Beim Renault Magnum handelt es sich um das schwerste Fahrzeug des französischen Automobilherstellers Renault. Der Truck wurde als Nachfolger der Renault R-Serie 1990 unter der Bezeichnung Renault AE Magnum eingeführt, und bis der leichtere Renault Premium 1996 als Nachfolger der R-Serie auf den Markt kam, parallel dazu angeboten. Seit 2013 gibt es einen Nachfolger für den Magnum, das Modell Renault T-Truck. Bereits im Jahr 1998 änderte Renault den Namen von AE Magnum auf Magnum.

Ein völlig neues Konzept im Lkw-Bau – der Renault Magnum

Mit dem Renault Magnum brachte Renault einen LKW in den Handel, der nach einem vollkommen veränderten Konzept entstand. Renault trennte den Motorraum vollständig vom Führerhaus ab, sodass die Kabine einen glatten Boden ohne Motortunnel erhielt. Die Konstruktion führte zu einer spürbaren Verminderung sowohl des Geräuschpegels als auch der Vibrationen. Der neue Innenraum ging einher mit einer optischen Abtrennung des Führerhauses vom restlichen Fahrzeug. Aufgrund seiner ausgeprägten Quaderform in Verbindung mit den hohen Scheiben wirkt der Renault Magnum auch heute noch außergewöhnlich bullig, ohne dabei plump auszusehen. Bei Renault gehörte bei den Sattelschleppern eine Chassisverkleidung zur Serienausstattung, normalerweise war diese, wenn überhaupt, lediglich als Sonderausstattung erhältlich. Als ebenfalls neue Grundausstattung kam der Einbau elektrischer Jalousien ab Werk hinzu. Eine weitere Neuheit stellt der Einstieg zum hoch liegenden Fahrerhaus dar, welcher nun hinter der Vorderachse platziert wurde.

Die Technik des Magnum

Die ersten Renault Magnum erhielten einen Motor mit 390 PS (285 kW), beim nachfolgenden Modell standen Maschinen mit 400 PS (295 kW), 440 PS (325 kW) sowie 480 PS (353 kW) zur Auswahl, die letzte Serie des Magnum gab es nur noch mit 460 PS (339 kW) oder 500 PS (368 kW). Der Reihen-Sechszylinder-Dieselmotor besaß zwischen 12,8 und 16,4 Liter Hubraum, die Motoren stammten aus der Motorenbaureihe DXi13 von Volvo. Serienmäßig ausgestattet war der Magnum mit einem 16-Gang-Schaltgetriebe, das ZF Friedrichshafen herstellte. Optional war der Einbau eines entsprechenden Automatikgetriebes. Das Gesamtkonzept des Trucks ist bis heute einmalig und stand für viele Änderungen, insbesondere bezüglich des Fahrerhauses, Pate. Dementsprechend erhöhten und vergrößerten auch andere Nutzfahrzeughersteller die Fahrerkabine, gaben ihren Modellen eine größere Stehhöhe und einen ebeneren Boden. 1991 bekam der Renault Magnum den Titel „Truck of the Year“. Faceliftings und größere Modellpflegemaßnahmen fanden in den Jahren 1998, 2002 sowie 2010 statt, dabei wurde das Interieur des Fahrerhauses jeweils komplette überarbeitet. Besonders großer Beliebtheit erfreute sich der Magnum in seinem Herkunftsland Frankreich, wurde und wird jedoch auch in Deutschland und anderen Ländern gerne gefahren.
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