Gebrauchte Kenworth kaufen - Kenworth Nutzfahrzeuge bei AutoScout24

Finden Sie Ihr Wunschfahrzeug
Leider haben wir derzeit keine passenden Fahrzeuge im Angebot oder es gibt derzeit einen Fehler mit dem Service
Neue Suche

Kenworth: die US-amerikanische Trucklegende

Wer an typische amerikanische Trucks beziehungsweise deren Zugmaschinen denkt, der wird wahrscheinlich das Bild eines Fahrzeuges aus dem Hause Kenworth vor Augen haben. Im Jahr 1923 wurde die Kenworth Truck Company, so der volle Firmenname, von den beiden Ingenieuren Frederick Kent und Edgar Worthington gegründet. Die Kombination der Gründernamen bildet die noch heute gültige Firmenbezeichnung. Dabei handelte es sich mit der Einführung der Marke keineswegs um eine komplette Neugründung, da das Unternehmen auf der von Worthington bereits 1900 ins Leben gerufenen Firma Gersix Company aufbaut. Kenworth entwickelte sich schnell zu einem der erfolgreichsten Unternehmen für die Innovation und Produktion von LKWs für den US-amerikanischen Markt. So erregte es beispielsweise mit der erstmaligen Einführung eines dieselgetriebenen Trucks im Jahr 1933 einiges Aufsehen. Auch heute zählt das Unternehmen zu einem der bekanntesten Marken in diesem Segment, obwohl bereits im Jahr 1944 die Eingliederung in den börsennotierten Großkonzern Paccar Inc. erfolgte und die Marke Kenworth seitdem als Tochterfirma fungiert. Beachtlich ist der Aufstieg des Unternehmens aber auch deshalb, da zur Gründungszeit sowohl der Markt von neuen und gebrauchten Pkws als auch der Lkw-Markt nahezu komplett von Modellen aus der amerikanischen Motorenhochburg Detroit dominiert wurden.
Aufgrund der heutigen Spezialisierung auf Trucks für den US-amerikanischen sowie den kanadischen, mexikanischen und australischen Markt gerät die zweite, eigentlich ältere, Sparte der Busproduktion meist etwas in Vergessenheit. Dies liegt nicht zuletzt an der späteren Einstellung der Produktion in diesem Bereich. Dennoch gelten auch diese Modelle als Klassiker der amerikanischen Motorengeschichte, welche zwar offiziell nie den Sprung nach Europa geschafft haben, aber auch in Deutschland als Gebrauchtwagen erhältlich sind. Dabei sind die Preise im Vergleich zu anderen gebrauchten Bussen allerdings aufgrund der Importkosten höher anzusiedeln als bei vergleichbaren europäischen Modellen.

Die Busproduktion als Firmengrundlage

Im Jahr 1926 brachte Kenworth mit der sogenannten BU Serie eine eigenständige Buslinie auf den Markt, welche sowohl für den Transitsektor als auch für den Einsatz als Schulbus produziert wurde. Dabei erhielten die Fahrzeuge einen 6-Zylinder-Motor und konnten insgesamt bis zu 29 Passagiere aufnehmen. Typisch für diese und auch nahezu alle folgenden Generationen der Busse waren die großen Fensterbereiche sowie die Türen, welche als einziger Zu- und Ausgang nur an der Fahrerposition angebracht waren. Als Notausgang fungierte im hinteren Bereich eine Klapptür über die gesamte Breite des Busses.

Stetige Weiterentwicklung auf der Basis des Erfolgsmodells

In der Folge der guten Absatzzahlen stellte Kenworth die KHC-Serie vor, welche sich hauptsächlich in der Anzahl der Passagierplätze von der BU Serie unterschied. So konnten Anfangs 22 und im Laufe der Produktionszeit bis zu 33 Personen befördert werden. Beide Serien teilten sich in puncto Design die unterteilte Frontscheibe, welche auch in den weiteren Jahren beibehalten wurde und sich von Konkurrenzmodellen abhob.

Ende einer Ära

Bis zur Einstellung der Bussparte im Jahr 1959 folgten noch zwei weitere Modellreihen, wobei die T & C-Serie die K & W-Serie in den Absatzzahlen deutlich übertraf. Designtechnisch blieb vieles beim alten, lediglich die Passagierzahl wuchs von 55 bis hin zu 79 Passagieren wodurch die Busse nunmehr verstärkt im inländischen Busverkehr eingesetzt wurden, auch wenn der Haupteinsatzort weiterhin die Bereitstellung eines Schulbusbetriebs darstellte. Sinkende Absatzzahlen sowie die ausbleibende Nachfrage außerhalb der Westküstenstaaten bewogen Paccar als Mutterkonzern jedoch zur Einstellung der Bussparte. Die verschiedenen Modelle von Kenworth in diesem Segment sind daher heute nur noch als Gebrauchtwagen erhältlich.

Trucks als alleiniges Konzept

Somit konzentrierte sich das Portfolio nach 1959 nur noch auf die Entwicklung und Produktion von Trucks. Diese hatte Kenworth zwar bereits seit Anfang der 1930er Jahre angeboten, sie blieben jedoch im Schatten der erfolgreichen Bussparte. Bereits mit dem ersten in den USA entwickelten und gefertigten Dieseltruck gab das Unternehmen die Designrichtung für die nachfolgenden Generationen vor. Eine relativ langgezogene Frontpartie bestehend aus der Motorhaube und dem Antriebsstrang wurde dabei vor ein recht hohes Führerhaus gebaut. Die Tatsache, dass das Design der Trucks über die Jahre hinweg ähnlich geblieben ist, führt auch dazu, dass eine Einordnung des Produktionsjahres für den Laien auf den ersten Blick nur schwer möglich ist. In seiner Optik unterschied sich ein Kenworth Truck zudem deutlich von den europäischen Modellen, welche wesentlich kleiner dimensioniert waren.
Über die verschiedenen Generationen hinweg betrachtet bilden vor allem drei Modelle den Kern des Unternehmens und können als meistverkaufte Fahrzeuge deklariert werden: Der klassische Überlandtruck W900 bildete die Basis dieser Modelle. Er lieferte eine Leistung ab 240 bis maximal 600 PS je nach Variante. Dem W900 folgten dann der T600 und der K100. Dabei unterscheidet sich der T600 optisch vor allem durch den Wegfall der beiden markanten, vertikal verlaufenden Abgasrohre, die bei dem W900 hinter der Fahrerkabine verliefen. Generell ist der W900 wohl der klassischste Truck, während der T600 in seinem Design wesentlich moderner und fließender wirkt. Motortechnisch weisen beide Modelle ebenfalls nahezu identische Werte auf, wobei die 600-PS-Variante des T600 eher seltener vertrieben wurde. Dies ist vor allem dem Einsatzgebiet geschuldet, da dieser Truck eher für den Nahverkehr produziert wurde. Der W900 wurde hingegen oft als Coast-to-Coaster verwendet und als Verbindungstruck zwischen der West- und der Ostküste eingesetzt. Der K100 fällt hingegen fast vollständig aus dem bisherigen Design, da dieser keine markante Frontpartie vorweist und optisch so am ehesten mit europäischen Trucks vergleichbar ist. Der K100 wurde als Neu- oder Gebrauchtwagen am häufigsten im Nahverkehr eingesetzt und dort hauptsächlich im Bereich der Baustellenfahrzeuge als Zugmaschine für Baumaschinenauflieger oder Baumaterialientransporter eingesetzt. Dies lag besonders an der Bauform, da diese ein flexibles Manövrieren auf engem Raum ermöglichte.

Heutige Modelle

Während in früheren Jahren fast nur Zugmaschinen im Portfolio von Kenworth geführt wurden, befinden sich in der aktuellen Modellpalette Fahrzeuge für nahezu alle Bereiche. Aber auch Neu- oder Gebrauchtwagen der Marke, die mit einem kompletten Transportaufbau versehen wurden, gehören zu den erfolgreichen Produkten. Dies sind vornehmlich geschlossene Überführungsmaschinen von Gütern sowie offene Kipper für Baustellen. Dennoch sind es die Zugmaschinen, die das Bild von Kenworth prägten und auch heute noch immer prägen. Diese Maschinen sind optisch weiterhin den ursprünglichen Trucks in Form des W900 sehr ähnlich. Gerade diese Kombination aus neuer Technik mit bekannter und beliebter Optik macht Kenworth zu einem bekannten und beliebten Truckherstellernamen.

Nach oben