Der Renault Trafic – ein Kleintransporter für vielfältige Anwendungen

Der Renault Trafic fällt in die Kategorie der leichten Nutzfahrzeuge. Es handelt sich um einen Kleintransporter oder Kleinbus, der erstmals 1980 angeboten wurde. Der Trafic wurde 2002 zum „Van of the year“ gewählt und diente mehrmals anderen Marken als Basis für eigene Modelle.


Der Renault Trafic in der 1. Generation

Als der Trafic 1980 auf dem Markt erschien, setzte er die Tradition des Renault Estafett fort, der seit Ende der Fünfzigerjahre im Katalog des französischen Herstellers vertreten war. Während dieser noch eine maximale Nutzlast von 1 t bot, war der Trafic von Anfang an für höhere Lasten konzipiert. So stellte er im Renault-Programm das Nutzfahrzeug für 2,1 bis 2,8 t dar, während größere Gewichte dem Renault Master vorbehalten waren. Nichtsdestotrotz wartete der Trafic mit interessanten Details auf. So bot er eine Mischung aus Front- und Heckantrieb, was ein eher ungewöhnliches Merkmal für einen Kleintransporter darstellte.
Die unterschiedlichen Antriebsvarianten lassen sich an der Modellbezeichnung erkennen. So ist der Frontantrieb im Trafic-T zu finden, dagegen kommt der Heckantrieb im Trafic-P zum Einsatz. 1985 rundete eine Allradversion das Angebot ab. Die unterschiedlichen Antriebe sollten den Trafic für einzelne Einsatzbereiche optimieren. So zielte der Frontantrieb auf den Personentransport ab, der Heckantrieb war hingegen im Kleintransporter und Pritschenwagen zu finden. Der erste Trafic besaß eine Fahrzeughöhe von 2,03 m, während die Länge zwischen 4,33 und 4,43 m variierte. Auf der Antriebsseite kamen sowohl Otto- als auch Dieselmotoren zum Einsatz.


Design und Überarbeitungen

Die Modelle dieser Serie lassen sich an der kantigen Form erkennen, die zur damaligen Zeit üblich war. Dabei kam eine strömungsgünstige Haube zum Einsatz, die vom Kühlergrill aus stetig anstieg, um mit der Frontscheibe eine durchgehende Linie zum Dach zu bilden. 1989 passte Renault den Transporter an die Veränderungen im Zeitgeist an. Im Zuge dessen wich die kantige Formgebung einem runderen Design. Parallel dazu wurde die Motorleistung verändert. So gab es nun auch eine Dieselversion mit 55 kW, während die Benzinmodelle zusätzlich mit 70 kW erhältlich waren. 1994 wurde die Motorenpalette nochmals überarbeitet. Man hob unter anderem die Leistung des Benzinantriebs auf 74 kW an.


Der Trafic II

Die 2. Modellgeneration wurde 2001 vorgestellt. Der bereits beim Urmodell eingeschlagene Weg zu runderen Formen setzte sich beim Trafic II fort. Dabei stattete Renault ihn mit tropfenförmigen Scheinwerfern sowie einer Kuppel über den Fahrerplätzen aus. Ebenso erhielten die Heckscheinwerfer eine futuristische Optik.


Antrieb und technische Daten

Eine weitere Veränderung stellte die Erhöhung der Nutzlast dar, die nun bei 1 und 1,2 t lag. Der Trafic II erschien mit 2 Fahrzeuglängen: 4,78 m und 5,12 m. Das Leergewicht bewegte sich zwischen 1.785 und 1.976 kg. Die verwendeten Otto- und Dieselmotoren erfüllten nun die Euro-3-Schadstoffnorm. Die kleinste Motorisierung bestand aus einem 1,9-l-Dieselmotor mit 4 Zylindern, der maximal 60 kW leistete. Er wurde ergänzt durch 2 weitere Dieselantriebe mit 1,9 und 2,5 l Hubraum, die 74 und 99 kW leisteten. Der Benzinantrieb beschränkte sich hingegen auf einen einzelnen 4-Zylindermotor mit 16 Ventilen und 88 kW Leistung.


Design und Überarbeitungen

Im Jahr 2006 erfuhr der Trafic II eine Überarbeitung. Dabei zog ein 6-Gang-Quick-Shift-Getriebe in den Modellkatalog ein. Ebenso wurden die Motoren optimiert und erreichten nun die Euro-4-Norm ohne Partikelfilter. Der Trafic besaß nun mindestens 2 l Hubraum und 66 kW Leistung. Eine Ausnahme stellten die Modelle dar, die über Kooperationspartner in Osteuropa vertrieben wurden und weiterhin über einen 1,9-l-Motor angetrieben wurden.


Die verschiedenen Ausführungen des Renault Trafic II

Renault bot Käufern des Trafic II eine umfangreiche Auswahl an Versionen und Optionen an. So gab es neben dem Nutzfahrzeug auch 3 Pkw-Versionen mit maximal 9 Sitzplätzen. Als Nutzfahrzeug wartete Renaults Kleintransporter mit verschiedenen Nutzlastklassen, Radständen sowie der genannten Auswahl an Motoren auf. Es gab ihn als Kastenwagen mit Einzel- und Doppelkabine, die zusätzlich die Wahl zwischen Normaldach (1,98 m Höhe) und Hochdach (2,50 m Höhe) boten. In der Summe ergaben sich so 40 verschiedene Versionen des Fahrzeugs. Darunter die „Passenger Black Edition“, deren Seiten- und Heckscheiben ab Werk getönt waren. Der Trafic II wurde bis 2014 produziert.


Der Renault Trafic III

Wie schon bei den Vorgängermodellen brachte auch die 3. Modellgeneration optische Veränderungen mit sich. Die auffälligste Neuerung des 2014 vorgestellten Fahrzeugs war eine neue Frontpartie, die den cw-Wert reduzieren sollte. Zusätzlich bot sie einen verbesserten Aufprallschutz für Kollisionen mit Fußgängern. Die Türgriffe wurden zwecks höherer Funktionalität nun horizontal verbaut.


Motoren und Leistung

Der Trafic III wird von einem R4-Dieselmotor mit 1,6 l Hubraum angetrieben. Je nach Ausführung bewegt sich die Motorleistung zwischen 70 und 107 kW. Ebenso modellabhängig ist die Wahl zwischen Einzel- und Twin-Turbolader. Zu den Gemeinsamkeiten aller Modelle zählen der Vorderradantrieb sowie das 6-Gang-Schaltgetriebe.


Ausstattung und Sicherheit

Beim Trafic III spielt das Thema Vernetzung eine große Rolle. Dazu zählen Anschlüsse und Halterungen für Laptops, Tablets und Smartphones. Ebenso besitzt der Trafic III ein berührungsempfindliches Display, das die Steuerung der Mobilgeräte erlaubt. Renault sprach in diesem Zusammenhang vom „mobilen Büro“. Dazu zählen auch 14 Ablagefächer im Cockpit, in denen sich Schreibunterlagen deponieren lassen. Das größte dieser Fächer besitzt eine Kapazität von 54 l. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen kommt der Trafic III ohne Zündschlüssel aus. Stattdessen kommt eine Keycard zum Einsatz, die automatisch die Türen öffnet, sobald der Fahrer sich nähert. Zum Starten des Motors genügt ein Knopfdruck. Der Trafic III besitzt eine Rückfahrkamera sowie einen Einparkassistenten. Dabei lassen sich die Bilder der Kamera wahlweise auf dem Touchdisplay oder dem Rückspiegel anzeigen. Ein Berganfahrassistent unterstützt den Fahrer bei Steigungen über 10 %.

Zur Sicherheitsausstattung zählt ein erweiterter Spurhalteassistent, der auch schwierige Untergründe wie Schnee, Matsch oder Sand berücksichtigt. Ein besonderes Merkmal ist die elektronische Anhängerkontrolle. Sie reagiert auf Schlingerbewegungen und nimmt umgehend Korrekturen vor, um das Fahren mit Anhängern sicherer zu machen. Wer den Trafic III auch privat nutzt und Kinder hat, kann den Beifahrerairbag deaktivieren, wenn diese mitfahren. Neben den Modellen für den gewerblichen Einsatz ist der Trafic III unter der Bezeichnung „Kolibri“ auch als Campingbus erhältlich.


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