Der Unimog 411 – ein kraftvolles Nutzfahrzeug

Der Unimog 411 gehörte zur Ur-Reihe der Unimogs von Mercedes-Benz. Sein Produktionszeitraum lag zwischen 1956 und 1974, wobei sowohl offene als auch geschlossene Varianten erhältlich waren. Es handelte sich bei dem Unimog 411 um ein Nutzfahrzeug, welches als Arbeitsmaschine, Ackerschlepper oder Geräteträger einsetzbar war. Als Konstruktionsbasis diente der Unimog 401, eines der Vorgängermodelle. In die Baureihe der Unimogs ordnete sich der Unimog 411 zwischen die Unimogs 401/402 und den Unimog 421 ein.


Die 12 Baumuster des Unimog 411

Vom Unimog 411 existierten 12 Baumuster, die wiederum in unterschiedliche Modellvarianten unterteilt waren. Unterschiede bestanden diesbezüglich beispielsweise beim Radstand, welcher 2.570 mm, 2.120 mm und 1.720 mm betragen konnte. Die Kunden hatten die Auswahl aus den Versionen mit geschlossenem Fahrerhaus und der klassischen offenen Variante. Die geschlossene Ausführung war als Typ B und die offene Ausführung als Typ DvF erhältlich, wobei letztere Variante Ähnlichkeiten zu den Mercedes-Benz-LKWs der 1960er Jahre aufwies. Die Fahrzeuge besaßen eine von 5 Motorisierungen, entweder 25 PS, 30 PS, 32 PS, 34 PS oder 36 PS.


Die Geschichte des Unimog 411

Das Modell Unimog 411 war in die Varianten Ur-411, 411a, 411b und 411c unterteilt. Als Nachfolger galt der Unimog 421, da er technisch auf dem 411 basierte, wenngleich auch große Überschneidungen in der Produktionszeit bestanden. Ein direkter Nachfolger existierte nicht, weil es sich um den letzten klassischen Unimog handelte. Der Unimog 411 diente in der Landwirtschaft unter anderem als Erntemaschine, wobei zum Beispiel ein Maispflüger zur Verfügung stand. Mit einem Langholzanhänger ausgestattet, beförderte der Unimog 411 meterlange Baumstämme aus dem Wald. Ein Mähbalken wiederum verwandelte den U 411 in eine Erntemaschine.


Der Preis musste stimmen

Das Modell U 30 wies einen westdeutschen Listenpreis von 12.500 DM auf. Das mit einem offenen Fahrerhaus ausgestattete Fahrzeug war 1956 auf dem Markt erhältlich. Ab 1961 bot Mercedes-Benz das Modell D32 zu einem Listenpreis von 14.350 DM an. Zu den Besonderheiten gehörten der Kompressor, die Anhängerbremsanlage und der Doppeldruckmesser. Mit rund 14.720 DM unwesentlich teurer war der DL, der ebenfalls ab 1961 zu bekommen war. Der DFL 32 verfügte in der Serienausstattung über ein geschlossenes Fahrerhaus, eine Heizung und einen Reifenfüllschlauch. Der Verkaufspreis betrug in der Basisausstattung 16.575 DM. 1961 erschien der H 32 auf dem Markt für einen Listenpreis von 15.100 DM und mit einer Serienausstattung, die eine Hydraulikanlage und einen Dreipunktheckkraftheber umfasst. Der HL 32 war für 15.470 DM erhältlich, während der HFL 32 rund 17.475 DM und der D 34 15.300 DM kosteten.


Die Farben entsprachen dem klassischen Bild der 1950er Jahre

Die Farbauswahl bestand beim Unimog 411 aus wenigen Standardfarben und zahlreichen zusätzlichen Sonderfarben. Unimog-Grün gehörte zu den Klassikern für die Baureihe und war bereits von den Vorgängerfahrzeugen bekannt. Es handelte sich um die Standardfarbe, für welche sich gut 54 % der Käufer entschieden. 3 % der Fahrzeuge waren in der Farbe LKW-Grau lackiert, welche ab Werk lieferbar war. LKW-Grün wurde ab 1966 die Standardfarbe für den Unimog 411, woraufhin 20 % aller Modelle der Baureihe diese Farbe erhielten. Unter anderem die Deutsche Bundespost, die Deutsche Bundesbahn und das Militär bestellten den Unimog 411 in Sonderfarben. Die Lackierung der Achsen, der Federn, des Tanks und des Rahmens erfolgte in Tiefschwarz und nicht in der Wagenfarbe. Zeitweise verwendete Daimler-Benz Chassisrot für diese Bauteile. Die Räder wiesen eine karminrote Farbgebung auf und hoben sich dadurch von der übrigen Farbgestaltung ab.


Ein weiter Weg – die Entwicklung vom Unimog 401 zum 411

Der Unimog 401 war das 1. Modell seiner Klasse, das als Markensignet den Mercedes-Stern verwenden durfte. Auf der Basis des Unimog 401 entwickelte der Hersteller den Unimog 402. Der Radstand war um 40 cm länger, sodass die Nutzung von längeren Aufbauten möglich war. Der Basis-Unimog 401/402 wurde zum Unimog 411, indem die Konstrukteure die Motorleistung anhoben. Der Unimog 411 ersetzte seine Vorgänger, weil er in den gleichen Radständen angeboten wurde. Ein Jahr nach der Einführung hatten die Käufer die Wahl zwischen dem klassischen, klauengeschalteten Getriebe und dem synchronisierten Getriebe. In Serie ging das synchronisierte Getriebe im Jahr 1959. Die Unimogs 401 und 402 waren wie der Unimog 411 mit geschlossenem und offenem Fahrerhaus erhältlich.


Das Zubehör sorgte für den Unterschied

Mit dem passenden Zubehör verwandelte sich der Unimog 411 in ein vielseitig nutzbares Fahrzeug. Daimler-Benz entwickelte in Zusammenarbeit mit Busatis das Mähwerk vom Typ BM 62 KW. Der Antrieb der Frontseilwinde erfolgte über eine Zapfwelle. Zusätzlich waren die beiden Seilwindentypen A und C verfügbar, die jeweils eine Zugkraft von 30 kN aufwiesen. Die Seillänge betrug 50 m bei einem Seildurchmesser von 11 bis 12 mm.


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