Nutzfahrzeuge des Herstellers Hanomag

Als die Hannoversche Maschinenbau Aktiengesellschaft (Hanomag) Mitte der 1980er Jahre als selbstständiges Unternehmen aufgelöst wurde, verschwand damit zugleich einer der großen Traditionsnamen des deutschen Nutzfahrzeugbaus vom Markt. Mit Dampfmaschinen und Lokomotiven hatte das niedersächsische Unternehmen im Jahr 1871 seine Produktion aufgenommen. Zu den Hochzeiten von Hanomag konstruierte die Firma Pkw, Busse, Lkw, landwirtschaftliche Maschinen wie Pflüge und Traktoren sowie Baumaschinen. Ab den 1950er Jahren war der Name Hanomag vor allem mit kleineren Nutzfahrzeugen wie Kleintransportern, leichten Lkw sowie mit Radladern und Raupen verbunden. Als Oldtimer treten heute insbesondere die Hanomag Ackerschlepper in Erscheinung, deren Produktion zu Beginn der 1970er Jahre auslief. Nach der Fusion mit dem Lkw-Bauer Henschel und der Übernahme der Lkw-Sparte durch Daimler-Benz verließen die letzten Lkw mit dem Hanomag-Logo Mitte der 1970er Jahre die Werkshallen.

Die ersten leichten Lkw von Hanomag

In den frühen Jahren des Wiederaufbaus präsentierten die Niedersachsen mit dem Hanomag L28 einen leichten Lkw, der vielfach mit einem Pritschen- oder Kofferaufbau versehen und als Schnelllaster vermarktet wurde. Während die ersten Hanomag L28 für eine Nutzlast von 1,5 Tonnen ausgelegt waren, erweiterte der Hersteller sein Programm im Laufe der 1950er Jahre um größere Varianten in den Gewichtsklassen bis drei Tonnen. Daneben gab es das Modell unter der Bezeichnung Hanomag AL28 auch als Allrad-Lkw. Als Nachfolger der L28 kamen Ende der 1950er Jahre die Nutzfahrzeuge der Baureihen Hanomag Kurier, Hanomag Garant und Hanomag Markant auf den Markt. Mit diesen Lkw deckte der Konstrukteur die Gewichtsklassen zwischen zwei und 3,5 Tonnen Nutzlast ab. Gebaut wurden die neue Generation der leichten Hanomag Lkw insbesondere als Pritschenwagen, mit Kasten- oder Kofferaufbauten sowie als Kipper.

Die Hanomag F-Baureihe und die Kleintransporter von Hanomag

Die letzten Lkw des Produzenten liefen in den Jahren zwischen 1967 und 1973 unter der Bezeichnung F-Reihe unter den Namen Hanomag und Hanomag-Henschel vom Band. Neu in dieser Fahrzeuggeneration: Die für höhere Nutzlasten ausgelegten Hanomag-Lkw wurden auch als Sattelzugmaschinen angeboten. Ab Mitte der 1960er Jahre brachte Hanomag unter seinem Namen zudem die Kleintransporter der ursprünglich vom Fahrzeugbauunternehmen Tempo entwickelten Modelle Matador auf den Markt. Die Kleintransporter wurden als Hanomag oder Hanomag-Henschel F20 bis F35 in den Klassen zwischen zwei und 3,5 Tonnen als Kleinbus, Pritschen- oder Kastenwagen gefertigt.

Traktoren der Marke Hanomag werden bis in die 1970er Jahre gebaut

Mit Pflügen, Kettenschleppern und benzolbetriebenen Ackerschleppern der Baureihe WD startete bei Hanomag in den 1920er Jahre die Produktion landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge. Später wurden die Dieselschlepper Hanomag R40 sowie die kleiner motorisierten Trecker Hanomag R12 bekannt. In den 1960er Jahren präsentierte Hanomag mit den Traktoren Granit und Perfekt eine neue Generation von Schleppern. Die letzten Traktoren des Herstellers liefen mit der Baureihe Hanomag Robust Anfang der 1970er Jahre vom Band.

Baumaschinen von Hanomag

Die im Jahr 1919 begonnene Tradition des Baus von Kettenschleppern führte Hanomag in der Folgezeit mit der Konstruktion von Nutzfahrzeugen für die Bauwirtschaft fort. Es kamen Raupen wie die Hanomag WD Z50 sowie die Hanomag K50, K60 und K90 Raupen auf den Markt. In den 1960er Jahren erweiterte der Hersteller sein Programm um Laderaupen wie die Hanomag K7 und K15. Bis in die 1990er Jahre war Hanomag unter dem Traditionsnamen mit Raupenfahrzeugen wie dem Hanomag D500 am Markt präsent. Darüber hinaus produzierte der Hersteller Radlader wie den Hanomag B8 oder die Modelle der C-Baureihe und der E-Serie.
Nach oben