Die Vibrationsplatte ist ein wichtiges Werkzeug, das praktisch auf jeder Baustelle zum Einsatz kommt. Es handelt sich dabei um eine motorbetriebene Maschine zur Verdichtung des Bodens. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Vibrationsplatten, die oft auch Rüttelplatten genannt werden: die vorwärtslaufende Variante und die vor- und rückwärtslaufende Version, die sogenannte reversierende Vibrationsplatte. Grundsätzlich eignet sich die Rüttelplatte zum Verdichten mittelgroßer Flächen, für große Flächen kommen Vibrationsstampfer beziehungsweise Straßenwalzen zum Einsatz.

Funktionsweise der Vibrationsplatte

Bei einer Vibrationsplatte treibt ein Motor eine integrierte Unwucht in Abhängigkeit vom Modell entweder mit einer Welle oder zwei respektive drei Wellen an. Aufgrund des Ungleichgewichts entstehen Zentrifugalkräfte, die die Baumaschine bei jeder Umdrehung der Unwucht kurzzeitig einige Millimeter vom Boden anheben. Aus der Wucht resultiert die Vorwärts- beziehungsweise Rückwärtsbewegung des Rüttlers, durch das Herunterfallen der Platte verdichtet sich der Boden. Die Vibrationsplatte nutzt die physikalischen Gesetze der kinetischen Energie in Verbindung mit der Zentrifugalkraft, um eine hohe Flächenpressung zu erreichen. Das Betriebsgewicht einer Rüttelplatte liegt etwa zwischen 40 kg und 1,2 t, wodurch in Abhängigkeit der Plattengröße ein Verdichtungskraft von 10 kN bis 130 kN erreicht wird. Angetrieben werden die Rüttler meistens mit Verbrennungsmotor, gelegentlich auch elektrisch. Zu den Anbietern von Rüttelplatten mit Benzinmotor zählen Denqbar, Lumag oder Weber, die Mehrheit der Hersteller bevorzugt jedoch Dieselmotoren.

Ausstattungen der Vibrationsplatten

Typische Ausstattungsmerkmale einer Vibrationsplatte sind beispielsweise stabile Stahlgusserreger, wartungsfreie Kupplungen, seitliche Abgasabführung und Ölmangelsicherung. Eine Vielzahl der modernen Rüttelplatten wird inzwischen mit einer sogenannten flächendeckenden Verdichtungskontrolle ausgerüstet. Sensoren untersuchen während des Rüttelns den Untergrund und zeigen den Grad der Verdichtung an. Zudem informiert das System, wenn sich im Boden Schwachstellen befinden, die unter Umständen dazu führen, dass sich das Erdreich später nochmals setzt. In der Regel befinden sich bei dem Messsystem die Sensoren auf der Grundplatte des Rüttlers. Während der Verdichtung erkennt der Sensor sich veränderndes Schwingungsverhalten und gleicht die Aufnahmen mit einem Frequenzband ab. Die Vorteile der Vibrationsplatten mit Messsensoren sind offensichtlich: punktgenaues Arbeiten und weniger Nachbesserungen. Die ersten Vibrationsplatten dieser Art entwickelte 2004 die Universität Siegen in Zusammenarbeit mit der Weber Maschinentechnik. Die zurzeit stärkste und modernste Rüttelplatte auf dem Markt ist die Wacker DPU 130. Die Vibrationsplatte besitzt neben Bordcomputer, Diebstahlschutz, Überlastungssensoren und Ähnlichem eine geteilte Untermasse, die das Manövrieren und damit ein exaktes Arbeiten erleichtert. Die Bedienung erfolgt bei diesem Gerät mithilfe einer Infrarot-Fernsteuerung, eine Nahfeldkontrolle verhindert dabei, dass sich die Vibrationsplatte außerhalb der Sichtweite des Bedieners bewegt.
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