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Der Name Junak steht für polnische Klassiker, moderne Bikes und Scooter

In der Boomzeit des europäischen Motorradbaus der 1930er Jahre gab es in Polen rund zwei Dutzend Hersteller motorisierter Zweiräder. Die meisten Produzenten waren Kleinbetriebe und sie konzentrierten sich in dieser Epoche auf den Bau von Maschinen der leichten und mittleren Gewichtsklassen. In der Regel statteten die Ingenieure die Produkte mit Zweitaktmotoren in Hubraumgrößen von 125 ccm bis 350 ccm aus. Insbesondere als Einsatzfahrzeuge für das Militär liefen in den auf größere Stückzahlen eingerichteten Fabriken jedoch auch Motorräder mit 1000 ccm Hubraum und V2-Viertaktern vom Band. Nach den Kriegszerstörungen baute das Land seine Zweiradindustrie mit dem Ziel einer rentableren Massenproduktion wieder auf. Zu den Pionieren gehörte dabei das Unternehmen SFM, das Mitte der 50er Jahre die Marke Junak etablierte. Die bis zum Jahr 1965 produzierten Junak gelten heute als Klassiker polnischer Produktion und sind als gebrauchte Motorräder nur noch selten zu finden. Doch ein chinesischer Hersteller belebte später die Marke Junak neu. Unter dem Traditionsnamen kamen nun vor allem Klein- und Leichtkrafträder sowie Scooter und Mittelklassebikes unterschiedlicher Bauart in den Handel.

Die M07 und M10 sind die beiden Classic Bikes von Junak

Die Classic Bikes von Junak liefen ab dem Baujahr 1955/56 gut zehn Jahre bei SFM im polnischen Stettin vom Band. In der ersten Produktionsphase bis 1960 vermarktete der Hersteller seine Motorräder unter dem Namen Junak M07. Besonderheit der M07 und ihres leicht modifizierten Nachfolgers M10 : Sie erhielten Einzylinder-Viertaktmotoren mit 350 ccm Hubraum und gehörten damit in ihrer Klasse zu den leistungsfähigsten Modellen aus polnischer Produktion. Mit diesem Profil ihrer vornehmlich als Tourer gefertigten Maschinen rechneten sich die Polen durchaus auch Marktchancen im Export aus. In einigen Ländern waren die Junak M07 und M10 daher über Importeure offiziell erhältlich.

Die Entwicklung von der Junak M07 zur M10

Voluminöser Rundscheinwerfer, Teleskopgabeln vorne, tropfenförmige Tankverkleidung und lange Sitzbank mit einem fast sattelförmig gestalteten Fahrerplatz, mit diesen Ausstattungsmerkmalen orientierten sich die Naked Bikes der Baureihen Junak M07 und M10 am typischen Design der 50er Jahre Motorräder. Wichtigste optische Unterscheidungsmerkmale der M07 und M10 Junak-Generationen: Zu Beginn der 1960er Jahre erhielten die Touringmaschinen ein bis zum Lenkgestänge vorgezogenes Scheinwerfergehäuse mit breitem Chromring, das wie eine minimalistische Cockpitverkleidung wirkte und die vorherige Konstruktion mit dem freistehenden kleineren Rundgehäuse ablöste. Überdies zeichneten sich die Junak M10 nach dem Baujahr 1961 durch verbreiterte Schutzbleche an Vorder- und Hinterrad aus. Und auch technisch wertete der Hersteller seine Motorräder auf. Mit dem Übergang zum Modell M10 hob der Konstrukteur die Leistung bei den Tourern um zwei PS auf bis zu 19 PS an.

Junak Crossversionen und die Beiwagenbaureihen WB1 und W03A

Für noch etwas mehr Power als die Großserienmodelle Junak 350 waren die als Sportgeräte entwickelten Crossversionen der Baureihe ausgelegt, die unter dem Modellnamen Junak M07-C in kleinerer Serie vom Band liefen. Darüber hinaus gab es die Rallyevariante der Junak, die als M07-R das Programm ergänzte. Mit ihren Siegen bei internationalen Rennen sorgten die Crossmodelle dafür, dass sich der Ruf der Junak als leistungsfähige und wartungsarme Straßenmaschine festigte. Als weitere Varianten boten die Polen zudem Gespanne mit Beiwagen an, die je nach Baujahr unter den Bezeichnungen WB1 und WO3A auf den Markt kamen.

Umfangreicheres Motorradprogramm für Junak unter chinesischer Regie

Nachdem die Produktion der klassischen Motorräder in Polen Mitte der 1960er Jahre ausgelaufen war, gab es eine Junak für lange Zeit nur als gebrauchtes Motorrad zu kaufen. Das änderte sich erst mit dem Wiederaufleben der Marke unter der Regie eines chinesischen Herstellers. Die Asiaten brachten unter der Traditionsbezeichnung nun ein breiter gefächertes Zweiradprogramm auf die internationalen Märkte, das vom Klein- und Leichtkraftrad über Scooter und Großroller bis hin zu Motorrädern mit 320 ccm Hubraum reichte. Und auch die Beiwagen-Tradition von Junak ließen die neuen Markeneigner wieder aufleben, indem Sie ein Junak-Gespann in ihr Programm aufnahmen.

Die 50 ccm Junak werden nach dem Vorbild großer Bikes gestaltet

Mit dem Neubeginn von Junak sollte die polnische Traditionsmarke vor allem als Anbieter sportlich gestalteter Bikes etabliert werden. Da sollten gerade die Einsteigermodelle keine Ausnahme machen. In der Klasse der Kleinkrafträder mit 50 ccm Hubraum kamen Naked Bikes wie die Junak 904 und 901F, die im Endurostil gestaltete Junak 902 oder die in Anlehnung an große Sportler gestaltete 901S in den Handel. Die 50er Bikes mit Viertaktmotoren konnten je nach Ausstattung auf bis zu 3,5 PS zugreifen und damit auch als Sportgeräte bei Nachwuchswettbewerben genutzt werden.

Die 125 ccm Leichtkrafträder und Motorräder von Junak

Noch variantenreicher fiel das Programm von Junak in der Klasse der 125 ccm Motorräder aus. Als Leichtkraftrad brachte der Hersteller Sportmodelle wie die Junak Evo, NK 125 oder die Junak 122RS auf den Markt. Außerdem umfasste der Produktkatalog in der 125er Klasse klassische Tourer wie die Junak 131 sowie die als Bobber gebaute M16 und den Chopper der Baureihe M11. Besonderheit bei Junak: Innerhalb der Serie M16 bot der Produzent auch wieder ein Gespann an, das zu den wenigen seiner Art in der 125 ccm Hubraumkategorie gehörte. In der Mittelgewichtsklasse war Junak mit Naked Bikes wie der Evo 300 sowie mit dem Racer Junak M16 mit Zweizylindermotor und 320 ccm Hubraum präsent. Als zweites Spitzenmodell präsentierte sich die 320er Version des Choppers Junak M11.

Scooter und Großroller von Junak

Neben den Klein- und Leichtkrafträdern bildeten die Sportscooter der 50 ccm und 125 ccm Hubraumklassen weitere Schwerpunkte im Programm des Herstellers. Dabei setzte Junak vor allem auf Modelle mit Zweitaktmotoren, wie sie etwa mit den Junak 103 und 104 Einstiegsversionen in den Handel kamen. Allerdings fertigte der Produzent auch Motorroller mit Viertaktmotoren wie den Junak 611, den es ebenfalls als 125er Version gab. Obwohl eigentlich die bei Einsteigern besonders beliebten Zweiräder in Sportoptik im Vordergrund standen, zeigte Junak bei den 125 ccm Rollern doch auch ein vom Retrolook inspiriertes Modell, das als Junak 701 das Programm abrunden sollte. Spitzenmodell war der als Großroller antretende Jet Max. Sein flüssigkeitsgekühlter Viertakter mit Einspritztechnik verfügte über 250 ccm Hubraum und stellte dem mit gestufter Sitzbank sowie metallbelegten Trittleisten ausgestatteten Maxiscooter von Junak eine Leistung von bis zu 20 PS zur Verfügung.