jahre die luxuriöse Limousine Rover SD1 einige internationale Automobilpreise, zahlreiche Fertigungsmängel beschädigten aber zugleich den guten Ruf in Sachen Haltbarkeit und Zuverlässigkeit, den Rover bis dahin bei Gebrauchtwagen- und Neuwagen-Käufern gleichermaßen hatte. BMLC schaffte es nicht, die zahlreichen Marken unter einem Dach zu einer Einheit zu formen. Frühere Rivalitäten dauerten an, die Produktion in rund 40 Werken war aufwendig, das Management zeigte sich dauerhaft zerstritten. Dazu kamen Fehlinvestitionen und Dauerstreit mit der Belegschaft. Kurz bevor der Konzern kollabierte, zog die britische Regierung die Notbremse und verstaatlichte BMLC. Statt Neustrukturierung entschied man sich für Verkleinerung. Tausende Stellen wurden gestrichen, zahlreiche Werke geschlossen. 1986 war Rover als letzte Marke übrig geblieben. Ein Joint-Venture mit Honda sollte helfen, den technologischen Rückstand aufzuholen.

Seit 1988 gehörte der Autobauer zur British Aeropace und vertrieb nun seine Fahrzeuge wieder unter dem Namen Rover Group. Zum größten Teil handelte es sich dabei um Honda-Klone. Der kleine Rover 400 basierte auf dem Honda Civic, der mittlere Rover 600 auf dem Honda Accord, der große Rover 800 auf dem Honda Legend. Einzig der winzige Rover 200 war eine Eigenentwicklung. 1994 verkaufte British Aerospace die Automobilsparte an BMW, woraufhin auch Honda ausschied. Der deutsche Autobauer wurde aber mit seiner Erwerbung nicht so richtig glücklich. BMW behielt nur die Marke Mini, die ebenfalls noch zu Rover gehörte, Land Rover wurde dagegen an Ford verkauft. Das Werksgelände in Longbridge sowie die Markenrechte an Rover und MG gingen 2000 an John Towes, einen früheren Manager bei Rover. Towes begründete den Autobauer neu unter der Marke MG Rover, auch um die Fans der Sportwagenmarke MG anzusprechen.

Mit dem Ende in Europa beginnt für Rover der Weg nach Asien

Daher wurden die sportlicheren Ausführungen der Rover-Modelle unter dem MG-Label angeboten. Zum Beispiel basierte die Mittelklasse-Limousine MG ZS auf dem damals aktuellen Rover 45. Gebraucht sind beide Rover-Ausführungen heutzutage ein echter Geheimtipp. Doch die neue Produktions-Ära dauerte nur fünf Jahre, bereits 2005 meldete MG Rover Insolvenz an. Die Produktionsanlagen wurden von einem chinesischen Konzern übernommen, der Nanjing Automobile Corporation, und nach China transferiert. Die Design-Rechte an den Modellen Rover 25 und Rover 75 gingen ebenfalls nach Fernost, und zwar an die Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC). Diese zeigte sich an einer Fortführung der Marke Rover interessiert. Doch in der Zwischenzeit veräußerte BMW die Markenrechte an Ford, die bereits im Jahr 2000 Land Rover gekauft und sich dabei ein Vorzugskaufrecht gesichert hatten. Nachdem Tata Motors aus Mumbai 2008 Land Rover und Jaguar von Ford übernommen hat, liegen derzeit die Markenrecht an Rover ebenfalls beim indischen Autobauer.

Nanjing Automobile war bereits ein Jahr zuvor von SAIC aufgekauft worden. Damit gingen auch die Markenrechte an MG, Morris und anderen an den chinesischen Autobau-Konzern. SAIC vertreibt seine auf Rover-Technologien basierenden Modelle seit 2006 auf dem asiatischen Markt unter dem ähnlich klingenden Namen Roewe. Die beiden Bestandteile „Roe“ und „Wei“ bedeuten zudem Löwe / König beziehungsweise Energie / Ansehen. Aus dem „Wanderer“ ist nun die „Kraft von Löwen“ geworden. Außerhalb Asiens werden die Roewe-Fahrzeuge manchmal unter dem MG-Logo angeboten.

Die letzten Modelle von Rover, die den Gebrauchtwagen-Markt erreicht haben

Modellname Fahrzeugklasse Produktionszeitraum Motorisierung Leistung Anmerkungen
City Rover Kleinwagen 2003 bis 2005 1,4-Liter-Ottomotor 84 PS Leicht modifizierte Variante des Tata Indica.
Rover 25 Kompaktklasse 1999 bis 2005 Ottomotoren: 1,4 bis 1,8 Liter / Dieselmotoren: 2,0 Liter 84 bis 160 PS (Benziner) / 101 bis 113 PS (Diesel) 3. Generation des Rover 200. Front an Rover 75 angelehnt. Bei der Modellpflege 2004 wurde vor allem die Innenraumgestaltung überarbeitet. Die Entwürfe für einen Rover 25 GTI wurden später für den MG ZR verwendet.
Rover 45 Kompaktklasse 1999 bis 2005 Ottomotoren: 1,4 bis 2,0 Liter / Dieselmotoren: 2,0-Liter 103 bis 150 PS (Benziner) / 101 PS (Diesel) 3. Generation des Rover 400. Eine sportlichere und elegantere Ausführung wurde als MG ZS verkauft. Modellpflege im Jahr 2004: Heck und Front werden neu gestaltet, Fahrwerk ist neu abgestimmt, das Armaturenbrett wird umgestaltet.
Rover Streetwise Kleinwagen 2003 bis 2005 Ottomotoren: 1,4 bis 1,8 Liter / Dieselmotor: 2,0 Liter 84 bis 117 PS (Benziner) / 101 PS (Diesel) Basiert auf Rover 25. Karosserieoptik (samt Dachreling) erinnert bewusst an SUV. Mit dem „Trafficmaster“ gab es bereits serienmäßig eine frühe Form eines Navigationsgerätes.
Rover 75 Obere Mittelklasse 1998 bis 2005 Ottomotoren: 1,8 bis 4,6 Liter / Dieselmotor: 2,0 Liter 120 bis 260 PS (Benziner) / 116 bis 131 PS (Diesel) Eigenständige Entwicklung von Rover, nutzt aber viele Bauteile von BMW. Bewusster Retro-Stil. Kombiversion als Rover 75 Tourer angeboten. Später folgte mit dem MG ZT eine sportliche Version.
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