Informationen zu VW Multivan
Vom Campingmobil Marke Eigenbau zum VW Multivan
Nachdem
der Volkswagen-Konzern im Jahr 1950 die Serienproduktion des
ersten VW Transporters T1 aufgenommen hatte, stellten die
Käufer sehr schnell
fest, dass der im Volksmund Bulli genannte Kleinbus zu weit mehr
taugte, als
sperrige Dinge und bis zu neun Passagiere zu befördern. Bei
ausgebauten Sitzen
und eingelegter Matratze wurde aus dem T1 ohne großen Aufwand
und ohne
Spezialausbau durch den Ausstatter Westfalia ein ideales Campingmobil
Marke
Eigenbau. Diesen multifunktionalen Ansatz als Freizeitmobil setzte
Volkswagen
Mitte der 1980er Jahre in ein eigenes Fahrzeugkonzept um, das die
Eigenschaften
von Transporter, Familienauto und Reisemobil in sich vereinte. So
entstand auf
Grundlage des VW T3 der erste VW Multivan, der 1985 auf der IAA in
Frankfurt
vorgestellt wurde und ein Jahr später in die Serienfertigung
ging. Seine
Kennzeichen: Eine zur Liegefläche umklappbare
Dreier-Rücksitzbank, ein
drehbarer Fahrersitz und dahinter ein in entgegen der Fahrtrichtung
montierter
Einzelsitz sowie ein Klapptisch.
Die
Entwicklung des VW Multivan zur Großraumlimousine
Das
Konzept des VW Multivan traf offenbar genau die Erwartungen der
Kunden. Das Auto, das sich im Alltag genau so leicht bewegen
ließ, wie es sich
bei Bedarf in eine bequeme Schlafstätte oder einen Transporter
mit fast vier
Quadratmeter Ladefläche verwandelte, fand jährlich
über 10.000 Käufer und wurde
damit zum erfolgreichsten Freizeitmobil seiner Klasse. Mit
Sondermodellen wie dem
VW Multivan Magnum, dem Blue und White Star machte Volkswagen aus dem
anfangs
eher rustikalen VW Multivan ein schickes Freizeitauto mit integrierter
Kühlbox
und markanten äußeren Merkmalen wie
Leichtmetallfelgen, tiefer gelegtem
Fahrwerk und breiteren Reifen. Die letzten VW Multivans auf Basis der
Heckmotormodelle VW T3 wurden 1992 als Limited Last Edition zum
modernen
Kult-Bulli. Mit der Einführung des frontangetriebenen VW T4
bauten die
Wolfsburger die Multivan-Reihe dann immer mehr zur anspruchsvollen
Großraumlimousine
mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten vom dynamischen
Sondermodell VW
Multivan Atlantis bis hin zum Konferenzraum auf Rädern im VW
Multivan Business
aus.
Die
Modelle des VW Multivan
Die VW Multivans ab dem Baujahr 1992 hatten in der Grundausstattung
eine Innenvollverkleidung, in der Mittelreihe entgegen der
Fahrtrichtung
montierte Einzelsitze mit Armlehnen und auf Wunsch
einknöpfbare Vorhänge, eine
zweite Batterie und eine im Sitz integrierte Kühlbox. Mit den
VW Multivans
Allstar und Classic kamen im Jahr 1993 Siebensitzer mit
Komfortausstattung wie
Klimaanlage, Drehzahlmesser, elektrischen Fensterhebern und
Wärmeschutzglas auf
den Markt. Ab dem Jahr 1995 verfügten die VW Multivans
serienmäßig über
Servolenkung. In der nachfolgenden Baureihe des VW Multivans auf Basis
des VW T5 bot Volkswagen den VW Multivan ab dem Jahr 1999 erstmals als
Großraumlimousine mit schienenmontierten Mittelsitzen an, die
sich auch in
Fahrtrichtung verankern ließen. Das Einstiegsmodell mit
reduzierter Serienausstattung
war der VW Multivan Startline. Hochwertiger ausgestattet waren die
Versionen
Comfortline und Highline. Der VW Multivan United verfügte
über ein
Sportfahrwerk, und eine Allradversion stand mit dem VW Multivan
PanAmericana
zur Verfügung, der den VW Multivan syncro ersetzte. Im VW
Multivan Business
brachten die Wolfsburger sogar ein rollendes Büro mit modernen
Kommunikationseinrichtungen unter. Seit dem Baujahr 2007 gibt es den VW
Multivan auch mit zwei unterschiedlichen Radständen von 2,92
Meter und 3,32
Meter, wobei die längere Version bis zu acht Sitze aufnehmen
kann.
Die
Motorisierungen des VW Multivan
Die
ersten VW Multivans auf Grundlage des VW T3 wurden zwischen 1985
und 1990 als Benziner mit 37 kW (50 PS) und 92-PS Boxer mit
Wasserkühlung sowie
als Turbodiesel mit 51 kW (70 PS) gebaut. Im Jahr 1996 setzte
Volkswagen
erstmals TDI-Motoren mit einer Leistung zwischen 65 kW (88 PS) und 111
kW (151
PS) im VW Multivan ein. Die neueren Dieselmotoren leisteten mit 1,9
Liter
Hubraum 62 kW (84 PS) und 75 kW (102 PS) sowie mit den
größeren 2,5 Liter
Maschinen 96 kW (131 PS) und 128 kW (174 PS). Seit Ende des Jahres 2006
konnten
die VW Multivans mit Rußpartikelfilter bestellt werden. Als
Benziner kam im
Jahr 1996 ein V6-Motor mit 150 kW (204 PS) zum Einsatz, der in der
Baureihe VW
T5 ab dem Jahr 2003 durch einen noch kräftigeres Aggregat mit
173 kW (235 PS)
mit Sechsgang-Automatikgetriebe abgelöst wurde. Den kleineren
Ottomotor mit 85
kW (116 PS) gab es mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe. Je nach
Antrieb liegt der
Verbrauch eines VW Multivan zwischen 13,3 Liter (316 g/km CO2)
für den
Allrad-Benziner und 8 Liter (199 g/km CO2) beim kleinsten Diesel.