Seilbagger zählen zu den Baumschienen für den Erdbau, die zum Lösen und Transportieren von Boden und Gestein verwendet werden. Die Bewegung erfolgt mithilfe von Drahtseilen und Windwerken, was den grundsätzlichen Unterschied zu anderen Schaufelbaggern ausmacht. Seilbagger können damit auch ganz anderen Anforderungen gerecht werden und auch mit Erdbohrern oder Abrissbirnen ausgestattet oder auch als Kran verwendet werden. Ein sogenannter Unterwagen trägt bei Seilbaggern einen schwenkbaren Oberwagen, wobei dieser auch auf einer Portalkonstruktion oder einem Schwimmponton fixiert sein kann. Als Fahrwerk beziehungsweise Unterwagen kommen prinzipiell fünf verschiedene Typen zum Einsatz: das Gleislaufwerk, das Radfahrwerk, das Raupenfahrwerk, das Schreitfahrwerk sowie der Schwimmponton.

Oberwagen, Drehkranz und Tragwerk

Im Oberwagen befinden sich sämtliche Einrichtungen des Seilbaggers: Dazu gehören sowohl die Antriebssteuerung als auch die Steuerung für Getriebe, Windwerk, Grabeeinrichtung und Führerhaus. Zur Sicherung sind alle Elemente mit einem massiven Tragwerk sowie mit dem Oberteil des Drehkranzes fest verbunden. Der Drehkranz stellt die Verbindung zwischen Oberwagen und Unterwagen her und ermöglicht die Drehbewegung. Entweder nimmt ein doppelter Kugeldrehkranz oder ein Rollendrehkranz die Kippmomente des Oberwagens auf. Die Schwenkbewegung ermöglicht ein Zahnkranz mit Innen- oder Außenverzahnung, die über das Drehkreuz abgeleiteten Kräfte nimmt das Tragwerk auf und gibt sie an das Fahrwerk weiter. Neuere Modelle sind normalerweise mit Hydrostatikmotoren ausgestattet.

Antrieb und Windwerk

Der Antrieb eines Seilbaggers erfolgt je nach Modell entweder mit einem oder mehreren Motoren. Einmotorige Seilbagger arbeiten in der Regel mit einem Dieselmotor, der die Bewegungen über die Kupplung und das Getriebe erzeugt. Bei mehrmotorigen Ausführungen steuert jede Gruppe ein separater Motor, wobei es sich dann normalerweise um Elektromotoren handelt. Die Grabgefäße bewegen bei Seilbaggern ausschließlich Stahlseile über Seilwinden. Einmotorige Bagger öffnen zur Erzeugung der Bewegung die Kupplung, bei mehrmotorigen Modellen dirigieren eigenständige Motoren die Seilwinden und die Stahlseile. Ein hydraulischer Antrieb der Winden ersetzt bei modernen Seilbaggern die Mechanik. Es gibt eine Vielzahl von Herstellern für Seilbagger, wie beispielsweise Liebherr, Weserhütte, Sennebogen oder Bauer Maschinen. Der Bauer Seilbagger MC ist ein Spezialtiefbaubagger mit mechanischen Seilgreifern im Zweiseilgreiferbetrieb, der sich mit Schlitzwandgreifer, Pfahlbohrgreifer, Tiefenrüttler, Vibrationsrüttler, Fräse oder Flydrill ausrüsten lässt. Die Motoren liefern in der Regel etwa zwischen 120 kW und 700 kW Leistung, wobei die Länge der Ausleger ebenfalls stark variiert und je nach Einsatzgebiet etwa zwischen 8 und 80 Metern bei einer Tragkraft von 32 Tonnen bis 200 Tonnen liegt.
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