Der Mercedes-Benz Actros wird im Jahr 1996 am Markt eingeführt

Die Produktionszyklen der einzelnen Baureihen sind im Nutzfahrzeugsektor in der Regel länger als im Pkw-Bau. Als der Hersteller Daimler im Jahr 1996 den Mercedes-Benz Actros an die ersten Kunden auslieferte, löste er mit diesem Modell nach fast einem viertel Jahrhundert die Lkw-Baureihe seiner Mercedes-Benz SK ab. Entsprechend viele Neuerungen gab es beim Actros. Waren die Mercedes-Benz SK noch pragmatisch nach ihrem Gewicht Schwere Klasse (SK) benannt worden, führte Daimler nun eine neue Nomenklatura für seine Nutzfahrzeuge ein. Der Actros machte im Jahr 1996 als Schwerlaster und damit zugleich Flaggschiff der Lkw-Flotte in den Gewichtsklassen von 18 bis 26 Tonnen den Anfang. In den kleineren Gewichtsklassen folgten bald darauf die Mercedes-Benz Atego und Mercedes-Benz Axor. Damit war kurz nach der Jahrtausendwende ein Generationenwechsel bei den Daimler Trucks abgeschlossen.


Neue Technologien für den Mercedes-Benz Actros

Die erste Generation des Mercedes-Benz Actros brachte neben neuem Namen und Design zugleich technische Neuerungen. Im Schwerlaster Actros setzten die Ingenieure erstmals in Großserie vernetzte elektronische Steuerungssysteme ein, die einen sichereren und wirtschaftlicheren Betrieb des Fernverkehrslasters sowie eine effizientere Wartung des Mercedes-Benz Actros ermöglichen sollten. Ab dem Baujahr 2006 konnten Aufbauten und Anhänger in die elektronischen Bordsysteme integriert werden. Gebaut wurde der Actros der ersten Generation als Fahrgestell oder Sattelzugmaschine mit unterschiedlich großen Führerhäusern für den nationalen und internationalen Fernverkehr sowie als Baustellenfahrzeug. Auch eine dreiachsige Version des Actros für Schwertransporte über 40 Tonnen stand im Programm.


Neue Motoren für den Mercedes-Benz Actros

Ebenfalls neu waren die in V-Bauweise konstruierten Sechs- und Achtzylindermotoren des Mercedes-Benz Actros. Die kleinen Aggregate der Abgasklassen Euro 2 und Euro 3 kamen zunächst auf Leistungswerte zwischen 230 kW (313 PS) und 335 kW (456 PS). Mit den V8-Motoren konnte der Mercedes-Benz Actros über bis zu 420 kW (571 PS) verfügen. Nach einem Facelift im Jahr 2003 leistete das später auch in einer Sonderserie als Mercedes-Benz Black Edition aufgelegte Topmodell bis zu 450 kW (612 PS). Ab dem Jahr 2004 war der Actros mit abgasgereinigten Aggregaten der Klassen Euro 4 und Euro 5 zu haben. Im Jahr 2008 zeigte Daimler den Mercedes-Benz Actros der ersten Generation dann in nochmals leicht veränderter Form mit modifizierten Motoren, bevor im Baujahr 2011 die zweite Generation der Baureihe Mercedes-Benz Actros auf den Markt kam.


Neue Rahmen für die zweite Generation des Mercedes-Benz Actros

Für die neue Generation des Mercedes-Benz Actros konzipierten die Daimler-Ingenieure neue Reihen-Motoren der Klassen Euro 5 und Euro 6, die nun als Common-Rail-Diesel gebaut wurden. Insgesamt standen für die zweite Actros-Generation sieben unterschiedliche Fahrerhäuser bis 2,50 Meter Breite und über 2,10 Meter maximaler Stehhöhe im Programm. Neben der neu gestalteten Karosserie erhielt das Fahrgestell des Schwerlasters zudem einen verbreiterten Lochrahmen, bei dem die Überhänge nach Bedarf gestaltet werden konnten und der die Aufnahme unterschiedlichen Aufbauten erleichtern sollte.


Der Mercedes-Benz Actros als Fahrgestell und Sattelzugmaschine

Wie sein Vorgänger war der Mercedes-Benz Actros der zweiten Generation in verschiedenen Radständen als Fahrgestell oder Sattelzugmaschine für den Fernverkehr oder den schweren Verteilerverkehr zu bekommen. So wurde der Mercedes-Benz Actros etwa vorbereitet für einen klassischen Pritschen- und Kofferaufbau oder mit einem Wechselrahmen angeboten. Darüber hinaus stand der Actros von Mercedes-Benz für Sonderaufbauten als Autotransporter oder für Silo- und Tankaufbauten zur Verfügung. Als Baustellenfahrzeug produzierte Mercedes-Benz den Actros überdies für den Einsatz als Kipper oder Absetzkipper, Betonmischer und Holztransporter.


Nach oben