Die 1. Generation – der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Fiat Ducato ist ein 1982 erstmalig hergestellter Kleintransporter, der baugleich mit dem Citroën Jumper und dem Peugeot Boxer ist. Zudem basieren zahlreiche Wohnmobile auf der Ducato-Basis, weswegen das Modell unter anderem als reines Fahrgestell mit Motor oder als Variante mit zusätzlichem Cockpit und modifizierten Sitzreihen gefertigt wird. Die 2. Generation trägt den Titel Van of the Year 1994.


Die 1. Generation des Fiat Ducato als Vorbild

Der Fiat Ducato war in vielen Punkten ein Vorbild für andere Fahrzeuge: Wie seine Schwestermodelle besaß der Ducato I eine Lenkradschaltung und ein 5-Gang-Getriebe. Da kein herkömmlicher Schalthebel vorhanden war, konnte die Fahrerkabine durchgehend begangen werden. Schnell wurde die Konkurrenz auf die Vorteile aufmerksam und übernahm diese Konstruktionsform. Zur damaligen Zeit war auch der wahlweise verbaute Allradantrieb bei den Frontantriebsmodellen eine Neuerung. Auffällig war des Weiteren die hohe Maximalgeschwindigkeit des Fiat Ducato. Im Vergleich zu anderen Lieferwagen der 1980er Jahre besaß der Ducato I leistungsstarke Motoren, die für hohe Endgeschwindigkeiten sorgten. Zu den leistungsstärksten Motorisierungen gehörte der 2500 TD, welcher 95 PS umsetzte und den Ducato I zum Pionier im Bereich der Lieferwagen mit hohen Endgeschwindigkeiten, in diesem Fall 125 km/h, werden ließ. Die Schwestermodelle aus den Häusern Citroën und Peugeot erhielten diese Motorvariante nicht.


Technische Daten und Ausstattungen

Die 4.693 mm bis 5.598 mm langen Fahrzeuge ermöglichten eine Nutzlast von bis zu 1,5 t. Sie waren in unterschiedlichen Ausführungen, beispielsweise mit langem und kurzem Radstand erhältlich, wenngleich diesbezüglich auch Namensänderungen üblich waren. Ab 1989 verkaufte Fiat die Variante mit kurzem Radstand nicht als Fiat Ducato I sondern als Fiat Talento. Die Kastenwagen waren mit normalem und mit Hochdach erhältlich. Zur serienmäßigen Ausstattung des Fiat Ducato I gehörten ein Bremsservo, jedoch keine Servolenkung, Trommelbremsen an den hinteren Rädern oder Scheibenbremsen an den vorderen Rädern. Die Handbremse verlegte Fiat in Form eines Bremshebels auf die linke Seite neben den Fahrersitz.


Der Vergleich mit dem Vorgänger – vom Fiat 238 bis zum Fiat Ducato I

Der Kleintransporter Fiat 238 war mit Frontantrieb und einem 4-Zylinder-Motor ausgestattet. Sein Verkauf startete 1966 und endete 1982, wobei sowohl Kombis, Kastenwagen und Doppelkabinen, als auch Luxusbusse, Kleinbusse und Wohnmobile gefertigt wurden. Die Bandbreite an verschiedenen Konstruktionsformen führte zu großen Unterschieden bei den Fahrzeugen. Beispielsweise reichte die Anzahl an Sitzplätzen je nach Ausführung von 2 bis 9. Das Ladevolumen war mit 6,5 m³ bei den unterschiedlichen Varianten konstant. Die Nutzlast betrug bis zu 1.000 kg. Für den Antrieb sorgte ein Reihenvierzylinder, der in der Exportversion über einen Hubraum von 1,438 l verfügte und 52 PS auf die Straße brachte. Als Alternative stand ein 1,2-l-Ottomotor mit einer Leistung von 44 PS zur Auswahl bereit. Die Maximalgeschwindigkeit reichte bis zu 109 km/h. Fiat gelang es mit dem Modell Ducato I, deutliche Leistungssteigerungen in Bezug auf die Pferdestärken und die Maximalgeschwindigkeit zu erreichen. Um sich diese für einen Transporter außergewöhnliche Position zu sichern, erhielten die Schwestermodelle weniger leistungsstarke Motorisierungen.


Die 2. Generation betrat den Markt

Von 1994 bis 2006 fertigte Fiat den Fiat Ducato II, wobei der geschlossene Kastenwagen die beliebteste Variante war. Eine der Innovationen war der 2,5-l-Turbodieselmotor mit Direkteinspritzung, welcher 115 PS umsetzte und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 150 km/h erreichte. Wie bereits bei der 1. Generation, unterschieden sich die Schwestermodelle durch die verwendeten Motorisierungen, da lediglich der Fiat Ducato II diesen leistungsstarken Motor erhielt. Optional verfügte das Fahrzeug über ein Antiblockiersystem, Automatikgetriebe, Fahrer-Airbags und Allradantrieb. Im Laufe der Modellgeschichte verbesserte Fiat die Leistung der Motoren – beispielsweise durch die Einführung eines 122 PS und eines 128 PS starken 2,8-l-Motors.


Mit einem Facelift zu neuem Schwung

Sowohl beim Ducato II als auch beim Boxer I und beim Jumper I fand 2002 ein Facelift statt. Die Fahrzeuge erhielten eine neue Front, die vergrößerte Klarglasscheinwerfer beinhaltete, sowie neue Motorisierungen. Ergänzend hierzu nahmen die Hersteller eine Überarbeitung der Innenräume und der Instrumente vor. Zum Serienstandard gehörten nun das ABS bei größeren Motoren sowie der Fahrer-Airbag in allen Motorisierungsklassen. Die Käufer konnten sich bei größeren Motoren für die optionale Traktionskontrolle entscheiden. Zudem stand ein Beifahrer-Airbag zur Auswahl bereit.


Kraftvolle Motoren beim Fiat Ducato III

Fiat führte den Ducato III 2006 auf dem Markt ein und stellte ihn mit 5 verschiedenen Motorisierungen vor: Mit 159 PS war der 160 Multijet/3.0 HDi die leistungsstärkste Variante, gefolgt vom 2,287 l großen und 130 PS starken 130 Multijet. Im Vergleich zu den Varianten von Peugeot und Citroën, die jeweils nur 3 Motorisierungsvarianten anboten, war die Auswahl an Motorisierungen bei Fiat größer. Die 3 Common-Rail-Turbodiesel mit Direkteinspritzung setzten zwischen 100 und 157 PS um. Der Ottomotor war auf Erdgas ausgelegt und leistete 136 PS. Im Vergleich zur Vorgängergeneration wies der Fiat Ducato III eine erweiterte Telematikausstattung und eine neugestaltete Kabine auf. Besonders praktisch waren das 17 m³ hohe Ladevolumen und die Nutzlast von bis zu 2,1 t. Zur Ausstattung gehörten je nach Variante eine Fahrdynamikregelung (ESP), Fahrer- und Beifahrerairbags und ein adaptives Stabilitätsprogramm (LAC).


Die Preiskategorien des Fiat Ducato

Der Fiat Ducato wurde im Jahr 2017 in der Variante Kastenwagen 30 in der Serienausstattung zu Verkaufspreisen von 26.790 € bis 31.490 € zuzüglich Mehrwertsteuer angeboten. Der genaue Preis hing vor allem von der Motorleistung ab, die von 115 bis 170 PS reicht. Der Hochraumkastenwagen 30 war für 28.990 bis 32.590 € erhältlich und auch in diesem Fall entschied die PS-Stärke über den genauen Kaufpreis. Der Kastenwagen 33 stete Neupreise zwischen 27.740 und 32.440 €. Zu den teuersten Varianten gehörte der Maxi-Großraumkastenwagen mit Verkaufspreisen zwischen 34.350 und 39.250 € zuzüglich Mehrwertsteuer.


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