Teleskoplader als vielseitige Arbeitsmaschinen

Teleskoplader sind auch unter den Bezeichnungen Teleskoparmstapler, Telehandler und Teleskopstapler bekannt. Es handelt sich um fahrbare Baumaschinen, die in Form von Ausrüstungsträgern konzipiert sind. Nutzer bestücken die Maschinen situationsabhängig mit den passenden Ausrüstungsteilen. Diese Flexibilität ermöglicht das Bewältigen verschiedenster Aufgaben, beispielsweise in der Landwirtschaft oder im Bau. Zu den häufigsten Einsatzgebieten gehören das Transportieren und Stapeln großer Lasten.


Die Anfänge der Teleskoplader

In der Vergangenheit war das Arbeiten in der Landwirtschaft und auf dem Bau mit einem hohen körperlichen Krafteinsatz verbunden. Zwar müssen Handwerker und Landwirte auch heute noch enorme Leistungen erbringen, allerdings haben sich die Anforderungen aufgrund moderner landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen deutlich verändert. Teleskoplader wurden entwickelt, um flexibel mit unterschiedlichen Arbeitsgeräten ausgestattet werden zu können.
Nach und nach schufen die Hersteller immer weitere Ausrüstungsgerätschaften, sodass sich die Einsatzgebiete nach und nach vergrößerten. Man nutzte demnach ein einziges Fahrzeug, um beispielsweise Schüttgut oder Palletten zu transportieren, Gruben auszuheben und Strohballen zu greifen. Besondere Anforderungen ergaben sich, da die Fahrzeuge für das Feld ebenso wie für den Straßenverkehr geeignet sein mussten.


Wer stellt die Teleskoplader her?

Zu den bekanntesten Herstellern gehören DEUTZ-FAHR, CLAAS, Bobcat und Caterpillar. Der Markt für die Teleskoplader ist breit gefächert: Liebherr, John Deere und Komatsu sind ebenso vertreten wie Manitou, Magni und Kramer. Viele der Hersteller haben sich nicht nur auf Teleskoplader, sondern auf eine vielfältige Angebotspalette spezialisiert.
New Holland stellt neben Teleskopladern beispielsweise auch Traktoren, Mähdrescher und Bagger her. Weidemann ist für die Teleskoplader, die Radlader und Hoftracs bekannt. Merlo fertigt ebenfalls Baumaschinen der unterschiedlichsten Art. Ein beliebtes Modell ist der Merlo P 75.9 CS, der mit einem 156 PS starken Motor erhältlich ist. Die Tragkraft beträgt 7000 kg bei einer maximalen Hubhöhe von 8,6 m. Zu den Besonderheiten zählen die Klimaanlage, der Schnellwechselrahmen und die hydraulische Geräteverriegelung.
Ein weiteres Modell ist der JCB TM220 Agri, der über einen 75 PS starken Motor verfügt. Die Tragkraft beträgt 2000 kg, die Hubhöhe reicht bis 4,56 m. Besonderheiten sind die Radiovorbereitung, die Scheibenwischer für das Dachfenster und die Komfortkabine. Der Dieci Agri Star 40.7 EV02 ist mit einem 116 PS starken Motor erhältlich. Der Hersteller beziffert die Tragkraft mit 4000 kg und die maximale Hubhöhe mit 7,2 m. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs beträgt 40 km/h.


Wie werden die Teleskoplader genutzt?

Ein etwas spezielleres Anwendungsszenario dieses Fahrzeugtyps ist etwa das Beschneiden von Bäumen am Straßenrand. Die Teleskoplader werden mit Arbeitsplattformen oder Arbeitskörben ausgestattet. Die Arbeiter erhalten geeignetes Sägewerkzeug und stellen sich auf die Plattform. Der Fahrer der Maschinen passt die Arbeitshöhe der Plattform flexibel an die Baumhöhen an.
Teleskoplader können aber auch mit einer Schaufel ausgestattet werden und bodennah sowie in der Höhe arbeiten. Sie heben Erdreich hoch, schieben Massen zusammen oder reichen Baustoffe in das 1. Stockwerk des Haus-Rohbaus hoch. In der Landwirtschaft werden sie gerne genutzt, um Heu- oder Strohballen sowie andere sperrige Dinge zu transportieren.


Die technischen Unterschiede der Teleskoplader

Ein wichtiges Auswahlkriterium ist die Tragfähigkeit. Spitzenreiter in der Branche ermöglichen bis zu 25 t oder gar 30 t. Die meisten Teleskoplader verfügen über einen hydraulischen Hauptantrieb, der als Unterflur-Mittelaggregat zwischen den Fahrachsen positioniert ist. Das Fahrgetriebe ist für 2 Gangstufen ausgelegt, den Arbeitsgang und den Transportgang.
Übliche Geschwindigkeiten liegen zwischen 10 km/h und 50 km/h. Die Hubhöhen reichen teilweise über 30 m. Um das optimale Arbeiten zu ermöglichen, sind die Fahrerkabinen meistens als Dauerarbeitsplätze eingerichtet. Aus Sicherheitsgründen besitzen viele Teleskoplader eine elektronische Überlast-Warneinrichtung.


Unterschiedliche Ausführungen der Teleskoplader

Die Fahrzeuge lassen sich in verschiedene Untergruppen unterteilen – etwa die Starrahmenmaschinen, die Rotormaschinen und die Semistarrahmenmaschinen. Letztere besitzen einen Fahrzeugrahmen, der auf der Vorderachse hydraulisch seitlich geneigt und geschwenkt werden kann. Rotormaschinen sind mit einem unbegrenzt schwenkbaren Oberwagen versehen.
Eine Gemeinsamkeit ist der permanente Allradantrieb, wobei die optimale Geländegängigkeit durch die pendelnde Hinterachse unterstützt wird. Die Allradlenkung ermöglicht verschiedene Betriebsarten: Im Falle der Gleichlauflenkung sind selbst kleinste Wendekreise möglich, da beide Achsen einen gleich großen und entgegengesetzten Radeinschlag aufweisen.
Die Vorderachslenkung ist optimal für die schnelle Straßenfahrt geeignet. Bei der Hundeganglenkung/Krabbenlenkung ist die parallele Ausführung von Rück- und Seitwärtsbewegungen beziehungsweise von Vor- und Seitwärtsbewegungen möglich. Diese Funktion ist für das Manövrieren auf engstem Raum von Vorteil.


Die verschiedenen Ausrüstungen für den Teleskoplader

Für die Teleskoplader sind Stapelgabeln und Stapelzinken in diversen Längen erhältlich. Alternativ stehen auch Mischschaufeln und Ladeschaufeln unterschiedlichster Ausführung zur Auswahl bereit. Optional können die Teleskoplader mit Schaufeln inklusive hydraulischer Niederhalter ausgerüstet werden. Weitere Ausrüstungsvarianten sind Schnecken-Erdbohrer, Ballenzangen, Hubarbeitsbühnen und Arbeitskörbe. Möglich ist auch das Anbringen von Gittermasten ohne und mit Winde sowie von hydraulischen Seilwinden.


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