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Im Markenverbund von Piaggio wird Scarabeo als eigene Rollermarke etabliert

Nach der Übernahme in den Konzern Piaggio im Jahr 2004 trat der Motorradhersteller Aprilia im Markenverbund vor allem als Anbieter von hubraumstarken Racern, Super Bikes und Sportmaschinen auf. Doch in den aktuelleren Baujahren präsentierte die Marke auch wieder kleine Maschinen, die als Replicas im Stil der großen Supersportler konstruiert waren. Ins Programm kamen zudem 50er und 125er Motorroller sowie stark motorisierte Scooter mit 300 ccm und 850 ccm Hubraum. Und tatsächlich konnte Aprilia in der Klasse der Roller auf eine lange Tradition zurückblicken. Zu den bekanntesten Modellen zählten die Scarabeo Scooter, die zu Beginn der 1990er Jahre in den Klassen von 50 ccm bis 500 ccm als Großradroller aufgelegt wurden. Den bereits in den 1970er Jahren zeitweise für ein Aprilia Motorcross Bike eingeführten Namen nutzte Piaggio dann ab 2012, um Scarabeo auf vielen europäischen Märkten als eigene Rollermarke zu etablieren.

Die Marke Scarabeo steht für Motorroller im klassisch-sportlichen Design

Um mehrere Rollermarken erfolgreich unter einem Dach führen zu können, entwarfen die Produktverantwortlichen bei Piaggio eine Strategie, mit der die Scooter der unterschiedlichen Marken sich klar voneinander abgrenzen und ein jeweils eigenständiges Profil erhalten sollten. Aprilia und Gilera waren dabei für die Sportscooter im jugendlichen Racinglook zuständig. Piaggios Kernmarke Vespa konzentrierte sich auf Retroroller und profitierte damit von der Nostalgiewelle, die dem italienischen Rollerbau einen neuen Boom bescherte. Es blieb eigentlich nur eine Lücke im Programm von Piaggio: Roller mit klassischen Designelementen, die zugleich einen sportlichen Auftritt hatten und die mit dieser Kombination unterschiedlicher Stile sowohl junge wie ältere Scooterfahrer ansprachen. Genau diese Rolle sollten die Scarabeo Scooter übernehmen, die mit ihrer reduzierten Karosserie und der 16 Zoll Bereifung zugleich auf Leichtigkeit und Fahrkomfort getrimmt waren.

In den 1990er Jahren entwickelt Aprilia das Profil für die Scarabeo Roller

Das Profil für die Marke Scarabeo hatte allerdings bereits Aprilia in den 1990er Jahren entwickelt. Lackierungen in Pastellfarben, eine reduzierte Frontverkleidung mit schmalem Beinschild, eine Heckkarosserie ohne Seitenverkleidung und insgesamt rundliche Formen, mit diesen Merkmalen hoben sich die 1993 erstmals gezeigten Scarabeo Roller im Stil von den sonst üblichen Rollerkonstruktionen ab. Und auch mit der Vielzahl der in den folgenden Jahren realisierten Motorausführungen unterschied sich Aprilia mit seiner Baureihe Scarabeo von der Konkurrenz. Die Folge dieser ungewöhnlichen Modellpolitik: Die Scarabeo Motorroller der 1990er Jahre tauchten auf dem Markt für gebrauchte Roller später in vielen unterschiedlichen Versionen und Leistungsstufen auf.

Die ersten Scarabeo Roller der Hubraumklassen von 50 ccm bis 150 ccm

Bereits bei seinem Einstiegsmodell in der Klasse der 50er Scooter realisierte der Hersteller zwei Versionen. So kam der Scarabeo 50 sowohl mit einem luftgekühlten Zweitaktmotor als auch mit einem Viertakter auf den Markt, der dem Roller eine Leistung von bis zu 3,2 kW (4,35 PS) zur Verfügung stellen konnte. Ebenfalls mit Zwei- und Viertaktaggregaten kam der Scarabeo 100 in den Handel, dem im Jahr 1999 eine 125er Version mit Wasserkühlung an die Seite gestellt wurde. Ergänzt wurde das Programm bei den Viertakt-Modellen durch den Scarabeo mit 150 ccm Hubraum, für den der österreichische Motorenbauer Rotax die Maschinen lieferte.

Die frühen Scarabeo Scooter der Hubraumklassen von 200 ccm bis 500 ccm

Für den Scarabeo 200 lieferten anfangs ebenfalls die Österreicher die Triebwerke. Dann stattete Aprilia die 200 ccm Motorroller der Baureihe Scarabeo mit Viertaktern aus, die aus der eigenen Entwicklungsabteilung stammten und eine Leistung von maximal 14 kW (19 PS) freisetzte. Beim Scarabeo 250 war es schließlich Piaggio, der die Maschinen mit 244 ccm Hubraum zulieferte. Und auch bei den Spitzenmodellen Scarabeo 400 und Scarabeo 500 sorgte Piaggio für die Motorisierung. Besonderheit der großen Scarabeo: Mit einem Chromgehäuse für den am Lenkgestänge montierten Rundscheinwerfer und einer breiten, gestuften Sitzbank machten die Modelle auch in der Optik deutlich, dass sie die Flaggschiffe der Baureihe Scarabeo waren.

Auch bei den neueren Scarabeo Rollern bleibt die typische Optik erhalten

Ovaler Lufteinlass mit Chromeinfassung im Frontanbau, flacher Scheinwerfer in Form einer Ellipse, LED-Rücklicht und eine verbreiterte Sitzbank mit kleiner Rückenstütze für die Modelle der größeren Hubraumklassen, mit diesen Neuerungen wartete die Scarabeo Roller auf, die nach der Ausgliederung der Aprilia-Baureihe zur eigenständigen Marke im Jahr 2012 aufgelegt wurden. Der eigenständige Auftritt und die charakteristische Optik der Scarabeo blieben dabei erhalten. Denn an den typischen rundlichen Karosserieausformungen der Scooter änderte sich vorerst nichts, und es blieb mit zwei Ausnahmen auch bei der gewohnten Bereifung mit 16 Zoll Pneus. Änderungen gab es allerdings bei den Ausstattungsvarianten: Ganz so üppig wie zuvor war die Auswahl der Hubraumklassen bei Scarabeo Scootern nun nicht mehr.

Die Scarabeo mit Einspritztechnik erfüllen die Euro 3 Abgasnorm

Bei seinen 50er Rollern blieb Scarabeo bei seinem bewährten Konzept, das Einstiegsmodell in zwei Varianten mit Zweitakt- und Viertaktmotor zu produzieren. In manchen Ländern kam der Scarabeo 50 allerdings nur als Viertakter mit Euro 2 Einstufung und einer Leistung von maximal 2,8 kW (3,8 PS) in den Handel. Als Gebrauchtroller waren die Zweitaktmodelle weiterhin zu haben. Ebenfalls nicht überall verfügbar war die 100 ccm Variante des Motorrollers, da die Importeure etwa in Deutschland auf die üblicheren 125 ccm Modelle setzten. Dort aber präsentierte Scarabeo in den neueren Baujahren eine Innovation: Die Scarabeo 125ie liefen mit einem Viertaktmotor mit Benzineinspritzung vom Band. Mit dieser Technik konnten die 125er Roller der Italiener die Vorgaben für die Abgasnorm Euro 3 erfüllen. Gleiches galt für die Scarabeo 200ie, die über 14 kW (19 PS) Maximalleistung verfügten.

Die Flaggschiffe von Scarabeo treten als 300er und 500 ccm Roller an

Ebenfalls fit für die Euro 3 Abgasnorm waren die Flaggschiffe von Scarabeo. Ins Programm kam zunächst ein 300 ccm Motorroller mit bis zu 16,1 kW (21,9 PS), der mit seinem wassergekühlten Viertaktmotor bis auf 125 Stundenkilometer beschleunigte. Besonderheit beim Scarabeo 300: Anders als die kleiner motorisierten Versionen mit ihrer 16 Zoll Bereifung lief der 300er Scooter mit Pneus im Format von 14 Zoll vom Band. Flaggschiff der Marke sollte wie in der ersten Generation das Modell der 500 ccm Hubraumklasse werden, das als Scarabeo 500 eine Leistung von 29 kW (39,4 PS) mobilisierte.