Massey Ferguson – Landmaschinen und Traktoren mit Tradition

Die Geschichte des Unternehmens Massey Ferguson reicht zurück bis in das Jahr 1847. In diesem Jahr wurde im kanadischen Newcastle im Bundesstaat Ontario die Massey Manufacturing Company von Daniel Massey gegründet. Die Firma konzentrierte sich vor allem auf die Produktion von Erntemaschinen. 1891 entstand durch die Fusion mit der A. Harris and Son Implement die Massey-Harris Company Limited. Zu dieser Zeit wurden vor allem mechanische und halbautomatische Erntehelfer von Massey produziert, die als Vorläufer der modernen Mähdrescher gelten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernahm man weitere Firmen in Kanada und den Vereinigten Staaten und begann mit der Produktion der ersten motorisierten Ackerschlepper. So entstand 1930 der Massey-Harris GP 15/22 mit einer Leistung von 20 Pferdestärken. Das 35 PS starke Model 101 von Massey Ferguson aus dem Jahr 1938 wurde in Nordamerika fast 30.000 Mal verkauft und ist heutzutage als Gebrauchtfahrzeug vor allem bei Liebhabern gefragt. Zu jener Zeit produzierte man noch keine eigenen Motoren und griff auf Aggregate der Sir John Blacks Standard Motor Company, der Continental Motors Company oder von Ford zurück. Der Name Massey Ferguson entstand dann 1953, als man eine Fusion mit dem britischen Traktorenhersteller Harry Ferguson Limited einging, wobei bis 1958 die Maschinen unter der Firmierung Massey-Harris-Ferguson angeboten wurden. Auch das nach wie vor verwendete rote Firmenlogo mit den Dreiecken wurde zu dieser Zeit entworfen. Bis 1953 waren die Maschinen und Traktoren dazu in Silber lackiert, das typische Rot wurde ebenfalls erst ab 1953 verwendet. In den darauffolgenden Jahrzehnten baute man das Geschäftsfeld aus und fertigte neben Traktoren auch Baumaschinen, Mähdrescher und andere Erntehelfer sowie Motoren. Weiterhin erweiterte man die Absatzmärkte und wurde weltweit tätig, wobei Traktoren von Massey Ferguson in vielen Ländern auch in Lizenz gefertigt werden.



Innovationen in der Geschichte von Massey Ferguson

Mit einigen technischen Neuerungen brachte Massey Ferguson die Entwicklung im Bereich der Traktoren maßgeblich voran. So geht die 3-Punkt-Hydraulik, die zum Standard an allen Traktoren geworden ist, auf eine Erfindung von Massey Ferguson aus den 1930er Jahren zurück. Ungefähr zur gleichen Zeit, um 1938, führte der Konzern den ersten selbstfahrenden Mähdrescher ein, das Modell No. 20. In den 50er Jahren war Massey Harris einer der Vorreiter in der Entwicklung des Allradantriebs bei Ackerschleppern und brachte erste Modelle dieser Art auf den Markt. In jüngerer Vergangenheit führte der Hersteller dann stufenlose Getriebe bei allen Traktoren ein. Dies ermöglichte eine individuelle Geschwindigkeit bei niedriger Drehzahl, was wiederum Treibstoff sparte und die Leistungsfähigkeit verbesserte.



Traktoren aus unterschiedlichen Zeiten

Die zahlreichen Modelle von Traktoren und Ackerschleppern mit Benzin- und Dieselmotoren, die von Massey Ferguson seit 1930 gefertigt werden, sind auch vielfach gebraucht erhältlich. Aufgrund des langen Produktionszeitraums unterscheiden sich diese dabei in vielen technischen Details und Eigenschaften. Das erste wirklich kommerziell erfolgreiche Modell war der TE 20, welcher von 1946 bis 1956 gebaut wurde und sich über eine halbe Million Mal verkaufte. Dieser kompakte und robuste Schlepper ohne Fahrerkabine verfügte über einen 30-PS-Motor und ist als Gebrauchtfahrzeug ein beliebtes Sammlerstück. Auf dem TE 20 aufbauend brachte Massey Ferguson im Jahre 1956 den MF 35 auf den Markt. Dieser wurde mit verschiedenen Diesel- und Benzinmotoren ausgeliefert und war der erste Traktor, der im bis heute typischen Rot lackiert wurde. Mitte der 60er Jahre führte Massey Ferguson mit der Serie MF 130 stark unterschiedliche ausgerüstete Traktoren für viele Einsatzzwecke ein. So gab es diesen Traktor als Schmalspurversion mit niedrigem Profil für Weingärten oder auch als Traktor mit besonders hoher Unterbodenfreiheit. 1969 brachte Massey Ferguson mit dem MF 1080 den ersten weitverbreiteten Schlepper mit Allradantrieb und einer Leistung von 88 PS auf den Markt. In den 70er Jahren bot der Hersteller die Serien MF 200, MF 260 und MF 500 an, die von der Kundschaft gut angenommen wurden und die man auch heute noch in Form von Gebrauchtfahrzeugen oftmals antrifft. Bei den modernen Traktor-Serien bietet Massey Ferguson Modelle in faktisch allen Größenordnungen an. Hierbei ist etwa der Kompakttraktor MF 1500 als Einstiegsmodell mit 46 PS zu nennen, der primär für den Garten- und Landschaftsbau konzipiert ist. Anhand der steigenden Seriennummer lässt sich auch die Größe der Maschine ableiten. So gehören die Serien MF 3600 bis 6400 zur Mittelklasse, während der MF 8600 mit einer Leistung von bis zu 370 PS zu den Großtraktoren gehört. Bei den Schleppern ab einer Leistung von über 100 PS gebraucht Massey Ferguson seit dem Jahr 2010 Motoren des finnischen Herstellers Sisu. Die Fertigung der Traktoren in Europa findet dabei im französischen Beauvais statt.



Mähdrescher und andere landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge

Ebenso lange wie die Firma Schlepper und Traktoren produzierte, baute man auch Mähdrescher in verschiedenen Abwandlungen. Bis um 1900 handelte es sich dabei vor allem um Maschinen mit Dampfantrieb oder Mähdrescher, die von Pferden gezogen wurden. Mit der fortschreitenden Verbreitung der Verbrennungsmotoren hielten diese zwischen 1910 und 1940 auch Einzug bei den Mähdreschern und sorgten dann nicht nur für den Antrieb, sondern bewegten auch die Dresch-, Abscheide- und Reinigungssysteme des Gefährts. Heutzutage handelt es sich bei den Mähdreschern von Massey Ferguson um vollautomatische Erntemaschinen, die in verschiedenen Größenklassen angeboten werden. Der MF Activa 7240 für den europäischen Markt bildet mit einer Leistung von 176 PS den Einstieg in die Erntehelfer und verfügt über einen Korntank mit einer Kapazität von 5200 l. Die Schnittbreite liegt dabei zwischen 4,2 und 6,6 m. Am anderen Ende des Portfolios steht der MF Centora 7382. Dieser hat ein Korntankvolumen von 12.500 l und leistet 404 PS. Weiterhin verbaut Massey Ferguson bei den Mähdreschern ein automatisches Lenksystem auf GPS-Basis. Diese halten das Gefährt optimal in der Spur und sorgen so für eine volle Ausnutzung der Schnittbreite. Auch als Gebrauchtfahrzeug sind die unterschiedlichen Modelle der Mähdrescher von Massey Ferguson weit verbreitet und verfügbar. Weiterhin gehören Ballenpressen zum Produktsortiment des Herstellers. Diese gibt es als Rundballenpresse, konventionelle Ballenpresse und als Quaderpresse. So können Heuballen in unterschiedlichen Größen und Formen gepresst werden. Die Serie MF 2200 etwa zählt zu den Quaderballenpressen und ist mit Kammergrößen von 800 bis 1300 mm erhältlich.

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