Bodenfräsen werden sowohl im Straßenbau als auch in der Landwirtschaft eingesetzt, um ein vorbereitetes Erdreich auf die benötigte Tiefe zu fräsen, den Boden aufzulockern und für die anschließende Verdichtung oder die Ausbringung des Saatguts vorzubereiten. Im Straßenbau werden Bodenfräsen zusätzlich für die Stabilisierung des Baugrunds verwendet. Sie setzen während des Verfahrens dem Boden Bindemittel, wie beispielsweise Kalk oder Zement zu, die zur Erhöhung der Tragfähigkeit des Bodens beitragen. Typische Frästiefen liegen zwischen 15 und 25 Zentimetern, jedoch gibt es auch Bodenfräsen, die 50 Zentimeter tief gehen. Zu beachten ist, dass dieses Verfahren nur bei nichtbindigen Böden eingesetzt werden kann. Bei steinigen oder organischen Böden muss deswegen ein vollständiger Bodenaustausch in Erwägung gezogen werden.

Aufbau von Bodenfräsen

Je nach Größe der zu bearbeitenden Fläche, benötigter Frästiefe und voraussichtlicher Last der Bodenfräsen gibt es diese in verschiedenen Ausführungen als Selbstfahrer, Anbaugerät für Traktoren oder Spezialmaschine. Die im Straßenbau eingesetzen Selbstfahrer werden typischerweise durch einen Zwei- oder Viertakt-Benzinmotor angetrieben und hydraulisch übersetzt, sollte die Fräse einen eigenen Fahrantrieb benötigen, ist dieser vom Arbeitsantrieb abgekoppelt, um Unfällen vorzubeugen. Ein typischer Hersteller für solche Maschinen ist beispielsweise der von Siemens-Schuckert produzierte Typ K8803. Auch im landwirtschaftlichen Bereich werden Selbstfahrer eingesetzt, die hauptsächlich bei der Bearbeitung von kleineren Beeten und Gärten verwendet werden. Vom Grundaufbau ähneln diese Maschinen denen im Straßenbau, aufgrund der Optik wird hier jedoch ein umschließendes Gehäuse aus Metall oder Plastik aufgesetzt, das zusätzlich als Schmutzfänger fungiert. Auch hier kommen, wie beispielsweise beim Jansen BF 9080, Ottomotoren zum Einsatz, es gibt jedoch keinen unabhängig regelbaren und voneinander getrennten Fahrantrieb. Da vor allem in der Landwirtschaft Traktoren als hauptsächliches Arbeitsgerät eingesetzt werden, gibt es Bodenfräsen auch als spezielle Anbauteile oder in der Ausführung als sogenannte Heckfräse, die über die Zapfenwelle mit diesem verbunden wird. Ein Beispiel ist die für den semiprofessionellen Einsatz vorgesehene DEMA Heckfräse 105 für Traktoren von 20 bis 30 PS

Bodenfräsen im professionellen Bereich

Im professionellen Bereich sind Bodenfräsen meist komplette Sonderfahrzeuge, die in sehr kurzer Zeit eine große Fläche bearbeiten und mit den gewünschten Zusätzen versehen werden können. Auch hier können sich die Ausführungen stark unterscheiden, es gibt einfache Versionen mit einfachen Führerständen bis hin zu programmierbaren, computergesteuerten Fahrzeugen mit allerlei Spezialfunktionen. Die Arbeitsbreite solcher Maschinen kann mehr als zwei Meter betragen, die Frästiefe erreicht mehr als 50 Zentimeter und insgesamt sind Flächen 10.000 Quadratmeter pro Tag kein Problem, wie beim Bodenstabilisierer der Wirtgen GmbH mit der Bezeichnung WR250.
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