Informationen zu Porsche 924
Im Jahr 1976 wird der Porsche 924 das Einstiegsmodell von Porsche
So selbstverständlich der technische Austausch der beiden Autohersteller Volkswagen und Porsche seit dem von Firmengründer Ferdinand Porsche mitentwickelten VW Käfer und dem auf Käfer-Technik basierenden Porsche 356 in den 1950er Jahren gewesen war, so schwierig gestaltete sich danach die von beiden Partnern angestrebte Kooperation beim Bau eines Sportwagens. Das erste Projekt, der Porsche 914, wurde in den 1960er Jahren zwar von Technikern in Wolfsburg und Stuttgart-Zuffenhausen gemeinsam verwirklicht und 1969 zur Marktreife gebracht. Bei Vermarktung und Vertrieb jedoch war man sich weniger einig. Trotzdem nahm Porsche den Auftrag an, einen Nachfolger für den VW-Porsche zu konstruieren, der die Modellpalette der VW-Tochter Audi bereichern sollte. Als der neue Sportwagen fast fertig war, machten die Wolfsburger einen Rückzieher. Das war die Gelegenheit für Porsche, sein vom inzwischen zum Klassiker avancierten Porsche 911 dominiertes Fahrzeugprogramm um ein preiswerteres Einstiegsmodell zu erweitern. Im Jahr 1976 lief das neue Modell als Porsche 924 vom Band. Nur die Tatsache, dass in dem bis 1988 produzierten Coupé einschließlich des Motors viele von VW zugelieferte Teile verbaut wurden und die Fertigung im Audi-Stammwerk Neckarsulm erfolgte, erinnerte noch an die ursprünglichen Pläne.
Im Porsche 924 verbaut der Hersteller erstmals wassergekühlte Motoren
Innovative Erweiterung der Produktpalette oder schockierender Traditionsbruch, diese Frage stellte sich der klassischen Porsche-Kundschaft, als der Porsche 924 im Jahr 1976 bei den Händlern zu besichtigen war. Der Grund für die zwiespältigen Gefühle: Im Porsche 924 verabschiedeten sich die Konstrukteure von den luftgekühlten Boxermotoren, die von vielen Käufern als Seele des Porsche 911 angesehen wurden. Und auch das Design des Coupés zeigte ein völlig neues Porsche-Gesicht: Klappscheinwerfer, langgestreckte Motorhaube, keilförmig zulaufende Frontpartie und eine große Glasscheibe in der Heckklappe verschafften dem Porsche 924 ein ganz eigenständiges Profil.
Basismotorisierung und Turbotriebwerk für den Porsche 924
Die luftgekühlten Vierzylinder-Reihenmotoren des Porsche 924 kamen ursprünglich von Audi und leisteten in dem hinterradangetriebenen Coupé der Stuttgarter 92 kW (125 PS). Damit beschleunigte der Porsche 924 innerhalb von 9,6 Sekunden auf einhundert Stundenkilometer. In der Spitze schaffte es das Coupé auf knapp über 200 km/h. Von 1978 bis 1980 wurde zusätzlich ein Triebwerk mit 125 kW (170 PS) angeboten, das durch neue Turbo-Motoren ersetzt wurde, die bis 1983 im Programm blieben. Damit kam das Coupé in 7,8 Sekunden auf Hundert und beschleunigte bis auf 225 km/h. Als Getriebeoptionen standen eine Schaltautomatik und eine Viergang-Handschaltung zur Auswahl, die bei den Modellen ab dem Baujahr 1980 durch eine Fünfgangschaltung ersetzt wurde.
Die Porsche 924 Carrera und der Porsche 924 S mit neuer Motorausstattung
Um den sportlichen Erwartungen gerecht zu werden, die an einen Porsche gestellt wurden, ergänzte der Hersteller die Modellpalette im Baujahr 1981 durch die bereits vom Porsche 911 bekannten Carrera-Versionen, die als Porsche 924 Carrera GT, GTS und GTR in Kleinserie für den Rennsport gefertigt wurden, jedoch auch eine Straßenzulassung erhielten. Die im Gewicht reduzierten Modelle waren äußerlich an den breiteren Kotflügeln zu erkennen und leisteten in der Topversion bis zu 276 kW (375 PS). In den letzten drei Baujahren von 1985 bis 1988 erhielt die Basisversion des jetzt Porsche 924 S genannten Modells eine neue Motorausstattung mit bis zu 118 kW (160 PS), mit denen das Coupé die Hundertermarke in 8,2 Sekunden zurücklegte und eine Spitzengeschwindigkeit von 220 km/h erreichte. Die Triebwerke stammten aus dem 1981 präsentierten Porsche 944, der auf der Grundlage des Porsche 924 Carrera GT entwickelt worden war und die 924er-Baureihe ab dem Baujahr 1988 ersetzte.