Matchless gebraucht kaufen bei AutoScout24

Finden Sie Ihr Wunschfahrzeug
Leider haben wir derzeit keine passenden Fahrzeuge im Angebot. Folgende Alternativen konnten wir für Sie finden

Angebote zu Ihrer Suche

Angebote zu Ihrer Suche

Leistungsfähige Lifestyle-Motorräder machen Matchless bekannt

Für die Motorradhersteller gehört es schon bei der Präsentation einer Messeneuheit dazu, dem vorgestellten Modell ein Image mit auf den Weg zu geben, das dann zum Zeitpunkt der Markteinführung durch Werbekampagnen kommuniziert wird, um bestimmte Käufergruppen gezielt ansprechen zu können. Während das Marketing früher einzelne Aspekte wie die technischen Innovationen betonte, setzten die Hersteller in den letzten Jahren verstärkt darauf, mit ihren Produkten ein bestimmtes Lebensgefühl zu verkaufen. Motorräder wurden als Lifestyleobjekte in Szene gesetzt, und viele Unternehmen versuchten mit einem entsprechenden Merchandising, eine komplette Produktwelt mit zahlreichen Accessoires rund um eine Motorradmarke aufzubauen. Ganz so neu, wie smarte Werbe Glauben machen wollten, war dieser Ansatz allerdings nicht. Der britische Motorradproduzent Matchless hatte bereits in den 1920er Jahren mit ähnlichen Maßnahmen versucht, seine Marke populär zu machen. Matchless Motorräder wurden nicht zuletzt aufgrund ihrer spektakulären Designentwürfe und der passenden Bikerbekleidung zum Inbegriff leistungsfähiger britischer Zweiräder mit hohem Lifestyleanspruch. Von diesem Renommee profitierten die als Classic Bikes gehandelten historischen Modelle der Marke, die im Jahr 2014 mit dem Prototypen Model X Reloaded unter neuen Eigentümern wiederbelebt wurde.

Im Jahr 1969 läuft die Produktion von Matchless Motorrädern aus

Mit dem Neustart der Marke Matchless knüpfte der italienische Modeunternehmer und Motorraddesigner Malenotti an eine Tradition an, die bis ins Jahr 1878 zurückreichte. Zunächst als Produzent von Fahrrädern auf dem britischen Markt präsent, entwickelte sich Matchless unter der Gründerfamilie Collier Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem der bekanntesten Motorradhersteller Großbritanniens. Mit ihren Eigenkonstruktionen gewannen die Colliers fast drei Mal in Folge die ersten Wettbewerbe des legendären Straßenrennens auf der Isle of Man und sorgten so dafür, dass die Straßenmodelle von Matchless als Sportmaschinen wahrgenommen wurden. Ab den 1930er Jahren trat Matchless innerhalb des Firmenverbundes Associated Motor Cycles an der Seite von historischen Marken wie AJS, Norton oder Sunbeam an. Mitte der 1960er Jahre kam in einer neuen Gesellschaft mit Triumph ein weiterer Traditionshersteller in den unter staatlicher Regie geführten Verbund, in dem nun beinahe alle prominenten britischen Motorradmarken vereint waren. Die wirtschaftlichen Probleme der heimischen Zweiradindustrie konnten jedoch auch durch den Zusammenschluss nicht dauerhaft gelöst werden. Im Jahr 1969 lief mit der Baureihe P11 die Produktion von Matchless Motorrädern aus und damit verschwand eine der ältesten britischen Zweiradmarken vorerst vom Markt.

Mit der Neuauflage der G80 ist Matchless in den 80er Jahren kurzzeitig wieder präsent

Die Einstellung der Marke bedeutete jedoch nicht das endgültige Aus für den Hersteller. Im Jahr 1987 kehrte Matchless unter einem neuen Eigner mit dem Naked Bike G80 für gut fünf Jahre auf den Markt zurück. Mit der Neuauflage erinnerte der Hersteller an die Einzylindermaschinen der 500 Kubikklasse, die unter der Bezeichnung G80 und G80S/L im Zeitraum von 1949 bis 1966 das Programm von Matchless wesentlich mitgeprägt hatten. Sie gehörten auf dem Markt für gebrauchte Motorräder aufgrund ihrer langen Bauzeit zu den am häufigsten angebotenen Classic Bikes der Marke. Viele G80-Versionen kamen auch als individuelle Umbauten in den Verkauf, da die Motorräder der Baureihe in den 60er Jahren in der Szene als Café Racer gerne modifiziert wurden. Doch die G-Serie des britischen Produzenten umfasste seit den 1940er Jahren bis zum Ende der Produktion noch weitere Modelle, die in unterschiedlichen Hubraumklassen als Einzylinder oder Zweizylinder gebaut wurden.

Die meisten Classic Bikes von Matchless entstammen der G-Modellfamilie

In der Klasse der Zweizylindermaschinen mit 500 ccm Hubraum trat Matchless ab dem Jahr 1948 mit dem Naked Bike G9 an, das bis zum Jahr 1958 im Programm blieb. Nachfolger wurden die ebenfalls als Zweizylindermodelle gefertigten G12, die im Zeitraum von 1958 bis 1966 hergestellt wurden. Die G12 produzierte Matchless in diesem Zeitraum in unterschiedlichen Versionen als Crossmaschine CS oder als Roadster unter der Bezeichnung CSR. Die im Hubraum von 646 auf 738 ccm gesteigerten Bikes kamen im Jahr 1964 als Matchless G15/45 auf den Markt. Aufgrund ihrer nur zweijährigen Bauzeit gehörten die in der Leistung angehobenen Versionen zu den seltensten Modellen der G-Serie.

Mit der Silver Hawk hat Matchless in den 1930er Jahren ein V4-Modell im Programm

Eine weitere Variante stellte die G50 dar, die als Golden Eagle bekannt wurde und in den Jahren von 1958 bis 1963 in England vom Band lief. Der Beiname erinnerte an die V-Twins sowie die V4-Modelle, die Matchless in den 1930er Jahren als Silver Arrow und Silver Hawk in den Handel gebracht hatte. Mit seinen V4-Modellen gehörte Matchless zu den wenigen Herstellern, die bis Mitte der 30er Jahre mit einer Vierzylindermaschine in England präsent waren und damit das leistungsstarke Luxussegment abdeckten. Die Rolle des Spitzenmodells übernahm jedoch ein anderes Motorrad mit V2-Motor, das zu den spektakulärsten Entwürfen von Matchless gehörte.

Das Model X gilt als Design-Ikone von Matchless

Mit seinem langem Radstand, den beiden flossenartig geformten Endschalldämpfern sowie dem weit nach vorne verlagerten Sattel mit extrem tiefer Sitzposition fielen die Model X genannten V-Twins von Matchless bei ihrer Marktpremiere im Jahr 1930 auf. Obwohl die Optik der 990 ccm Bikes eher der von Racern entsprach, vermarkteten die Briten ihr leistungsfähigstes Modell als sportlichen Tourer, der sich auch mit Gepäckträger oder einem Beiwagen ausrüsten ließ. Im Jahr 1937 kam das Model X als Sports Tourist in überarbeiteter Form mit verkürztem Radstand auf den Markt und erhielt ein für verbesserten Alltagskomfort angepasstes Lenkgestänge mit zum Fahrer gerichteten langen Griffen. Mit einer Reisegeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern zählte das bis 1940 gefertigte Model X zu den schnellsten V2-Modellen von Matchless. Insbesondere die Versionen mit langem Radstand der Bauzeit von 1930 bis 1936 galten später als Design-Ikonen und nahmen daher auf dem Markt für gebrauchte Motorräder eine Sonderstellung ein.

Das 2014 vorgestellte Model X übernimmt viele Merkmale der ersten V2-Generation

Angesichts dieser Karriere verwunderte es nicht, dass es ausgerechnet das Model X war, mit dem die Marke Matchless ab dem Jahr 2014 wieder belebt werden sollte. Model X Reloaded nannte der italienische Markeneigner sein Konzept, das mit langem Radstand, freistehendem Hinterrad, Flossenschalldämpfern fast alle wesentlichen Merkmale der ersten Model X Generation übernehmen sollte. Technisch allerdings setzten die Reloaded-Modelle ganz neue Maßstäbe: Ihre V2-Motoren mit 1916 ccm hatten fast doppelt so viel Hubraum, wie die erste V2-Generation der Matchless-Baureihe.