Freightliner – führender Hersteller von Schwerlastkraftwagen in USA

Freightliner ist ein führender US-amerikanischer Hersteller von Lastkraftwagen mit Sitz in Portland, Oregon. Das Unternehmen wurde 1981 von Daimler-Benz übernommen und ist seit 2008 eine Marke der Daimler Trucks North America LLC. Somit ist es Bestandteil der Daimler AG. Die produzierten Lkw bewegen sich in der Gewichtsklasse 27,5 bis 95,3 t (einschließlich Trailer) mit einer Motorleistung im Bereich 260 bis 450 kW. Freightliner selbst klassifiziert die angebotenen Lastkraftwagen in Medium Duty, Severe Duty und On-Highway.

Das Unternehmen Freightliner geht auf Leland James zurück, der als Präsident der Spedition Consolidated Freightways in den späten 30er Jahren beschloss, seine Lastkraftwagen selbst herzustellen. Der Grund lag darin, dass damals führende Fahrzeughersteller seinen Ideen, Lkw-Komponenten in Aluminium-Leichtbauweise herzustellen, skeptisch gegenüber standen. James gründete daraufhin in Salt Lake City, Utah, die Freightways Manufacturing Corp., mit der er 1940 den ersten Lkw, den CF-100, entwickelte.
Es handelte sich um den ersten Lkw mit einem Unterflurmotor und verschiedenen Komponenten in Leichtbauweise. Das Fahrzeug wurde schnell ein Erfolg. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion aufgrund von Materialknappheit vorübergehend ausgesetzt und 1947 nach Verlegung der Produktionsstätte nach Portland, dem jetzigen Standort, wiederaufgenommen. Nach der Übernahme des Fahrzeugherstellers durch Daimler-Benz AG 1981 erlebte Freightliner in den nächsten Jahrzehnten einen starken Aufschwung.


Wichtige Komponenten und Innovationen in den Freightliner-Lkw

Wer einen Freightliner kauft, erhält optional ein Fahrzeug mit einem Antriebstrank der Detroit Diesel Corporation (DDC). Die Detroit Diesel Corporation ist ebenfalls Teil der Daimler AG. Der Antriebstrank umfasst Triebwerk, Kraftübertragung einschließlich automatischem Getriebe sowie die Antriebsachsen. Die einzelnen Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt, sodass das Gesamtsystem als Integrated Detroit Powertrain (IDP) bezeichnet wird.

Doch dies ist nicht das einzige zukunftweisende System von DDC. Die Systeme Detroit Connect und das Sicherheitssystem Detroit Assurance 4.0 stehen ebenfalls für die Innovation der Marke. Das Connect-System ist mit dem System vergleichbar, das bei Verkehrsflugzeugen genutzt wird, um automatisch technische Daten an eine Wartungszentrale oder an den Hersteller zu übermitteln. Aus den Daten lassen sich automatisch Trendanalysen erstellen, die wiederum eine Art vorbeugende Bedarfswartung ermöglicht und die Wartungskosten erheblich senken kann. Im Falle technischer Probleme kann gezielt Hilfe geleistet werden.

Ein besonders zukunftweisendes System ist das Detroit Assurance 4.0. Es bietet eine aktive Fahrerassistenz, die direkt in den Fahrbetrieb eingreifen kann und als Vorstufe für autonomes Fahren gilt. Das System arbeitet mit Radar- und Kameraunterstützung, um den notwendigen, an Geschwindigkeit und Fahrweise der vorausfahrenden Fahrzeuge angepassten, Sicherheitsabstand aktiv einzuhalten. Als Option kann der Spurwechsel überwacht werden – im Falle eines Spurwechsels ohne Setzen des Blinkers gibt es eine akustische und optische Warnung.


Der 122SD – vielseitiges Arbeitspferd von Freightliner

Der schwerste von Freightliner produzierte Lkw, der 122SD, ist eine vielseitige Zugmaschine. Der Lkw dient als Sattelschlepper für viele verschiedene Spezialfahrzeuge und ist für ein kombiniertes Gesamtgewicht einschließlich Trailer (GCW, Gross Combined Weight) zugelassen. Eine große Auswahl an verschiedener Motorisierung, Federungssystemen und Getriebe sind vorhanden. Durch Spezialauflieger wie Betonmischer, Autokran, Kipper, Feuerwehraufbauten, Tanks für Gase und Flüssigkeiten sowie viele weitere lässt sich der Freightliner 122SD an den Bedarf anpassen.

Die Fahrzeugfamilie der Severe-Duty-Klasse wird durch die Modelle 108SD und 114SD vervollständigt. Der 114SD ist für ein Maximalgewicht von 41,7 t zugelassen und wird mit einer Motorisierung im Bereich 200 bis 380 kW angeboten. Der Freightliner 114SD kann für ähnlich unterschiedliche Aufgaben eingesetzt werden wie der 122 SD. Dazu gehört beispielsweise auch der Einsatz als Schneeräumfahrzeug mit einem großen, hydraulisch betätigten Schneeschild, das an der Front des Lkw angebaut werden kann.


New Cascadia und Cascadia Evolution als zukunftweisende Modelle

Bei den Cascadia-Modellen von Freightliner sind eine internetbasierte automatische Kommunikation und Datenübermittlung der technischen Systeme sowie Kommunikation zwischen Fahrer und Zentrale integriert. Darüber hinaus sind die Fahrzeuge mit dem bereits beschriebenen Sicherheitssystem Detroit Assurance 4.0 ausgerüstet. Die Cascadia-Modelle bieten eine gute Anpassung an die aerodynamischen Anforderungen. Für Langstreckenfahrten auf Highways steht zudem eine verlängerte Kabine für Ruhepausen und als komfortable Schlafmöglichkeit zur Verfügung.


Cascadia Evolution als Flaggschiff von Freightliner

Das Modell Cascadia Evolution in der Gewichtsklasse bis 40 t und einer Leistung von bis zu 450 kW ist das führende Fahrzeug von Freightliner für Langstreckenfahrten. Es kann optional mit Flüssiggas betrieben werden. Basierend auf dem Cascadia Evolution wurde zusätzlich der Cascadia Inspiration entwickelt, der im Bundesstaat Nevada 2015 für autonomes Fahren auf öffentlichen Highways in Nevada zugelassen wurde. Hierfür entwickelte die Marke die aktiven Fahrerassistenzsysteme zum Highway Pilot weiter.
Der Cascadia Inspiration markiert einen Meilenstein in Richtung Serienreife für autonomes Fahren, das bisher ausschließlich in Einzelfällen auf abgesperrten Strecken für Erprobungszwecke zulässig war. Um anderen Verkehrsteilnehmern kenntlich zu machen, dass es sich um ein autonom fahrendes Fahrzeug handelt, ist die Front mit blau leuchtenden LEDs bestückt, die auch bei Tagfahrten eingeschaltet sind.


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