Informationen zu Mercedes 190
Aufbruch in die Mittelklasse mit dem Mercedes 190
Baby-Benz wurde der Mercedes 190 zärtlich
betitelt, kurz nachdem die ersten Modelle der neuen Baureihe W201 gegen
Ende
des Jahres 1982 auf den Straßen aufgetaucht waren. Dabei ist
der 190er fast
4,50 Meter lang und auch seine Breite von ca. 1,70 Metern
würde heute wohl
niemanden mehr dazu verleiten, ihm kleine Attribute anzudichten. Doch
der
Begriff Baby-Benz entstand eben zu einer Zeit, die noch keine kleinen
Fahrzeuge
mit dem Stern gesehen hatte. Smart, Mercedes-Benz A 140 oder
Mercedes-Benz B
200 existierten noch nicht einmal auf den Reißbrettern der
Ingenieure. So war es der Mercedes 190, mit dem die Stuttgarter eine neue Epoche in
der
Unternehmensgeschichte einleiteten.
Die heutigen Mercedes 190 Oldtimer waren nicht die Vorgänger
Der
heute als Oldtimer gesuchte rundliche
Mercedes 190 der Baureihe W120 aus den 1950er Jahren und dessen
Nachfolger, das Heckflossen-Modell der W110 Reihe aus den 1960er
Jahren, hatten
trotz der Namensgleichheit baureihentechnisch übrigens nichts
mit dem 190er der
Jahre ab 1982 gemeinsam. Anders als die frühen
190er-Limousinen der oberen
Mittelklasse, sollte dieser neue Mercedes 190 vielmehr ein Pendant
zu
kompakten Autos wie dem BMW 320 darstellen, mit dem die Bayern schon ab
den
1970er Jahren bewiesen hatten, dass sich auch mit Mitteklasseautos Geld
verdienen ließ. Zumal wenn die bezahlbaren Wagen vom
unbezahlbaren Image eines
Nobelherstellers profitieren konnten.
Der Mercedes 190 wurde in zehn Jahren zum
Bestseller
Der Mercedes 190 wurde nur knapp zehn Jahre
bis 1993 unter der werksinternen Bezeichnung W201 produziert, bevor er
durch
die nachfolgende C-Klasse abgelöst wurde. Doch in der relativ
kurzen Zeit, in
der es nur im Jahr 1988 ein maßvolles Facelift gegeben hatte,
schlug der
Mercedes 190 alle Rekorde. Mit nahezu 1,9 Millionen verkaufter
Fahrzeuge
wurde er zu einem der erfolgreichsten Modelle, die die Stuttgarter
jemals auf
den Markt gebracht haben. Als die beliebtesten Versionen erwiesen sich
der
Mercedes 190E mit vier Zylindern und 2 Liter-Motor sowie der
Mercedes 190D, der ein Drittel des Produktionsumfangs in den Werken Sindelfingen
und
Bremen ausmachte. Die Diesel gab es zunächst mit 2
Liter-Motoren, ab Mitte der
1980er Jahre dann auch als Mercedes-Benz 190D 2.5 sowie als Dieselturbo
mit
2500 Kubikmetern Hubraum.
Mercedes 190 - ein Mittelklassewagen mit Prestige und sportlichen Ambitionen
Mit dem Mercedes 190 und 190E, die ab 1985
auch mit Katalysatoren ausgestattet angeboten wurden, setzte der
Hersteller vor
allem auf die Käuferschicht, die einen kompakten Wagen mit
ordentlicher
Motorisierung zwischen 66 kW (90 PS) und 97 kW (132 PS) und dem
Mercedes-typischen Innenraum- und Fahrkomfort haben wollten. Das
Prestige eines
Mercedes gab es beim Baby-Benz ohne Aufpreis als Mehrwert dazu.
Verlockend war
für die Käufer zudem die Tatsache, dass der kleine
Mercedes nicht nur vom
Prestige der Großen profitierte, sondern auch vom hohen
Wiederverkaufswert, mit
dem Fahrzeuge des Premiumherstellers auf dem Gebrauchtmarkt punkten
konnten.
Erst ab Mitte der 1980er Jahre tat Mercedes dann auch etwas mehr
für das
sportliche Image der 190er.
Stärkere Motortypen und ganz oben auf der Siegertreppe beim Tourenrennen
In
der Serienausführung spendierte der Hersteller
dem Mercedes 190 Motoren mit 2,3 und 2,5 sowie 2,6 Litern Hubraum
und
sechszehn Ventilen. Diese 190er leisteten zwischen 122 kW (166 PS) und
173 kW
(235 PS). In einer AMG getunten Version war der Mercedes-Benz 190 im
Jahr 1992
auch als Sechszylinder mit 172 kW (234 PS) erhältlich.
Technisch und preislich
war dieser Mercedes 190 das Topmodell der Serie. Im gleichen Jahr
sammelte
Mercedes mit der Rennausführung des Mercedes 190 Punkte
bei
Tourenwagenrennen. Am Ende besetzte der Mercedes-Benz 190E 2.5
Sechszehnventiler bei den Deutschen Meisterschaften gleich alle drei
vorderen
Plätze und bewies damit, dass nicht mehr nur länger
die Bayern
Mittelklassefahrzeuge bauen konnten, die mit sportlicher Fahrdynamik zu
glänzen
vermochten.