Informationen zu Lotus
Mit der Leichtbauweise seiner Sportwagen setzt Lotus Trends im Autobau
Als der englische Ingenieur Colin Chapman im Jahr 1952 das Unternehmen Lotus Cars gründete, basierte der Bau seiner zunächst nur für den Rennsport konzipierten Autos auf einer damals eher ungewöhnlichen Philosophie. Statt technisches Know-how in neue Motoren mit viel PS zu investieren, wollte er durch den Einsatz von Leichtbaumaterialien wie Aluminium und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff die Leistungsausbeute seiner Sportwagen lieber durch Gewichtseinsparung bei den Karrosserien steigern. Im Rennsport generell sowie in der Königsklasse der Formel 1 setzte Lotus damit neue Trends und fuhr prestigeträchtige Siege ein. Auch bei seinen spartanisch ausgestatteten Roadstern mit Straßenzulassung verfolgte der Lotus-Gründer eine besondere Strategie: Bis Anfang der 1970er Jahre verkaufte er seine Lotus Seven als Selbstbausatz. Das Wachstumspotential, das sich mit solchen komfortlosen Kit Cars für wenige Enthusiasten realisieren ließ, war naturgemäß jedoch geringer, als bei den luxuriöser ausgestatteten Coupés, die Chapman seit dem 1957 eingeführten Lotus Elite für einen größeren Kundenkreis im Programm hatte. Seit den 1970er Jahren konzentrierte sich Lotus daher auf den Bau von Luxusportwagen in Kleinserien sowie auf klassische britische Roadster. Seine wirtschaftliche Unabhängigkeit konnte sich der britische Hersteller damit allerdings nicht erhalten. Nach dem Verkauf an den GM-Konzern 1986 und einem Intermezzo als Marke von Bugatti, übernahm der malaysische Autobauer Proton im Jahr 1996 das Ruder bei Lotus und brachte neue Modellreihen von Coupés und Roadstern auf den Markt.
Die historischen Coupés, Limousinen und Roadster von Lotus
Neben dem als Kit Car vertriebenen Roadster Lotus Seven, der von 1957 bis 1972 von Lotus gefertigt wurde, brachte der britische Hersteller im Jahr 1957 mit dem Lotus Elite sein erstes Coupé auf die Straße. Typisch Lotus, wog der Zweisitzer aus Glasfasermaterialien kaum 500 Kilogramm. Um auf eine Höchstgeschwindigkeit von gut 180 km/h zu kommen, reichte dem Leichtgewicht ein Motor mit 55 kW (75 PS). Zu einem der größten Markterfolge mit fast 10.000 produzierten Einheiten in den Baujahren von 1962 bis 1975 wurde der Lotus Elan, den es als Roadster sowie als zwei- und viersitziges Coupé gab. Sein erstes Mittelmotormodell präsentierte der Sportwagenbauer im Jahr 1966 mit dem Coupé Lotus Europa. In einem für Lotus neuen Schrägheckdesign brachten die Briten im Jahr 1974 die Schwestermodelle Lotus Elite als erste Limousine sowie das darauf basierende Coupé Lotus Eclat auf den Markt. Dessen Nachfolger wurde in den Baujahren 1984 bis 1992 unter dem Namen Lotus Excel vertrieben. Zu der bekanntesten und am längsten produzierten Modellreihe gehörte der von 1976 bis 2003 gebaute Lotus Esprit, der in der Spitzenversion mit V8-Mittelmotor bis zu 260 kW (354 PS) mobilisieren konnte.
Die neueren Modellreihen der Marke Lotus
Während der Lotus Esprit im Luxusbereich in mehreren Generationen unter den wechselnden Eigentümern der Marke weitergebaut wurde, sollte die Herstellung unter der Regie von General Motors mittelfristig eher auf das Segment der preiswerteren Roadster umgestellt werden. Als erstes Modell der neuen Unternehmenspolitik kam im Jahr 1989 der Lotus Elan mit Mittelmotor auf den Markt, der im Jahr 1996 durch den Lotus Elise abgelöst wurde. Unter dem neuen Eigentümer Proton präsentierten die Briten dann im Baujahr 2000 die zweite Generation des Lotus Elise, dem im gleichen Jahr das Schwestermodell Lotus Exige an die Seite gestellt wurde. Komplettiert wurde die Modellreihe im Jahr 2006 durch das Coupé Lotus Europa S. Im Baujahr 2009 stellte der Sportwagenbauer mit dem Lotus Evora eine Neuentwicklung vor, die als viersitziges Sportcoupé in der Tradition der Gran Turismo stehen und die Marke Lotus wieder im Segment der Luxusfahrzeuge etablieren sollte.