Schneefräsen oder Schneeschleudern sind auf Schienen und auch im Straßenverkehr gleichermaßen im Einsatz. Der Unterschied zum einfachen Schneepflug besteht bei der Schneefräse darin, dass sie die Schneemassen nicht einfach nur zur Seite schiebt, sondern diese im hohen Bogen von der Straße oder Schiene weg befördert. Nach der Funktionsweise unterscheidet MAN zwei Formen von Schneefräsen. Es gibt heute Schneefräsen mit Frästrommel und Schneefräsen mit Schleuderrad. Die Schneefräse mit Frästrommel besitzt eine vor dem Fahrzeug befindliche und unablässig rotierende Walze, deren Drehachse rechtwinklig zur Fahrtrichtung der Schneefräse verläuft. Die rotierende Walze, die die gesamte Fahrzeugbreite einnimmt, besitzt auf ihrer Oberfläche eine Vielzahl von Lamellen. Diese Lamellen fräsen den vor dem Fahrzeug befindlichen Schnee ab. Sie transportieren die abgeschabten Schneemassen bis zum Auswerfer, der sich in der Mitte des Fahrzeuges befindet. Schließlich werden die abgeschabten Schneemassen durch die Zentrifugalkraft mehrerer sich drehender Wellen nach außen geworfen.

Moderne Schneefräsen sind Hochleistungsmaschinen

Moderne Schneefräsen mit Frästrommel können heute Schneehöhen von bis zu 1,70 Meter auf einer Arbeitsbreite von 2,75 Meter bewältigen. Straßenfräsen basieren meist auf der Bauweise mit einem waagerechten Schleuderrad. Schneefräsen für den Schienenbetrieb werden üblicherweise als Schneeschleudern bezeichnet. Sie arbeiten in der Regel mit schräg gestellten Schaufeln, die auf einer vor dem Fahrzeug rotierenden Trommel angebracht sind. Seit 1890 sind solche schienenbasierten Schneeschleudern in den Vereinigten Staaten entwickelt worden. Die ersten Fahrzeuge dieser Bauart wurden noch mit Dampf angetrieben. In Deutschland und in Österreich werden sie besonders auf gebirgigen Bahnstrecken eingesetzt, beispielsweise im Harz. Der Hersteller Henschel produzierte in Deutschland in den 1940-er Jahren die letzten schienenbasierten Fahrzeuge dieser Art. Moderne Schneeschleuder-Fahrzeuge der Deutschen Bahn sind heute dieselgetrieben und erreichen beeindruckende Räumleistungen von mehr als 20.000 Tonnen Schnee pro Stunde.

Kleinstgeräte und Pistenräumung

Für den privaten Bedarf, zur Räumung von Gehwegen und Höfen, existieren heute kleine, einachsige Schneefräsen. Sie sind motorgetrieben und müssen von Hand geführt werden. Die angetriebene Achse verfügt dabei über luftbereifte Räder mit extrem starkem Profil oder über ein Gummikettenfahrwerk. Da sich diese Kleingeräte für den privaten Bedarf jedoch nur für lockeren und pulvrigen Schnee empfehlen, neigen sie bei nassen Schneemassen leicht zum Verstopfen und versagen den Dienst. Für die großen Skipisten in den alpinen Urlaubsregionen gibt es die sogenannten Nachlauffräsen für Pistenraupen. Diese entfernen den Neuschnee nicht von der Piste, sondern dienen lediglich der feinen Zerkleinerung größerer Schnee- und Eisklumpen, die dann fein pulverisiert auf der Piste verteilt und durch die Schneeketten des Raupenschleppers geglättet werden.
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