Lösungen für den Schwertransport – Goldhofer

Die Goldhofer AG fertigt vor allem Speziallösungen für den Schwertransport und ähnlich komplexe Aufgabenbereiche. Die Wurzeln der Firma reichen dabei bis in das Jahr 1705 zurück, als im schwäbischen Amendingen von der Familie Goldhofer eine Schmiede gegründet wurde. Die ersten Schritte in Richtung einer modernen Fahrzeugproduktion wurden 1946 unternommen. Zu diesem Zeitpunkt begannen die Allgäuer Fahrzeugwerke Alois Goldhofer KG mit der Herstellung von Kutschen, landwirtschaftlichen Transportmitteln und ähnlichen Gefährten. Anfang der 50er Jahre richtete man das Unternehmen in Kooperation mit der Reifenfirma Metzeler auf die Herstellung von Schwerlastaufliegern aus. So entstanden 1952 die ersten Rampen für Tieflader, was eine wichtige Erfindung und ein Novum im Anhängerbau war. Im Jahr 1956 wurden die ersten Tiefladeraufhänger mit einer ausfahrbaren Hinterachse vorgestellt, die für individuelle und überlange Schwertransporte eingesetzt werden konnten. 1959 verlegte man den Hauptsitz ins nahgelegene Memmingen und bezog dort eine vergrößerte Produktionsstätte, in der vor allem Auflieger für Schwertransporte gebaut wurden. Die mechanische Lenkung mit Lastausgleich bei Aufliegern wurde 1963 eingeführt. Ein Tieflader als Auflieger für Sattelschlepper mit Lenkschenkelachsen und hydraulischem Ausgleichssystem wurde 1975 entwickelt. Anfang der 80er Jahre geht die Entwicklung für spezielle Schwerlastauflieger weiter. So entstand 1982 das Modulsystem, bei dem die Anzahl der Achsen individuell für die zu befördernde Last angepasst werden konnte. 1983 stellte Goldhofer ein Spezialfahrzeug vor, welches für den Transport von schweren Lasten in unwegsamem Gelände und unter erschwerten Umweltbedingungen konzipiert war. Heute hat die Aktiengesellschaft ihren Sitz in Memmingen, unweit des Ortes der Gründung, und vertreibt seine Produkte weltweit. Goldhofer ist dank der vielfältigen Lösungen im Schwerlastbereich zu einem der Marktführer in diesem Segment geworden und die Auflieger sind auch gebraucht vielfach verfügbar. Die Spezialfahrzeuge sind für einen Nutzlastbereich von bis zu 10.000 t ausgelegt und werden in Memmingen auch für den weltweiten Einsatz gebaut.



Sattelauflieger für Schwertransporter von Goldhofer

Transportsysteme für Schwertransporte bilden das Hauptgeschäftsfeld der Goldhofer AG. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen Anhängern, Sattelaufliegern und Modulfahrzeugen. Die Modulfahrzeuge sind die wohl interessanteste Gruppe der Transporter und Goldhofer ist hier einer der innovativsten Entwickler und gehört zu den weltweit führenden Herstellern. Auflieger in Modulbauweise kommen bei sehr schweren oder sperrigen Lasten zum Einsatz und finden zum Beispiel bei dem Transport von Offshore-Maschinenteilen der Windkraft- und Ölindustrie Verwendung. Bei der Modulbauweise kann die Anzahl an Achsen auf bis zu 40 und mehr erhöht werden, was den Transport von extrem schweren und langen Lasten ermöglicht. Goldhofer kombiniert diese Auflieger individuell, beziehungsweise stellt die benötigte Technik zur Verfügung, um kosteneffektiv standardisierte Teile nach Bedarf zusammenzustellen. Auch als Gebrauchtfahrzeug sind diese Module von Goldhofer öfters verfügbar. Für normale Transporte von Baumaschinen und Baggern kommen die Tiefladeranhänger zum Einsatz. Im Gegensatz zu den Modultransportern sind diese für den alltäglichen Gebrauch konzipiert und kommen in der Bau- und Minenindustrie zum Einsatz. Tiefladerauflieger für Zugmaschinen fertigt Goldhofer in unterschiedlichen Kategorien. Die klassischen Auflieger bestehen aus einem Teil und werden für den Transport von großen Baumaschinen sowie Maschinenteilen verwendet. In der Reihe TU bietet Goldhofer Tiefladerauflieger mit Rampen an. Diese Rampen können gebraucht werden, um selbstfahrende Transportgüter wie etwa Bagger schnell und ohne Hilfe verladen zu können. Weiterhin finden sich auch sogenannte Selbstknicknachläufer im Programm des Herstellers. Bei diesen handelt es sich um Auflieger, die getrennt von der Zugmaschine als Gewichtsausgleich am Ende des Schwertransports verwendet werden. Die Lenkung erfolgt je nach Modell per Funkfernsteuerung oder mechanisch über die Bewegung des Lastzuges. Die unterschiedlichen Modelle ermöglichen eine maximale Zuladung von 24 bis 70 t. Solche Selbstknicknachläufer, wie die Goldhofer SN, kommen vor allem bei langen Maschinenteilen wie etwa Rotoren von Windrädern zum Einsatz. Solche Auflieger sind als Gebrauchtfahrzeug relativ häufig anzutreffen und können individuell mit Zugfahrzeugen von Goldhofer und anderen Herstellern kombiniert werden.



Flughafentechnik und Flugzeugschlepper

Einen weiteren großen Geschäftszweig bilden die Schlepper für Flugzeuge und andere Fahrzeuge für die Logistik auf Flughäfen. Mit der Entwicklung dieser Fahrzeuge wurde bei Goldhofer im Jahre 1987 begonnen und 1989 das erste Modell der Öffentlichkeit präsentiert. Besonders an den Fahrzeugen war dabei, dass die Schlepper direkt am Fahrwerk der Flugzeuge andocken konnten, ohne einen Aufnahmeadapter zu benötigen. Vom Prinzip kommt hier das gleiche Verfahren zum Einsatz, welches bei Tiefladern und Sattelschleppern zur Kopplung genutzt wird. Die Fahrzeuge werden als stangenlose Flugzeugschlepper bezeichnet. Diese Technik, die von Goldhofer maßgeblich entwickelt wurde, bietet einige Vorteile. Zum einen ist es möglich, ein Flugzeug sehr schnell und sicher anzukoppeln. Zum anderen können so auch sehr große und schwere Flugzeuge bewegt werden. Vor allem in der zivilen Luftfahrt und bei großen Passagierflugzeugen kommen die Schlepper von Goldhofer zum Einsatz. Für sehr schwere Passagierflugzeuge wie den Airbus A380 oder die Boeing 747-8 entwickelte das Unternehmen im Jahre 2004 den AST-1 X 1360. Dieser Schlepper hat eine Leistung von 1360 PS und kann maximal ein Gewicht von 600 t bewegen. Der AST-1 X 1360 kann, wie auch die anderen Flugzeugschlepper von Goldhofer, für verschiedene Zwecke auf Flughäfen eingesetzt werden. Neben den Gate-to-Gate-Bewegungen können Flugzeuge auch rückwärts im Push-Back gefahren und mit hoher Geschwindigkeit gezogen werden. Für eine optimale Manövrierfähigkeit ist der AST-1 X 1360 wie auch die anderen Modelle mit einer Allradlenkung ausgerüstet. Die Einstiegsklasse in die Flugzeugschlepper bildet das Modell AST-3 F/L. Mit diesem Schlepper können Flugzeuge bis zu einem Gewicht von 160 t gezogen werden und die Motorleistung liegt bei 140 PS. Diese speziellen Logistiksysteme für Flughäfen finden sich hin und wieder auch in Form von Gebrauchtfahrzeugen wieder. Die zweite Sparte der Flughafentechnik bilden die Flugzeugbergesysteme. Hierbei handelt es sich um antriebslose Fahrwerke, die speziell für bestimmte Flugzeugmodelle angefertigt werden. Sie kommen zum Einsatz, wenn Teile des Fahrwerks oder aber das komplette Fahrwerk eines Flugzeugs ausgefallen oder beschädigt sind. Goldhofer produziert so unter anderem Flugzeugbergesysteme für Airbus sowie universelle Modelle, die in Kombination mit den Schleppern des Herstellers genutzt werden können. Diese Ersatzfahrwerke ermöglichen ebenfalls den Straßentransport von Flugzeugen und finden sich auch als Gebrauchtfahrzeugen immer wieder auf dem Markt.

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