Vielfalt im Transportersektor: Der Sprinter von Mercedes Benz

Beim Mercedes-Benz-Sprinter handelt es sich um einen Kleintransporter im Kastenwagen-Format. Er erschien 1995 und löste den bis dato produzierten Mercedes-Benz T 1 ab. Der Sprinter erhielt noch im Erscheinungsjahr eine Auszeichnung als „Van of the year“. Die zweite Modellgeneration erschien im Jahr 2006. Der Sprinter erfreut sich großer Beliebtheit und wurde, teilweise unter anderem Namen, auch im Ausland angeboten.


Der Mercedes-Benz-Sprinter in der Urversion

Obwohl der Sprinter auf dem Mercedes-Benz T1 beruht, weist sein Aussehen deutliche Abweichungen zu diesem auf. So wurde die kantige Front des T1 durch eine schräg verlaufende Motorhaube ersetzt. Das Transportvolumen des ersten Sprinters beträgt maximal 17 m³. Verantwortlich für die Unterschiede im Stauraum sind die verschiedenen Ausführungen, die unter anderem 2 unterschiedliche Höhen sowie 3 verschiedene Radstände beinhalten. Während der Produktionszeit von 1995–2006 kamen verschiedene Motoren zum Einsatz, darunter ein Ottomotor mit 2,3 Liter Hubraum und einer Maximalleistung von 105 kW sowie verschiedene Dieselantriebe mit 2,2–2,9 Liter Hubraum und 58–115 kW Leistung. Auch das Aussehen des Sprinters wurde Überarbeitungen unterzogen.
So weisen die ab Februar 2002 produzierten Modelle stromlinienförmige Scheinwerfer und Blinker auf. Das Armaturenbrett erhielt neue Instrumente sowie einen integrierten Schalthebel. Eine weitere Veränderung fand in der Elektronik statt, die auf CAN-Bus umgestellt wurde. Bereits im Herbst desselben Jahres nahm Mercedes-Benz eine weitere Überarbeitung vor. Dabei wurden die bestehenden Rücklichter durch zweifarbige Exemplare ersetzt und der Kühlergrill in Wagenfarbe lackiert.

Neben dem Baujahr lassen sich die Modelle auch anhand der Typenbezeichnung unterscheiden. So tragen alle bis 1997 produzierten Modelle die Kennung W 901. 1998 führte der Stuttgarter Hersteller die Bezeichnungen W 902 bis 905 ein. Bei dreistelligen Nummerncodes wie 308 oder 408 weist die erste Zahl auf die zulässige Gesamtmasse hin. Im Gegensatz dazu steht die Bezeichnung T1N für Modelle, die für den russischen Markt produziert wurden. Abgesehen davon handelt es sich um normale Serienausführungen.


Der Mercedes-Sprinter der 2. Generation

Mit der 2006 vorgestellten Sprinter-Generation erweiterte Mercedes-Benz die Vielfalt innerhalb der Serie. Dabei wurde auch eine Unterteilung in geschlossene Baumuster (Kombis und Kastenfahrzeuge) und offene Baumuster (Doppelkabine und Fahrerhaus) vorgenommen. Die letztgenannten Versionen erlauben es, verschiedene Aufbauten auf dem hinteren Teil des Fahrzeugs zu montieren. So lässt sich der Mercedes Sprinter beispielsweise in einen Pritschenwagen verwandeln.
Der neue Sprinter fand auch in China zahlreiche Käufer, worauf Mercedes dort eine eigene Produktionsstätte errichtete. Dabei wurden Kooperationen mit lokalen Unternehmen initiiert, die Aufbauten für den Sprinter produzieren, darunter Varianten für den Polizei-Einsatz sowie die Verwendung im Krankentransport. Auch in Deutschland wurden ähnliche Verträge mit Fremdherstellern geschlossen. So produziert das Herstellerwerk Dortmund Minibus-Varianten mit bis zu 30 Sitzplätzen.


Karosserievarianten und technische Daten

Ebenso vielfältig wie die Aufbauten sind auch die Karosserien, die für den Sprinter angeboten werden. Käufer haben die Wahl zwischen 3250, 3665 und 4325 mm Radstand. Die Fahrzeuglänge reicht von 5,24 bis 7,34 m, während das Gesamtgewicht zwischen 2,0 und 5,0 t liegt. Manche Modelle besitzen einen Tiefrahmen für die Nutzung als Wohnmobil. Bei den Kabinen bietet der Hersteller die Wahl zwischen Normal- und Doppelkabinen. Hinzu kommen Optionen wie diverse Hinterachsübersetzungen und ein Doppelfahrernebensitz. Für die Hinterachse sind verschiedene Blattfedervarianten wählbar. In der Summe führt dies zu rund 1.000 verschiedenen Grundkonfigurationen, die allesamt ab Werk erhältlich sind.

Auf der Antriebsseite standen ursprünglich Dieselmotoren mit 4 oder 6 Zylindern sowie ein V6-Benzinmotor zur Wahl. 2008 erweiterte das Modell 316 NGT die Palette um einen Erdgasantrieb. Auch die Getriebeauswahl wurde im Lauf der Jahre erweitert. So hatten Käufer ursprünglich die Wahl zwischen 5- und 6-Gang-Getrieben. Seit 2012 bietet Mercedes-Benz zusätzlich mit dem 7G-Tronic eine Automatikvariante mit 7 Gängen für den Sprinter an. Eine weitere Neuheit ist der Einsatz von Turboladern bei den 4-Zylinder-Modellen, die 2009 eingeführt wurde.


Spätere Modelle und ihre Unterschiede zu den Vorgängern

Wie schon bei der ersten Generation wurde auch der spätere Sprinter 2013 einer gründlichen Überarbeitung unterzogen. Dabei rüstete man die Motoren um, um die Abgasnorm Euro 6 zu erfüllen. Gleichzeitig wurde ein Seitenwind-Assistent integriert, der den Sprinter besser auf der Spur halten soll. Weitere elektronische Fahrhilfen sind der „Collision Prevention Assist“, der den Fahrer über Warnsignale auf gefährliche Situationen hinweist sowie ein adaptiver Bremsassistent. Im Zuge der Überarbeitung führte Mercedes ebenfalls eine schwerere Version mit 5,5 t ein. Damit erhöhte sich gleichzeitig die Nutzlast auf 450 kg. Neben technischen Veränderungen wurde auch die Karosserie weiter optimiert. So besitzen spätere Modelle eine größere Laderaumschiebetür. Damit ist es erstmals möglich, Europaletten quer in den Sprinter zu laden.


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