Hitachi – Bagger und Spezialfahrzeuge für den internationalen Markt

Der japanische Hitachi-Konzern ist weltweit in den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau aktiv. Hinzu kommen eine große Palette an Softwarelösungen sowie die Tätigkeit als Zulieferer für die Autoindustrie. Im Fahrzeugsektor ist der Konzern für seine Bagger und Schienenfahrzeuge bekannt. 2012 belegte Hitachi in der Liste der weltweit größten Unternehmen Platz 38.

Vom Kleinunternehmen zum internationalen Geschäftspartner

Hitachi wurde im Jahr 1910 von Namihei Odaira als Werkstatt für Elektrotechnik gegründet. Bereits nach kurzer Zeit stieg das Unternehmen in die Produktion von Haushaltsgeräten, Elektromotoren und Industrieanlagen ein. Der Konzern unterhielt im Lauf seiner Geschichte mehrere Kooperationen mit anderen Herstellern. So kam es 1986 durch ein Joint Venture zur Produktion des Fiat-Hitachi-Baggers. Ebenso initiierte der japanische Hersteller 1988 eine Kooperation mit dem US-Konzern John Deere, um in den USA Baumaschinen für den nationalen Markt zu produzieren. Zu den weiteren Geschäftspartnern zählen Mitsubishi und das US-Unternehmen General Electric.

Minibagger aus Japan

Hitachi-Minibagger erfreuen sich traditionell großer Beliebtheit. So kommen vergangene Modelle wie der EX15UR noch 2018 in Betrieben zum Einsatz. Der Produktkatalog umfasst Modelle von 1 t bis 6 t. Sie werden in den Niederlanden sowie Japan gefertigt und zeichnen sich trotz ihrer geringen Größe durch geräumige Fahrerkabinen aus. Für Arbeiten auf engem Raum bietet Hitachi sogenannte Kurzheckmodelle an. Das kleinste Modell der Serie ist der Hitachi ZX10U-2. Er bietet eine Motorleistung von 9,5 kW und wird von einem 3-Zylinder-Motor angetrieben. Es stehen 2 Fahrgeschwindigkeiten zur Wahl: 2 km/h und 4 km/h. Neben seiner maximalen Grabtiefe von 1,78 m zeichnet sich der ZX10U-2 durch eine Reihe durchdachter Detaillösungen aus. So lässt sich der Sitz nach vorne klappen, um Regenwasser zu entfernen. Stärkstes Modell der Serie ist der ZX65USB-5. Er ist für eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten ausgelegt. Zudem lässt er sich dank einer Neigevorrichtung direkt auf der Baustelle warten und, sofern notwendig, reparieren. Der rund 6,2 t schwere Bagger wird von einem 34,1 kW starken Motor angetrieben und ermöglicht Grabtiefen bis zu 4,12 m.

Hitachis mittelgroße Bagger

Diese Bauserie umfasst Modelle von 7 t bis 50 t. Die kleineren Modelle kommen bevorzugt bei Erdbewegungsarbeiten zum Einsatz, während die größeren Exemplare häufig im Bergbau zu finden sind. Die mittelgroßen Bagger nehmen im Hitachi-Katalog die Spitzenposition ein und tragen maßgeblich dazu bei, das Unternehmen zum erfolgreichsten Hersteller in Westeuropa zu machen. Die Produktlinie umfasst 26 Modelle, die vom 90,2 kW starken ZX180LC bis zum ZX400LCH-5G mit 184 kW Leistung reichen. Eine Sonderstellung nimmt der ZH210-5 Hybrid ein. Wie der Name es sagt, wird der 22 t schwere Bagger von einem Hybridsystem angetrieben, das den Kraftstoffverbrauch um bis zu 31 % reduziert. Hitachis Hybridbagger leistet 122 kW und bietet eine maximale Grabtiefe von 6,67 m.

Mobilbagger – praktisch für den vielseitigen Einsatz

Diese Serie dient zur Ergänzung einer Baumaschinenflotte, ist aber auch bei mittelständischen Betrieben beliebt, die nur einen Bagger benötigen. Alle Modelle zeichnen sich durch große Vielseitigkeit aus. So lassen sich die 14 t bis 20 t schweren Bagger im Straßenbau, dem Materialtransport wie auch für Erdbewegungsarbeiten verwenden. Zu diesen Zwecken bietet Hitachi eine große Auswahl an Löffeln, Haken, Hämmern und Greifern an. Teil der Serie ist etwa der ZX140W-3F, der verschiedene Betriebsarten sowie eine verstellbare Vorderachse bietet. Zudem werden durch Schwenkbewegungen entstehende Vibrationen durch Dämpferventile reduziert. Der ZX140W-3F leistet 90,2 kW bei einem Betriebsgewicht von 14,7 t bis 16 t. Die maximale Grabtiefe variiert zwischen 4,6 m und 5,5 m. Deutlich mehr Leistung bietet das Modell ZX220W-5 mit seinen 122 kW. Hier reicht die Grabtiefe bis 6,3 m. Das Betriebsgewicht des Baggers beträgt etwa 21,4 t bis 24 t. Das Modell ist auf hohe Wirtschaftlichkeit und Ausfallsicherheit ausgelegt. Dies zeigt sich beispielsweise in dem verstärkten Unterwagen sowie dem ebenfalls verstärkten Frontanbaugerät. Zudem lassen sich tägliche Kontrollen direkt von der Kabine oder vom Boden aus durchführen. Als Resultat werden mögliche Ausfallzeiten minimiert.

Bagger mit geradem Frontausleger

Hierbei handelt es sich um mittelschwere Bagger, die für Abriss- und Sortierarbeiten optimiert wurden. Sie eigenen sich für Arbeiten an niedrigen Gebäuden und unterscheiden sich von den Standardmodellen durch eine erhöhte Reichweite nach oben.

Spezialmaschinen

Neben den Standardbaggern produziert Hitachi eine Reihe von Maschinen, die für spezielle Einsatzgebiete konzipiert wurden. So bietet der Konzern Abrissmaschinen an, die auf hohe Widerstandsfähigkeit ausgelegt sind. Auch die Fahrerkabinen wurden unter dem Gesichtspunkt der maximalen Sicherheit entwickelt. Hitachi-Abrissmaschinen haben eine Reichweite von bis zu 40 m und sind mit 1-, 2- und 3-teiligem Ausleger erhältlich. Ein weiteres Spezialgebiet stellt der Materialumschlag dar. Die für diesen Bereich produzierten Bagger besitzen eine erhöhte Kabine, um bessere Sichtverhältnisse zu ermöglichen. Sie haben ein schwereres Ausgleichsgewicht, das die Stabilität erhöht. Hitachi bietet für diese Maschinen zahlreiche Anbaugeräte und Optionen an.

Der Hitachi Amphibienbagger MA200-G

Der MA200-G ist für den Einsatz in Sümpfen und allgemein weichem Gelände konzipiert. Zu diesem Zweck besitzt er einen äußerst stabilen Unterwagen. Gleichzeitig wurde der Bodendruck auf ein Minimum reduziert, um den Bagger auch unter schwierigen Bedingungen leicht zu manövrieren. Der MA200-G hat ein Betriebsgewicht von 21,4 t und wird von einem 108 kW starken Motor angetrieben.

Starre Muldenkipper

Die starren Muldenkipper stellen die schwersten Arbeitsfahrzeuge im Sortiment von Hitachi dar. Bei ihrer Konstruktion kommen Elemente aus verschiedenen Serien zum Einsatz. So stammt ein Teil der verwendeten Technologien aus den Minibaggern, während der Wechselstromantrieb auch bei japanischen Hochgeschwindigkeitszügen verwendet wird. Der Hitachi-Katalog umfasst 3 Modelle, die alle eine maximale Geschwindigkeit von 56 km/h erreichen. Die Unterschiede beziehen sich vor allem auf Nennleistung und Gewicht. So hat der EH3500AC-3 eine Motorleistung von 1491 kW, während der EH4000AC-3 1864 kW leistet. Das stärkste Modell EH5000AC-3 erreicht hingegen 2125 kW. Die Nutzlast beträgt je nach Modell 181 t, 221 t oder 296 t.
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