Bessere Traktion verbreitert das Einsatzspektrum von Allrad-Lkw

Bei der Pkw-Herstellung wird der technisch aufwändige Allradantrieb längst nicht mehr nur für hochpreisige Gelände- und Sportwagen, sondern selbst in Kleinwagen-Baureihen als Alternative zum herkömmlichen Vorder- oder Hinterradantrieb realisiert. Der Grund für die immer weitere Verbreitung dieser Technik: Wird die Antriebskraft auf alle Räder eines Fahrzeugs verteilt, verbessern sich Fahreigenschaften und Traktion insbesondere auf rutschigen Untergründen. Ein Vorteil, den sich die Hersteller von Nutzfahrzeugen im Lkw-Bau schon seit den 1930er Jahren zu Nutzen machten, als die ersten serienmäßig produzierten Allrad-Lkw vom Band liefen. Die bessere Traktion dieser Lkw verbreiterte in der Folge ihr Einsatzspektrum und heute gehören Allrad-Lkw zum Standard-Programm fast aller großen Nutzfahrzeughersteller. Allrad-Lkw werden mit unterschiedlichen Aufbauten vor allem als Baustellenfahrzeuge angeboten, kommen jedoch ebenfalls in der Landwirtschaft sowie als Kommunalfahrzeuge und Feuerwehrautos zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es Sonderkonstruktionen, die etwa als Expeditionsfahrzeuge genutzt werden.

Allrad-Lkw als Baustellenfahrzeuge

In der Bauwirtschaft ist es besonders wichtig, Fahrzeuge zur Verfügung zu haben, die sich trotz ihres hohen Gewichts auch unter schwierigen Geländeverhältnissen sicher manövrieren lassen. Die Konstrukteure bieten daher in fast allen Gewichtsklassen Allrad-Lkw mit verschiedenen Aufbauten an. Der klassische Baustellen-Lkw mit Allradantrieb ist als Dreiseitenkipper oder Kipper konstruiert. Darüber hinaus gibt es Allrad-Lkw mit Kranaufbauten, die als Autokran oder Baukran eingesetzt werden. Eine Sonderform stellen die mit Drehtrommeln ausgestatteten Allrad-Lkw dar, die als Betonmischer genutzt werden. Die größten Allrad-Lkw kommen als Dumper zum Einsatz.

Der Unimog als Sonderform des Allrad-Lkw

In den 1950er Jahren als Allrad-Traktorspeziell für die Landwirtschaft konzipiert, entwickelte sich der von Daimler-Benz gebaute Unimog in der Folgezeit vom Ackerschlepper immer mehr zum multifunktionalen Allrad-Lkw. Der Grund: Der geländegängige Unimog erreicht straßentaugliche Geschwindigkeiten, ist als Zugfahrzeug geeignet und kann als Geräteträger zugleich mit fast allen üblichen Anbauten kombiniert eingesetzt werden. Als Sonderform des Allrad-Lkw erweiterte der Unimog damit den Einsatzbereich dieser Fahrzeuge weiter.

Allrad-Lkw als Kommunalfahrzeuge und Feuerwehrautos

Wegen seines Allround-Arbeitsprofils etablierte sich der Allrad-Lkw Unimog insbesondere in den kommunalen Fuhrparks sowie als geländegängiges Feuerwehrauto. Im Rettungswesen kommen jedoch auch andere Allrad-Lkw auf Basis von Serienfahrgestellen zum Einsatz. So sind Lösch- und Tankfahrzeuge der neueren Generationen in der Regel durchgehend als Allrad-Lkw konstruiert, um den speziellen Anforderungen als Feuerwehrautos gerecht werden zu können. Im kommunalen Bereich kommen Allrad-Lkw vor allem im Straßenbetriebsdienst etwa als Kipper zum Einsatz.

Internationale Hersteller von Allrad-Lkw

Daimler-Benz (Allrad-Lkw Mercedes-Benz Actros, Atego, Unimog u.a.); Hanomag AL 28 u.a.); Iveco (Allrad-Lkw Iveco Trakker u.a.); MAN (Allrad-Lkw MAN 630, L 27, TGX u.a.); Scania (Allrad-Lkw Scania R 420 u.a.); Steyr (Allrad-Lkw Steyr 12 M 18 u.a.); Volvo (Allrad-Lkw Volvo C 303 u.a.);
Nach oben