Die Entwicklung des Raupenantriebs

Vom Betrieb schwerer Nutzfahrzeuge aufgewühlte Böden stellen in der Bauwirtschaft sowie im Forst- und Agrarsektor ein ernsthaftes Problem dar. Der Grund: Der Zugang zur Baustelle oder die Arbeit im Wald und Feld wird für Mensch und Maschinen erschwert. Zu Beginn der Entwicklung motorisierter Nutzfahrzeuge galt deren Einsatz aus diesem Grund gerade in der Landwirtschaft als problematisch. So war es kein Zufall, dass mit dem Raupenantrieb für einen Traktor zuerst für diesen Sektor ein alternatives Antriebskonzept erdacht wurde. Die entscheidenden Vorteile der Raupen: Unabhängig von Aufbau und Einsatzzweck erlauben Raupen ein bodenschonenderes Arbeiten, da sie das Fahrzeuggewicht gleichmäßiger als Räder auf den Untergrund verteilen. Überdies sorgen die Ketten dafür, dass Raupen geländegängiger und steigfähiger sind als Nutzfahrzeuge mit herkömmlichem Radantrieb. Allessamt Vorteile, die auch bei schweren Baufahrzeugen zum Tragen kommen. Nach der Landwirtschaft war es daher dieser Wirtschaftszweig, in dem sich der Raupenantrieb als Standard bei verschiedenen Baumaschinen durchsetzte.

Raupen mit Planierschilden

Die klassische Raupe wurde insbesondere für Erd- und Rodungsarbeiten entwickelt und kommt vor allem im Bausektor sowie in der Forstwirtschaft zum Einsatz. Die Planierraupen gehören mit einem Fahrzeuggewicht ab etwa 15 Tonnen und ihren mehrere hundert PS leistenden Motoren zu den schwersten Baumaschinen. Sie lassen sich mit unterschiedlichen Planierschilden mit Volumen von über 20 Kubikmetern sowie mit Heckreißzähnen ausrüsten und sorgen mit ihren Kettenlaufwerken zugleich für eine Verdichtung des bearbeiteten Bodens.

Raupen mit Ladeschaufeln

Als Alternative zu den Planierschilden können Raupen als Dozer auch mit Ladeschaufeln zum Transport des Aushubs ausgestattet werden. Die kleinsten, handgeführten Laderaupen mit 200-Liter-Schaufeln haben ein Betriebsgewicht von gut vier Tonnen und eine Breite von unter einem Meter. Vorteil der Kompaktraupen: Sie können auch mit anderen Anbaugeräten wie Greifern, Palettengabeln oder Hydraulikhämmern ausgerüstet werden. Die größeren Standard-Laderaupen haben ein Betriebsgewicht zwischen 20 und 30 Tonnen und können in ihren Ladeschaufeln über drei Kubikmeter fassen.

Sonderformen von Raupen

Wegen ihrer guten Geländeeigenschaften auch auf glatten Untergründen haben einige Hersteller von Raupenfahrzeugen spezielle Nutzfahrzeuge konzipiert, die als Pistenraupen zur Bearbeitung von Schneeflächen zum Einsatz kommen können. Diese Raupen haben besonders breite Kettenlaufwerke, um die Auflagefläche zu erhöhen. Mit ihren Planierschilden erreichen Pistenraupen Arbeitsbreiten von rund vier Metern.

Wichtige Produzenten von Raupenfahrzeugen

Bobcat (Kompaktraupe Bobcat T 300 u.a.); Caterpillar (Laderaupe Caterpilla 941 B u.a.); Fiat-Allis (Laderaupe Fiat-Allis FL 14 u.a.); Hanomag (Planierraupe Hanomag D 60 DS u.a.); Komatsu (Raupe Komatsu D 155 AX u.a.); Leitner (PistenraupeLeitner LH 500 u.a.); Liebherr (Planierraupe Liebherr 724 u.a.); Mitsubishi (Planierraupe Mitsubishi MKM 70 u.a.).

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