ISUZU – Tradition im Fahrzeugbau

Der japanische Fahrzeughersteller ISUZU ist in Deutschland weniger bekannt, während er in Asien zu den erfolgreichsten Marken zählt. Tatsächlich war das Unternehmen in der Vergangenheit für verschiedene westliche Modelle verantwortlich. Im Gegenzug verzichtete ISUZU darauf, seinen Abnehmern in deren Märkten mit eigenen Modellen Konkurrenz zu machen.
Die ISUZU Motors Limited ist seit 1916 auf dem Markt vertreten. Ursprünglich nur als Vertrieb für westliche Marken tätig, begann ISUZU 1922 damit, eigene Fahrzeuge zu produzieren. Seit der Jahrtausendwende ist die hauseigene Produktlinie ausschließlich im Nutzfahrzeugsektor angesiedelt. Seinen Sitz hat ISUZU im japanischen Shinagawa.


Das Geländewagenprogramm – einst und heute

ISUZUs Einstieg in dieses Segment fand bereits in den 60er Jahren statt. Ausgangsbasis war der 1963 vorgestellte ISUZU Bellett. Dabei handelte es sich um einen Pkw mit 4-Zylinder-Motor und 88 kW Leistung. Der Bellet konnte sich erfolgreich auf dem Markt behaupten, was zu weiteren Modellvarianten führte, darunter eine GT-Version sowie eine leistungsstarke Rennsportausführung (GT-R). Letztere feierte große Erfolge im japanischen Motorsport. 1965 erfolgte die Premiere als Nutzfahrzeug: Der ISUZU Wasp war als reine Fahrgestellversion sowie als Pick-up erhältlich. Beide teilten sich die Motorisierung, die wahlweise aus einem 1,3-l-Benzinmotor oder einem 1,8-l-Dieselantrieb bestand. Mit einer Nutzlast von 1 t war der Wasp für viele Käufer ausreichend ausgestattet, sodass er bis 1972 gebaut wurde, um dann vom ISUZU Faster abgelöst zu werden.
Der Faster wurde bis 2005 produziert und war ISUZUs erster Pick-up, der auch mit Doppelkabine und längerem Radstand angeboten wurde. Er war mit bis zu 140 kW Leistung erhältlich und fand auch außerhalb Japans zahlreiche Käufer. In Europa wurde der Faster ab 1988 unter der Bezeichnung Campo angeboten. Der Campo erreichte jedoch nicht die Popularität mancher Modelle aus westlicher Produktion. Grund war vor allem die Kooperation mit anderen Herstellern, die das Modell unter eigenem Namen auf den Markt brachten. So wurde der Campo zu einem beliebten Fahrzeug, das meist nicht verriet, wer der eigentliche Hersteller war.


Der ISUZU D-MAX

Der D-MAX löste 2002 den ISUZU Faster ab. Er wird in Thailand produziert, wo er zahlreiche Käufer findet. So liegt er 2017 auf dem 2. Platz der Neuzulassungen im Pickup-Sektor. Der D-MAX wird auch in Deutschland unter diesen Namen angeboten. Käufer haben die Wahl zwischen 3 Varianten: Single Cab, Space Cab und Double Cab. Wie die Namen es verraten, beziehen sich die Unterschiede vor allem auf die Größe der Fahrerkabine. Ansonsten gilt, dass die Komfortausstattung mit der Größe des Fahrerhauses zunimmt. So muss die Basisversion auf heizbare Außenspiegel verzichten, während sie beim Space Dab und Double Cab zur Standardausstattung zählen. Letzterer besitzt zudem eine Rückfahrkamera. Alle 3 Modelle teilen sich einen 120-kW-starken Euro-6-Motor. Ebenso identisch ist die Anhängelast von 3,5 t (in Verbindung mit dem Allradantrieb) sowie die maximale Zuladung von 1225 kg.
Alle D-MAX-Modelle werden in 3 Grundversionen angeboten. Die Basic-Version fungiert als Ausgangsbasis und beinhaltet eine höhenverstellbare Lenksäule sowie ein LED-Tagfahrlicht. Die Custom-Ausführung bietet Extras wie einen Tempomaten und 18-Zoll-Leichtmetallräder. Premium beinhaltet ergänzt die beiden anderen Pakete unter anderem um ein schlüsselloses Zugangssystem sowie eine Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer.


ISUZU-Lkw: die N-Serie

ISUZUs Lastwagenprogramm wartet mit bis zu 11 t zulässigem Zuggesamtgewicht auf. Die N-Serie-Lkw besitzen einen verwindungssteifen Leiterrahmen und sind durch ihren kleinen Wendereis für vielfältige Aufgaben geeignet. Der Gangwechsel erfolgt serienmäßig über ein 5-Gang-Schaltgetriebe. Optional sind auch 6 Gänge sowie ein Automatikgetriebe möglich. Die N-Serie besitzt elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung. Um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern, lassen sich die Türen in einem 90-Grad-Winkel öffnen. Ebenso flexibel ist die Lenksäule, die sich in Höhe und Neigungswinkel verstellen lässt. Nebellampen sind serienmäßig vorhanden, während der beheizte Fahrersitz nur optional angeboten wird.
Wie bei den Pick-ups sind auch die Lkw von ISUZU mit verschiedenen Fahrerhäusern erhältlich. Dabei ist das kippbare Fahrerhaus den Modellen mit Einzelkabine vorbehalten. Der Antrieb erfolgt grundsätzlich über ein Common-Rail-Turbodieseltriebwerk, das mit seinen 5,2 l Hubraum bis zu 140 kW leistet. Die Sicherheitsausstattung ist modellabhängig. So ist der Bremsassistent den Modellen mit 3,5 t vorbehalten, während der Spurhalteassistent ab 5,5 t integriert ist. Allen Ausführungen gemein sind hingegen die Antriebsschlupfregelung sowie die lastabhängige Bremskraftverteilung, ABS und Bremskraftverstärker.


Aufbauten für unterschiedliche Einsatzbereiche

Um die N-Serie flexibel zu gestalten, bietet der Hersteller eine Reihe unterschiedlicher Aufbauten an. Dazu zählen verschiedene Kräne sowie Aufbauten für Kühltransporte. Ebenso lässt die N-Serie sich für den Einsatz auf Baustellen optimieren.


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