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Saab: Gebrauchtwagen mit der stilvollen Stromlinie

Einen Saab zu fahren ist immer ein ganz besonderes Ereignis. Kein anderer Autobauer steht wie der schwedische Automobilhersteller für leicht exzentrische Individualität und eine gelassene Unangepasstheit. Nicht ohne Grund galt ein Saab lange als das einzige standesgemäße Fahrzeug unter Intellektuellen, Künstlern und Freiberuflern – und allen anderen, die ihren charakterstarken Querkopf zeigen wollten. Nach mehreren Insolvenzen sind derzeit die verschiedenen Modelle von Saab nur als Gebrauchtwagen erhältlich. Neue Modelle sind angekündigt, die nach mehreren Eigentümerwechseln nun nicht mehr in Schweden, sondern in China produziert werden Und auch im Design werden die neuen Baureihen eigene Wege gehen. Dass das typische Fahrerlebnis im Saab auch bei gebrauchten Fahrzeugen noch lange Zeit erhalten bleibt, ist aber sichergestellt. Die Ersatzteile werden mittlerweile von einem eigenständigen Unternehmen gefertigt.

Der Mythos Saab lebt: Sicherheit, Solidität und technische Innovationen

Saab 92 von der Seite Saab 9-3X von vorn

Ein Saab war nicht nur schwerer und teurer als die Konkurrenz von Volvo, sondern steckte auch voller Besonderheiten. Das Zündschloss befand sich nicht unterhalb des Lenkrads, sondern in der Mittelkonsole zwischen den Sitzen, direkt vor der Handbremse. Schwedische Ingenieure hatten nämlich herausgefunden, dass bei Frontalcrashs die Knie des Fahrers häufig vom Zündschloss verletzt werden – und aus Sicherheitsgründen eine eigene Konstruktion für den Anlasser entwickelt, die direkt auf dem Getriebe aufsitzt. Sicherheit war das große Plus eines Saab. Die Solidität der Verarbeitung und die extradicken Bleche – samt Innenverstärkungen – waren schließlich auch Gründe dafür, warum so viele Architekten sich für einen Saab entschieden, wenn sie morgens ihre Kinder zum Kinderladen fahren mussten. Einen Saab zu fahren, das stand für den schwedischen Sozialstaat, schwedische Neutralität, schwedische Familienfreundlichkeit.

Mit dem Wechsel zu General Motors aber litt das Renommee der Schweden. Aus dem „vierblättrigen Kleeblatt unter den Automobilen“ (Die Zeit) wurde nun – zumindest in der Wahrnehmung – der Klonkrieger des US-amerikanischen GM-Konzerns. Technische Innovationen, für die Saab vorher gerühmt wurde – beispielsweise die erste Scheinwerfer-Wischanlage 1970 oder die ersten beheizbaren Vordersitze 1971 – waren nun rarer gesät. Doch reine Eigenentwicklungen waren die Saab-Modelle schon lange nicht mehr, der letzte „reine“ Saab war der Saab 900. Alle nachfolgenden Modelle nutzten ebenfalls Synergieeffekte; der legendäre Saab 9000 teilte sich gar die Plattform mit dem Fiat Croma. Auch mit dem Saab 9-5 demonstrierten die Schweden unter GM-Leitung, dass sie mehr als nur Opel-Nachbauten in schickerem Gewand abliefern konnten. Zwei Generationen des Obere-Mittelklasse-Wagens liefen vom Band. Die zweite Auflage war der letzte, umso ambitioniertere Versuch, die Zukunft von Saab zu retten. Als Gebrauchtwagen macht er dank seiner hohen Fahrsicherheit und der Qualitäten als Langläufer auch heute noch eine gute Figur.

Der letzte seiner Art: Der Saab 9-5 war das letzte Modell für die obere Mittelklasse

Saab 9-5 von vorn

Vorgestellt wurde der Saab 9-5 im Jahr 1997; er basierte auf einer Plattform, die General Motors entwickelt und auch im Opel Vectra verwendet hatte. Innovativ an der ersten Generation waren die zahlreichen Sicherheitsfeatures: Als erstes Serienfahrzeug der Welt verfügte der 9-5 über aktive Kopfstützen: Das Saab Active Head Restraints (SAHR) genannte System war so konzipiert, dass sich bei einem Unfall am Heck die Stützen automatisch an den Kopf anlehnen. So sollten Verletzungen der Nackenwirbel und Schleudertraumata verhindert werden. Die Ausführung als Limousine brach mit einer Tradition. Anstelle des Saab-typischen Fließhecks mit Heckklappe war der 9-5 eine reine Stufenheck-Limousine, später kam zumindest eine Kombiversion hinzu: der Saab 9-5 SportsCombi. 2009 verkaufte GM die Maschinen für die Produktion und die Nutzungsrechte der ersten Generation an den chinesischen Konzern Beijing Automobile Works, der das Modell in einer überarbeiteten Form als Senova D-Series verkauft.

Die zweite Generation lief ab 2010 vom Band und sollte als neues Flaggschiff den Abstand zur Konkurrenz wieder verkürzen. Technisch basierte der 9-5 auf dem Opel Insignia, war aber deutlich größer gehalten: Mehr als 5 Meter maß der lange Schwede. Das Design war nun deutlich runder als beim Vorgänger gehalten, die Frontscheinwerfer wurden silberfarben umrandet, über das gesamte Heck lief ein gelbes Lichtband. Auch im Innern überwog der gediegene Komfort aus Schweden, unterstützt von allerhand, damals brandneuen Assistenzsystemen: Der Parklückendetektor piepst Anweisungen zum Lenken, gegen Aufpreis gibt es ein Head-up-Display und einen Digitaltacho in Fliegeroptik. In der stärksten Version röhrt elchmäßig ein 2,8-Liter V6-Turbo-Benziner mit 300 PS. Wegen der Insolvenz Saabs im Jahr 2011 und der Weigerung von GM, den neuen Eigentümer die Lizenz für den 9-5 zu übergeben, endete die Produktion. Der SportCombi wurde gar nicht erst in Serie hergestellt. Zumindest die Limousinen-Ausführung dieses Modells von Saab sollte gebraucht zu finden sein. Herstellt wurden genau 11.280 Exemplare.

Alter Schwede: Mit extravaganten Modellen wurde Saab zur Kultmarke

Saab 92 und Saab J21

Die Anfänge des schwedischen Autobauers Saab liegen nicht im Autobau, sondern wie bei manchem japanischen Konkurrenten in der Flugzeugproduktion. 1937 wurde die Svenska Aeroplan Aktie Bolaget (SAAB) gegründet, die Flugzeuge für die schwedische Luftwaffe herstellte. Zunächst fertigte man Lizenzprodukte deutscher Bomber und US-amerikanische Jagdflugzeuge an, später entwickelte SAAB auch eigene Kampfflugzeuge. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchte das Unternehmen nach neuen Geschäftsfeldern. 1947 begann man am Firmensitz in Trollhättan auch mit der Produktion von Autos. Der erste Prototyp, liebevoll „Ursaab“ genannt, bildete die Basis für die Serienproduktion des Saab 92. Charakteristisches Kennzeichen der viersitzigen Limousine: Die Stromlinienform der Karosserie ähnelte der Tragfläche eines Flugzeugs. Verantwortlich für die Produktion war das Tochterunternehmen Saab Automobile.

Saab 95 von vorn

Der Saab 92 war einer der Eckpfeiler für den Erfolg der Automobilsparte von Saab – und gebraucht sind die Fahrzeuge, denen Rallye-Fahrer wie Erik „Mister Saab“ Carlsson zu Ruhm verhalfen, schwer zu findende Kostbarkeiten. Zudem verfügt dieses Modell als erstes Serienauto weltweit über einen Seitenaufprallschutz. Der Grund dafür ist so skurril wie einleuchtend: In Schweden wurde zu jener Zeit etwa jeder sechste Autounfall durch einen Elch verursacht, der von der Seite in oder auf einen Pkw sprang. Die Weiterentwicklung des Saab 92 kam als Saab 93 auf den Markt. Mit dem Sonett hatte Saab ab 1956 auch einen flotten Sportwagen im Programm, zudem gab es unter der Bezeichnung Saab GT 750 eine Sportausführung des 93. Der Saab 96 ist das langlebigste Modell der Schweden und lief zwischen 1960 und 1980 vom Band. Die Kombiversion wurde als Saab 95 verkauft und war als erster Siebensitzer ein Exportschlager.

Saab 99 Blick von oben

Aufgrund einer kleinen, aber feinen Modellpalette etablierte sich Saab bis zum Ende der 1960er-Jahre als ernstzunehmender Autobauer aus Schweden. Neben den frühen extravaganten und aerodynamisch durchgestylten Modellen von Saab – die gebraucht und in gepflegtem Zustand heutzutage Kultstatus genießen – waren es die Nachfolgemodelle mit ihren innovativen Sicherheitskonzepten, die den Autobauer aus Trollhättan in die erste Liga der Autobauer katapultierten – auch international. 1969 fusionierte man mit Scania, einem schwedischen Hersteller von Nutzfahrzeugen. Die neue Saab-Scania-Gruppe veränderte das Motorisierungsprinzip: Statt der kleinen Zweitakter wurden nun größere und leistungsstärkere Viertakt-Motoren mit vier Zylindern eingesetzt. Kurz darauf folgte der erste Turbo-Motor, der ab 1976 im Saab 99 arbeitete und prägend für die Marke Saab werden sollte. Zwei Jahre danach präsentierte Saab das erste Mittelklasse-Modell, den Saab 900. Mitte der 1980er-Jahre folgte ein Auto für die gehobene Mittelklasse, der Saab 9000. Auch das viersitzige Cabrio von Saab wurde dank Hollywood-Unterstützung ein Hit. Doch nach mehreren gescheiterten Entwicklungsprojekten war Ende der 1980er-Jahre die finanzielle Lage bei Saab-Scania sehr angespannt.

Saab 9-4X von vorn

Die prekäre Situation führte dazu, dass Saab 1990 ein Joint-Venture mit General Motors (GM) einging und Scania wieder ausgegliedert wurde. Neue Modelle basierten auf GM-Plattformen, um Kosten zu sparen. Als Opel-Klon im Schweden-Design verschrien, verkaufte sich der Saab 9-3 nicht wie erhofft. Im Jahr 2000 übernahm GM Saab schließlich vollständig. Flugzeugbauer Saab und Autohersteller Saab gingen nun – trotz gemeinsamen Namens – getrennte Wege. Auch in den folgenden zehn Jahren kam nicht der erhoffte Aufschwung. GM plante den Verkauf, doch Verhandlungen mit verschiedenen Interessengruppen scheiterten. Schließlich übernahm Spyker, ein Sportwagenhersteller aus den Niederlanden, das Unternehmen. Sogar ein neues Modell wurde einführt: der Saab 9-4X, ein SUV. Doch wieder ohne Erfolg. 2011 meldete Saab Insolvenz an. Anlagen und Immobilien gingen 2012 an das chinesische Konsortium National Electric Vehicle Sweden (NEVS). Es wollte die Produktion der bestehenden Modelle, insbesondere des Saab 9-3, zunächst weiterführen. Doch seit Frühjahr 2014 stehen die Bänder wegen Liquiditätsproblemen still.

Für die Ersatzteilversorgung bestehender Modelle ist seitdem Saab Parts zuständig. Das ausgegliederte Unternehmen trägt mittlerweile den Namen Orio. Es produziert eigenständig im ehemaligen Stammwerk von Saab. Gebrauchtwagen können also auch zukünftig noch im Reparaturfall mit den entsprechenden Komponenten ausgerüstet werden. Das wurde durch die Verstaatlichung des Unternehmens sichergestellt.

Für Saab-Fans sieht die Zukunft dennoch vielsprechend aus. Die Rückkehr der Marke Saab ist bereits geplant, neue Modelle wurden von NEVS mittlerweile angekündigt: zwei SUVs – ein sportlicher im Kleinwagenbereich, ein familienfreundlicher bei den Kompakten –, dazu ein Crossover und ein Sportwagen in der Mittelklasse. Alle Fahrzeuge sollen mit Elektroantrieb ausgeliefert werden, auch der Saab 9-3 soll sich dank E-Motor wie Phönix aus der Asche erheben. Doch schwedisch wird dann nur noch der Markenname sein – die chinesischen Investoren beabsichtigen, die Produktion nach Tianjin zu verlegen. Mit größerer Umweltverträglichkeit und futuristischer Optik werden diese Modelle von Saab dann wohl auch Gebrauchtwagen-Käufer ansprechen, denen die Marke bislang zu brav war.

Drei Turbo-Modelle von Saab, die gebraucht weiterhin zu den Überfliegern gehören

Saab 9000 mit Turbo von der Seite

Der Turbomotor von Saab war so etwas wie das Glaubensbekenntnis der Individualisten: Wenn man schon sicher und solide seine Kinder transportiert, dann aber auch mit ordentlicher Leistung unter der Motorhaube. Den Turbolader gab es für alle Größenordnungen, vom Kompaktwagen bis zur oberen Mittelklasse versah er zuverlässig seinen Dienst und brachte die schweren Schweden zum Fliegen. Wir stellen den Saab 99, den Saab 900 und den Saab 9000 in den jeweiligen Turbo-Ausführungen etwas genauer vor. Diese Modelle von Saab sind auf dem Gebrauchtwagen-Markt immer noch gut vertreten, wenngleich gepflegte Modelle nicht immer günstig sind. Doch aus gutem Grund: Rost kennen die Modelle von Saab eigentlich nur vom Hörensagen.

Saab 99 Turbo Saab 900 Turbo Saab 9000 Turbo
Produktionszeitraum 1975 bis 1984 1982 bis 1994 1985 bis 1998
Motor Vierzylinder-Reihenmotor mit Turbolader Vierzylinder-Reihenmotor mit Turbolader Vierzylinder-Reihenmotor mit Turbolader
Hubraum 1.985 ccm 1.985 ccm 1.985 ccm
Leistung 145 PS 145 PS 175 PS
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h 195 km/h 240 km/h
Beschleunigung 0–100 km/h 9,8 s 8,5 s 6,9 s
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