Der Motoren- und Nutzfahrzeughersteller Deutz

Als die Vorläufergesellschaft des Kölner Motoren- und Fahrzeugherstellers Deutz im Jahr 1864 gegründet wurde, entstand eine Art technisches Think Tank, in dem Erfinder wie die Ingenieure Otto, Daimler und Maybach an der Konstruktion moderner Verbrennungsmotoren arbeiteten. Der Motorenbau wurde folgerichtig zu einem der wichtigsten Geschäftsfelder der späteren Deutz AG, die insbesondere durch ihre luftgekühlten Dieselmotoren bekannt wurde, aber auch Lokomotiven und komplette Industrieanlagen fertigte. Als Hersteller von Nutzfahrzeugen traten die Kölner erstmals Mitte der 1920er Jahre in Erscheinung, als sie den ersten Deutz Traktor auf den Markt brachten. Ab Mitte der 1930er Jahre erweiterte Deutz sein Programm durch die Übernahme des süddeutschen Nutzfahrzeugproduzenten Magirus um Lkw und Busse. Während der Name Deutz nach der Veräußerung der Landtechniksparte an den italienischen Same-Konzern im Jahr 1995 für Schlepper und landwirtschaftliche Maschinen weiterhin genutzt wurde, ging die Lkw-Marke Magirus-Deutz in den 1980er Jahren im fusionierten Iveco-Konzern auf.

Die ersten Traktoren von Deutz werden im Jahr 1926 verkauft

Mit den Traktoren der Serie Deutz MT brachte das Kölner Unternehmen ab dem Jahr 1926/7 als einer der ersten Hersteller in Deutschland Ackerschlepper auf den Markt, die von leistungsfähigen Dieselmotoren angetrieben wurden. Mit Treckern wie dem Deutz F 3M stellte die Firma in den 1930er Jahren zugkräftige Schlepper für große Flächen mit einer Motorleistung von bis zu 45 PS vor. Zugleich wurden in dieser Zeit kleine Traktoren der Baureihe Deutz F 1M gefertigt. Ab den 1950er Jahren präsentierte Deutz mit den D 15 bis D 80 Kleintraktoren und Schlepper der höheren Gewichtsklassen. Nach der Vorstellung einer neuen Generation von Traktoren der Deutz D-Serie sowie der Deutz Intrac Ende der 1960er Jahre fusionierte das Unternehmen seine Landmaschinensparte im Jahr 1975 mit dem Traditionshersteller Fahr zur neuen Marke Deutz-Fahr.

Traktoren und Landmaschinen von Deutz-Fahr

Die Schlepper der Serie Deutz-Fahr DX waren Ende der 1970er Jahre die ersten Traktoren, die unter dem neuen Namen vermarktet wurden. Die Deutz-Fahr DX wurden zur kompletten Modellfamilie vom Kleintraktor mit gut 45 PS bis zum 200-PS-Großtraktor entwickelt und bildeten zugleich die technische Grundlage für die ab Ende der 1980er Jahre vorgestellten Nachfolger der Deutz-Fahr Agroton-Generation. In seinen neueren Baureihen deckte der Produzent mit dem Kleintraktor Deutz-Fahr Agrokid über die Agroplus und Agrofarm bis hin zum 275 PS leistenden Deutz-Fahr Agrotron X 720 das gesamte Gewichtsspektrum im Schlepperbau ab. Zum Programm gehörten zudem Teleskoplader der Baureihe Deutz-Fahr Agrovector sowie Erntemaschinen.

Lkw und Busse der Marke Magirus-Deutz

Nach der Übernahme des Nutzfahrzeugherstellers Magirus im Jahr 1936 etablierte sich die bis dahin vor allem im Traktoren- und Dieselmotorenbau aktive Firma Deutz als eigenständiger Produzent von Lkw, Feuerwehrautos und Bussen, die bis in die 1980er Jahre unter dem Namen Magirus-Deutz verkauft wurden. Bekannt wurden insbesondere die mit luftgekühlten Dieselmotoren ausgestatteten Lkw, die der Konstrukteur in den mittleren Gewichtsklassen als Magirus-Deutz Mercur oder Pluto anbot, sowie die bis in die 1970er Jahre gefertigten Schwerlaster in Langhaubenbauweise. Im Verbund mit anderen Herstellern entstanden später die Magirus-Deutz Frontlenker der mittleren und schweren Gewichtsklassen in den T- oder P-Bauserien. Die Lkw von Magirus-Deutz kamen im Nah- und Fernverkehr mit verschiedenen Aufbauten oder als Kipper und verbreitet auch als Kommunalfahrzeug und Feuerwehrauto zum Einsatz. Zudem fertigte Magirus-Deutz Busse für den öffentlichen Nahverkehr, Überlandbusse und Reisebusse.
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