Bobcat Company: kompakte und vielseitige Laderfahrzeuge

Die Bobcat Company ist ein führender Entwickler und Hersteller von Kompakt- und Teleskopladern. Zudem ist sie für ihre Kompaktbagger für die Bereiche Landwirtschaft und Gartenbau sowie für Bergbau und Kommunalwirtschaft bekannt. Gleich mit seinem ersten Kompaktlader M400 und der damit eingeführten Panzersteuerung machte Bobcat sich einen Namen und wurde zum Vorreiter für Innovationen.


Die Wurzeln der Marke Bobcat liegen in der US-amerikanischen Melroe Manufacturing Company in Norddakota, die im Jahr 1947 gegründet wurde. Anfang der 1960er Jahre brachte Melroe den ersten Kompaktlader auf den Markt und legte damit den Grundstein für sein Wachstum und seine spezifische Produktpalette. Während der Zeit entstand auch der Markenname Bobcat (zu deutsch: ‚Rotluchs’). Mitte der 1960er Jahre erfolgte der Markteintritt in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten mit einer vorübergehenden Produktionsstätte in Deutschland. Die Bobcat Company verlegte Anfang 2017 ihren Sitz vom belgischen Waterloo nach Dobris in der Tschechischen Republik. Seit 2007 ist sie Teil des börsennotierten südkoreanischen Mischkonzerns Doosan.


Bobcat unterhält weltweit viele Produktionsstandorte und verfügt über ein sehr breites Produktportfolio an Kompaktladern, Kompaktbaggern und Teleskopladern mit einer Vielfalt an Anbaugeräten für Spezialeinsätze. Als Antriebsaggregat dient in der Regel der von Bobcat selbst entwickelte D34-Dieselmotor, der in den Leistungsvarianten 75, 100 und 130 PS zur Verfügung steht. Die Motoren mit Ladeluftaufladung arbeiten mit elektronischer Hochdruck-Common-Rail-Einspritztechnik, Abgasrückführung und sind mit Oxidationskatalysator ohne Partikelfilter ausgerüstet. Die Abgaswerte erfüllen damit die seit 2014 geltende höchste Abgasstufe EU IV oder Tier 4. Die Anbaumöglichkeiten für Kompakt- und Teleskoplader sind sehr vielfältig und betreffen hauptsächlich verschiedenste Spezialgreifer und -schaufeln für Land- und Forstwirtschaft. Für Lader mit Raupenfahrwerk finden sich unter anderem Kehrmaschinen, Erdbohrer, Betonmischer, Betonpumpen und viele andere nützliche Anbaugeräte.


Bobcat als Vorreiter für Innovationen

Bobcat kann auf einige Innovationen zurückblicken, die später auch bei den Wettbewerbern als Standard eingeführt wurden. Beispielsweise entwickelte das Unternehmen mit dem M400 den ersten Kompaktlader mit Panzersteuerung, der ab 1960 auf dem US-Markt verfügbar war. Die Skid-Steer-Lenkung des Fahrzeugs, das mit 4 nicht lenkbaren Rädern ausgerüstet ist, erfolgt über Abbremsen oder Beschleunigen der Räder jeweils einer Seite. Dadurch kann sich der Kompaktbagger auf der Stelle drehen. Weitere Neuerungen bestanden in der Einführung des stufenlosen hydrostatischen Antriebs für Kompaktlader sowie in der Entwicklung eines Überrollschutzes für den Fahrer Anfang der 1970er Jahre.


2011 brachte das Unternehmen mit dem A770 seinen ersten Allradlenker (all-wheel-steer) auf den Markt, der auch über den sogenannten Hundegang verfügt. Das bedeutet, dass alle 4 Räder den gleichen Einschlagwinkel einnehmen können und das Fahrzeug sich schräg nach vorn oder hinten bewegen kann.


Die Kompaktlader im Produktportfolio von Bobcat

Bobcat verfügt über mehr als 50 Jahre Entwicklungs- und Produktionserfahrung mit Kompaktladern. Das Gesamtangebot lässt sich in Modelle mit Skid-Steer (Rutschlenkung), mit Kettenfahrwerk (Raupenlader) und solche mit All-Wheel-Steer (Allradlenkung) unterteilen. Die Kompaktlader mit Rutschlenkung (S-Modellserie) gibt es jeweils in verschiedenen Leistungsklassen. Das Portfolio dieser Fahrzeuge reicht vom S70 mit einer maximalen Hebelast von 686 kg bis zum S850, der maximal 3700 kg stemmt. Die einzelnen Modelle unterscheiden sich auch in Ausstattung und in den Anbaumöglichkeiten. Der Kleinste, der Bobcat S70, passt mit einer Gesamtbreite von 91 cm fast durch jede Tür und kann seine Vorteile ausspielen wo schwereres Gerät keinen Zugang hat. Insgesamt über 60 verschiedene Anbaugeräte stehen für die Kompaktlader zur Verfügung.


Das Angebot an Kompaktladern mit Raupenfahrwerk reicht vom MT55 Minitrackloader mit einer Hubleistung von 732 kg bis zum T870, der 4931 kg heben kann. Der Minitrackloader MT55 punktet wie der S70 mit der geringen Breite von 90,4 cm, die ihn dazu befähigt, fast durch alle Türen zu passen und aufgrund der großen Auflagefläche der Raupen mit nur geringem Bodendruck zu arbeiten. Im Portfolio befindet sich auch der A770 mit einer maximalen Hublast von 3100 kg. Der Kompaktlader ist das einzige Modell, das von Allradlenkung auf Skid-Steer umschaltbar ist. Die Allradlenkung bietet den Vorteil, dass der Boden bestmöglich geschont wird, weil kein Rutschen wie beim Skid-Steer erfolgt. Die Allradlenkung erlaubt darüber hinaus parallele Schrägfahrten.


Teleskoplader von Bobcat erobern den Markt

Teleskopische Lader erfreuen sich wegen ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit zunehmender Beliebtheit. Bobcat unterscheidet bei den angebotenen Modellen zwischen starren Teleskopen und Roto-Teleskopen. Erstere können das jeweils angebaute Arbeitsgerät wie Baggerschaufel, Palettengabel oder Arbeitsplattform in einer Richtung ausfahren und heben. Letztere erlauben eine Drehung um 360° und sind besonders für Arbeitsplattformen sehr gut geeignet. Bei Arbeiten an Fassaden oder großen Fenstern erübrigen die drehbaren Teleskoplader meist die Installation von Arbeitsgerüsten.


Die starren Bobcat-Teleskoplader decken einen Leistungsumfang von 2600 kg Hubkraft bis 4000 kg ab mit einer maximalen Hubhöhe von 5,8 m bis zu 17,5 m. Das Spektrum der drehbaren Teleskoplader bewegt sich in einem höheren Leistungsbereich von 3800 kg Hubkraft bis maximal 5000 kg bei Hubhöhen von 15,7 m bis maximal 20,5 m. Die angegebenen maximalen Arbeitsleistungen für die einzelnen Modelle werden erreicht, wenn man die Standfläche durch Aufbocken auf die integrierten Bodenstützen entsprechend erweitert.


Kompaktbagger der E-Serie: viel Leistung auf engem Raum

Das Charakteristikum der Kompaktbagger besteht darin, dass das Heck bei der Drehung nicht über die Breite der Raupenketten hinausragt, was beispielsweise bei Straßenbaustellen mit fließendem Verkehr sehr wichtig sein kann. Einige Modelle der unteren Leistungsklasse verfügen über die Möglichkeit, die Spurweite kurzfristig zu verkleinern, um auch engere Türen oder Gartentore passieren zu können. Die maximale Grabtiefe bei Kompaktbaggern der E-Serie reicht von 1,82 m beim E08, dem kleinsten Modell bis zum E85, der bis zu 4,72 m tief baggern kann. Die Gewichtsklasse reicht von 1138 kg beim E08 bis 8600 kg beim E85. Angetrieben werden die Bagger der E-Serie von Kubota Dieselaggregaten. Eine Ausnahme bilden die beiden stärksten Modelle, der E62 und E85, die beide von einem Yanmar-Dieselmotor mit Common-Rail-Einspritzung angetrieben werden.


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