Mit spezialisierten Heumaschinen werden bis zu sechs Ernten im Jahr möglich

In den Sommer- und Herbstmonaten prägen sie vielerorts das Landschaftsbild, die auf den gemähten Wiesen liegenden riesigen Rundballen oder die exakt geformten und fertig zum Abtransport verschnürten rechteckigen Heuballen. Insbesondere in Gebieten, in denen es Sonnenscheindauer und Regenhäufigkeit zulassen, werden getrocknete Gräser und Pflanzen gepresst, um im Winter als Futtervorrat für Pferde und Rinder zur Verfügung zu stehen. Trotz der zunehmenden Verwendung von in großen Siloanlagen gelagerten Grünschnitts, ist die Heuwirtschaft unverzichtbar für die Nutztierhaltung. Damit das getrocknete Futter in ausreichender Menge und guter Qualität zur Verfügung steht, kommen in der Landwirtschaft heute hochspezialisierte Heumaschinen zum Einsatz. Diese sind notwendig, damit bis zu sechs Heuernten im Jahr eingefahren werden können. Um die einzelnen Phasen der Heuernte optimal zu gestalten, bieten die Hersteller von Landmaschinen unterschiedliche Geräte zum Mähen, Wenden, Schwaden, Pressen und Transport des Heus an. Denn bevor das Heu ordentlich gestapelt in der Scheune landen oder vor Witterung geschützt unter Planen bereitstehen kann, erfordert es mehrere zeitintensive Bearbeitungsschritte, die sich nur mit den auf ihre jeweiligen Einsatzwecke abgestimmten Heumaschinen kostengünstig und effizient gestalten lassen.

Heumaschinen zum Mähen des Grases

Für den Grasschnitt als ersten Arbeitsschritt der Heuernte stehen Kreiselmäher oder Trommelmäher in Anbauweise zur Verfügung, die über den Motor des Zugfahrzeugs betrieben werden. Diese Mähwerke können entweder als Anhänger oder als Frontmähwerk konstruiert sein. Bei Frontmähwerken sind Arbeitsbreiten von nahezu drei Metern möglich, als Anhänger konstruierte Mähwerke können eine Arbeitsbreite von etwas über zwei Metern haben. Damit lassen sich alle mähenden Heumaschinen auch zum Grasschnitt auf großen Flächen nutzen. Zum Schutz vor herausschleudernden Steinen sind die Mäher in der Regel mit einem umlaufenden Gummischutz ausgestattet.

Heumaschinen zum Wenden des Grasschnitts

Damit Heu über längere Zeit ohne Qualitätsverluste gelagert werden kann, muss der Schnitt gut durchgetrocknet sein, bevor er lose eingelagert oder gepresst wird. Um das Trocknen des Grasschnitts auf der Wiese zu ermöglichen, muss im zweiten Schritt der Heuernte das gemähte Gras mehrfach gelockert und gewendet werden. In dieser Arbeitsphase kommen als Heumaschinen meistens Kreiselheuer zum Einsatz. Diese Heumaschinen verfügen je nach Größe und Bauart über Ausleger, die auf dem Rahmen des Fahrgestells montiert sind. Darauf befinden sich ein oder mehrere Drehteller, die mit zwei oder mehrgliedrigen Zinken besetzt sind. Mit diesen rotierenden Zinken kann das Heu beim überfahren gewendet werden. Solche Kreiselheuer haben zwischen zwei und bis über sieben Meter Arbeitsbreite. Die größten Heumaschinen diese Art mit zehn Kreiseln mit jeweils sechs Zinkenarmen laufen auf fast einem Dutzend kleindimensionierter und damit besonders bodenschonender Ballonreifen und erreichen Arbeitsbreiten von dreizehn Metern. Damit Heuwender mit weiten Auslegern auf öffentlichen Verkehrswegen fahren und platzsparend untergestellt werden können, lassen sich die Ausleger hydraulisch anklappen. Kompakte Heumaschinen zum Wenden des Grasschnitts können auch auf einem waagerecht ausgerichteten Rahmenträger installiert sein, bei dem umlaufende Riemen die Zinken aufnehmen. Bei Arbeitsbreiten von zwei Metern sind diese Heumaschinen für die Bearbeitung kleinerer Flächen geeignet.

Kombinierte Heumaschinen aus Wender und Schwader

In einem dritten Arbeitsschritt muss das getrocknete, verteilt liegende Gras vor dem Pressen gesammelt werden. Für dieses so genannte Schwaden gibt es Heumaschinen, die etwa als Sternschwader konstruiert sind. üblich sind jedoch auch kombinierte Heumaschinen, die als Schwader und Heuwender in einem Aufbau realisiert werden. Dazu werden zinkenbesetzte Kreisel mit Rechen zusammen auf einem bereiften Anbaugerät verbaut. Der Betrieb dieser kombinierten Heumaschine erfolgt wie bei anderen Heumaschinen in Anbauweise über das Zugfahrzeug.

Heumaschinen zur Vorbereitung der Heulagerung

Um das in langen Reihen auf der Wiese angehäufelte Heu offen einlagern zu können, gibt es Heumaschinen, die das Heu Heumasber ein motorangetriebenes Gebläse in einen Transportbehälter blasen. Mit Rohren versehen können diese Heugebläse das fertige Heu anschließend vom Transportbehälter auch in hochgelegene Lagerstätten befördern. Soll das Heu hingegen zum Lagern gepresst werden, stehen Strohpressen zur Verfügung, die als Anhänger mit Zapfwellenantrieb oder mit angebautem Motor als Hochdruckpresse konstruiert sind. Dabei wird das geschwaderte Heu von einer mit schmalen Stacheln besetzten Rotationsrolle in die Presse befördert, dort hochverdichtet und im gepressten Zustand aus dem Auswurf am hinteren Ende abgelagert. Strohpressen haben dabei Arbeitsbreiten von gut 2,5 Metern. Strohpressen in Hochbauweise ermöglichen das Pressen des Heus zu Rundballen, die am Ende des Arbeitsprozesses eine automatische Netzbindung erhalten.

Wichtige Hersteller von Heumaschinen

Claas (Heumaschine Volto, Trommelmähwerk Corto, Strohpresse Markant, Rundballenpresse Rollant u.a.); Deutz-Fahr (Kombi-Heumaschine Serien KH, KS, Kreiselmäher u.a.); Fella (Kreiselheumaschine TS-Serie, Heumaschine TH-Serie u.a.); Fortschritt (Kombi-Heumaschine u.a.); IHC (Strohpresse 422 u.a.); Krone (Heumaschine Serie KW, Schwader Swadro u.a.); Kuhn (Heuwender GF 4000 M u.a.); Niemeyer (Heumaschine HR-Serie u.a.); Pöttinger (Heumaschine Hit, Eurohit u.a.); Strela (Kombi-Heumaschine u.a.), Tonutti (Sternschwader T-Serie u.a.), Vicon (Kombi-Heumaschine CH 300 u.a.).
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