Informationen zu Lancia
Ingenieurskunst
machte Lancia zum zweitwichtigsten
Autobauer Italiens
Ein
Motorblock aus Aluminium gegossen, serienmäßige
V6-Motoren, das sind technische
Features der automobilen Oberklasse, die von den Herstellern gerne als
allermodernste High-Tech Neuentwicklungen verkauft werden. Dabei gab es
den
V6-Motor in Leichtbauweise schon 1954, und zwar als Weltpremiere im
Lancia
Aurelia. Es waren solche bahnbrechenden Neuerungen, mit denen der im
Jahr 1906
gegründete italienische Hersteller Lancia zum zweitwichtigsten
Autobauer
Italiens aufstieg, bevor er 1969 vom Marktführer Fiat
übernommen wurde.
Das
sportliche Image der Marke Lancia
Zwanzig
Jahre bot Lancia mit Modellen wie dem Lancia Flaminia, Flavia und
Fulvia sowie
in den 1970er und 1980er Jahren mit dem Lancia Gamma, Prisma und Thema
eine
breite Produktpalette von formschönen, meist kräftig
motorisierten Fahrzeugen
der Mittelklasse und oberen Mittelklasse als Limousinen, Cabrios und
Coupés an.
Passend zu seinem sportlichen Image konnte Lancia zudem große
Erfolge im
Rallye-Rennsport feiern und stellte mit der Rennversion des Lancia Beta
und
Lancia Delta zwei der erfolgreichsten Rallyewagen-Modelle aller Zeiten.
Unbeeindruckt von der glanzvollen Sporthistorie entschied sich Fiat
Ende der 1980er
Jahre dafür, dass die neu zum Unternehmen gekommene Marke Alfa
Romeo den Platz
Lancias als Anbieter von sportlichen Autos im Konzern einnehmen sollte.
Neuausrichtung
der Marke Lancia mit hohem Designanspruch
Die
Marke
mit ihren traditionell nach dem griechischen Alphabet bezeichneten
Modellen
wurde neu ausgerichtet. Komfort, Familientauglichkeit und eine
überdurchschnittliche Serienausstattung sollten die neuen
Autos von Lancia in
den 1990er Jahren prägen. Während die
Mittelklassewagen der Reihen Lancia
Delta, Kappa, Dedra oder dessen Nachfolger Lancia Lybra vor allem durch
hochwertige Ausstattungsmerkmale wie Alcantara-Ledersitze von
komfortverwöhnten
Kunden geschätzt wurden, erwies sich ausgerechnet der kleinste
Lancia als eines
der erfolgreichsten und meist beachteten Modelle des Herstellers. Und
das lag
vornehmlich an seinem mutigen Design. Der Lancia Y, der vom italienischen Designer Enrico Fumina
gezeichnet worden war, begründete so den Ruf von Lancia als
Hersteller
designorientierter Autos.
Lancia
setzt auf die Individualisierung seiner Modelle
Mit
dem
Wechsel ins 21. Jahrhundert startete Lancia eine Modelloffensive, die
ganz auf
die große Tradition des avantgardistischen italienischen
Automobildesigns
abgestimmt war. Mit ihren schräg gestellten Scheinwerfern und
dem großflächigen
trapezförmigen Kühlergrill sowie den hochgestellten
schmalen Rückleuchten
sollten die Lancia ein Gesicht mit hohem Wiedererkennungswert auf den
Straßen
zeigen. Die Zweifarblackierungen beim Lancia Ypsilon oder dem Minivan
Lancia
Musa sowie pfiffige Designideen wie ein mit Stoff bezogenes
Armaturenbrett
wurden zum neuen Markenzeichen des Herstellers Lancia.
Individualisierung des
Massenautomobils, so lautete die Handlungsmaxime der Entwickler. So
konnten
Lancia-Kunden denn auch unter 100 verschiedenen Lackierungen ihre
Wunschfarbe
auswählen. Der Mutterkonzern Fiat übernahm diese
ausgeprägte
Individualisierungsstrategie später für sein
Retromodell des Fiat 500 mit
großem Erfolg.
Extravaganz
bieten die Modelle von Lancia Innen und Außen
Extravagantes
Design mit aufwändiger Innenausstattung stand auch beim 2002
vorgestellten
Lancia Thesis in der oberen Mittelklasse im Vordergrund. In Deutschland
ging
die Strategie, Autos für Individualisten anzubieten, insofern
auf, als dass der
Lancia Thesis hierzulande im Zulassungsjahr 2007 kaum 100
Käufer fand. Im
oberen Preissegment konnte Lancia seine vom Kleinwagen Ypsilon bekannte
Verkaufsstrategie mit weit weniger Erfolg am Markt durchsetzen. Genau
diesen
Erfolg erhofften sich die Italiener dafür mit der Neuauflage
ihres 2008
präsentierten Lancia Delta. Das Kompaktfahrzeug auf Basis des
Fiat Bravo wurde
in zwei Benzinerversionen und mit drei für die Zukunft
gerüsteten
Dieselaggregaten angeboten, die bereits der Euro5-Norm entsprachen.