Claas – Pionierarbeit in der Landtechnik

Die KGaA mbH zählt zu den ältesten europäischen Unternehmen im Landmaschinenbereich. Das Unternehmen wurde 1913 von August Claas gegründet und zählt mittlerweile zu den weltweiten Technologie- und Marktführern seiner Branche. 2010 lag der Betrieb aus Gütersloh im weltweiten Marktvergleich auf Platz 4. In Europa gilt Claas als Marktführer für Feldhäcksler und Mähdrescher. Zudem produziert das Unternehmen Heuwender, Ballenpressen, Ladewagen und vieles mehr.

Claas erste Schritte erfolgten über die Herstellung von Strohbindern. Der im Firmenlogo enthaltene Knoter weist auf diesen Teil der Firmengeschichte hin. In den 30er Jahren erkannte Claas die große Bedeutung des Mähdreschers für die Zukunft der Landwirtschaft. Während diese in den USA längst etabliert waren, rief der Plan, einen europäischen Mähdrescher zu bauen, in der Anfangszeit Ablehnung und Spott hervor. Entgegen aller Reaktionen konzentrierte das Unternehmen all seine Ressourcen in die Entwicklung dieser Landmaschinen, was schließlich in der Marktführerschaft resultierte.


Die Innovationsmodelle von Claas

Das 1962 vorgestellte Modell Hercules war der erste selbstfahrende Mähdrescher des Unternehmens. Er besaß eine Schneidewerkbreite von 2,5 m. Als Alternative für Kleinbauern wurde das Modell Huckepack angeboten: ein Geräteträger, auf den sich ein Mähdrescheraufbau montieren ließ. Der 1966 vorgestellte Senator brachte eine Erweiterung der Schnittbreite auf 4,2 m.
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern kamen hier erstmals Verkleidungen zum Einsatz, um den optischen Eindruck aufzuwerten. Gleiches galt für den Nachfolger Mercator. Mit dem 1967 vorgestellten Modell Consul bot Claas schließlich den ersten Mähdrescher mit selbsttragender Karosserie an. Eine weitere Veränderung betraf die Position des Motors, der nun erstmals vorne angebracht war. Auch hier gab es Ausführung für kleinere Landwirte, die die Bezeichnung Compact trug.

Weitere Innovation waren der erste Mähdrescher mit hydrostatischem Fahrantrieb (Dominator) und der erste selbstfahrende Feldhäcksler (Jaguar 60SF). Der im Jahr 1995 vorgestellte Lexion ermöglichte eine Ernteleistung von 40 t pro Stunde, was ihn zum leistungsfähigsten Mähdrescher seiner Zeit machte.


Vielseitigkeit und Effizienz: die Lexion-Serie

Die Mähdrescher der Lexion-Serie bieten Motorleistungen von 313 bis 626 PS. Das Schneidwerk reicht von 4,95 bis 12,27 m, während der Korntank modellabhängig 8000 bis 13.500 l umfasst. Claas verzichtet bei diesen Modellen auf die übliche Praxis, die Einzugsleisten mittels Ketten zu verbinden. Stattdessen kommen verzahnte Gurtbänder zum Einsatz. Dem Unternehmen zufolge führt dies zu einer höheren Laufruhe sowie erhöhter Widerstandsfähigkeit gegenüber Fremdkörpern.
Außerdem sollen Vorteile beim Einzug großer Materialmengen entstehen sowie eine konstante Spannung bei hoher Standzeit ermöglicht werden. Zur Anpassung an verschiedene Erntebedingungen lässt sich der Schnittwinkel im Einzugskanal verändern. Hierfür montierte Claas einen Oberlenker auf den Einzugskanal. Die Kühlanlage der Lexion-Modelle führt die Luft über seitliche Kühlrippen nach draußen. Neben der Kühlung des Motors wird somit dem Aufsteigen von Staub entgegengewirkt. Als Folge lässt sich eine Verschmutzung des Kühlers verhindern.

Zur elektrischen Ausstattung zählen ein mobiler Arbeitsscheinwerfer, eine Stoppelbeleuchtung sowie eine automatische Beleuchtung des Korntankauslaufrohrs. Auch die Lenkachse ist mit einer Beleuchtung versehen. Zusätzlich sind bis zu 12 Arbeitsscheinwerfer auf dem Kabinendach möglich. Mit Ausnahme des Modells 760 sind alle Lexion-Mähdrescher mit Mercedes-Motoren ausgestattet. Beim 760 hingegen erfolgt der Antrieb über einen Perkins 2206F.


Die Tucano-Mähdrescher von Claas

Die Tucano-Serie ist ausschließlich mit Mercedes-Motoren erhältlich. Eine Besonderheit dieser Modelle ist die Beschleunigung des Ernteguts vor der Dreschtrommel. Diese wurde von 3 m/s auf 20 m/s angehoben. Die daraus entstehende Erhöhung der Zentrifugalkräfte sorgt dafür, dass mehr Körner abgeschieden werden. Gleichzeitig wird der Glutfluss um 33 % erhöht.


Traktoren von Claas für verschiedene Einsatzgebiete

Das Traktorangebot des Herstellers umfasst Serien wie XERION, ARION, ELIOS und ATOS. Sie variieren in Größe, Ausstattung und Einsatzgebiet. So sind die NEXOS-Modelle für den Einsatz im Obst- und Weinanbau sowie für den Kommunaleinsatz ausgelegt. Die kleineren Modelle sind bis zu 1 m breit, die Motorleistung reicht – je nach Ausführung – bis zu 112 PS.

Die Systemschlepper aus der XERION-Serie besitzen 4 gelenkte Reifen sowie 3 Anbauräume. Je nach Ausführung kommt eine 110-mm-Zugkugelkupplung zur Schwanenhalsanhängung zum Einsatz. Die Version 3300 Saddle Trac stellt dabei die Standardversion mit fester Kabine dar. Im Gegensatz dazu ist sie beim Trac VC um 180° drehbar. Alle XERION-Modelle verfügen über lenkbare Starrachsen, die sich wahlweise gegenläufig, gleichläufig oder einzeln lenken lassen. Die Ausführungen der 1. Generation boten maximal 232 kW Leistung bei einem Leergewicht von bis zu 10.500 kg. Bei der 3. Generation reichte das Angebot bereits bis 382 kW Leistung bei einem Leergewicht von 16.570 kg.


Feldhäcksler – die Jaguar-Serie

Die Jaguar-Modelle warten mit umfangreichen Ausstattungsdetails auf. Dazu zählen ein Doppelhydromotor, eine Differenzialsperre sowie eine automatische Trommelbodenanpassung. Die Motordrehzahl wird bei Bedarf automatisch abgesenkt. Weitere Merkmale dieser Serie sind der variable Vorsatzantrieb sowie eine hydraulische Gegenschneidenbefestigung.
Für Komfort im Fahrerhaus sorgen Sonnenrollos, ein Getränkekühlfach sowie eine Klimaanlage. Auch ein Radio ist ab Werk vorhanden. Die Kabinen bieten 2 Sitzplätze und eine Rundumsicht. Claas lässt seinen Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Sesseln, die zum Teil auch beheizbar sind. Außerdem zählt ein Drehsessel zum Angebot. Die Frontscheibe ist darauf ausgelegt, Lichtreflexionen in der Kabine zu verhindern. Bei den Jaguar-Modellen erfolgt der Antrieb wahlweise über Motoren von Mercedes-Benz oder MAN. Es besteht die Wahl zwischen Reihen-6-Zylindern sowie V8- und V12-Aggregaten. Die Motorleistung beträgt mindestens 340 kW. Die höchste Leistung bietet der V12-Motor mit 650 kW.


Teleskoplader von Claas – der SCORPION

Der SCORPION ermöglicht stufenloses Fahren mit maximal 40 km/h. Die Antriebe stammen von Deutz und bringen bis zu 115 kW Leistung. Ein Wiegesystem ist ebenso integriert wie eine automatische Schaufelrückführung. Die Hubkraft der Teleskoplader reicht bis zu 5,6 t, wobei kleinere Ausführungen 3,2 t Hubkraft bieten.


Weitere Produktserien des Herstellers

Neben den genannten Maschinen umfasst das Portfolio des Herstellers Radlader, Futtererntemaschinen sowie Rund- und Quaderballenpressen. Auch hier besteht eine große Auswahl an Modellen für unterschiedliche Einsatzgebiete und Anforderungen.


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