Der Traktorenhersteller Schlüter etabliert sich als Spezialist für Großschlepper

In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre erweiterte das bereits seit der Jahrhundertwende im Motorenbau aktive Unternehmen Anton Schlüter seine Produktion durch den Bau von selbst konstruierten landwirtschaftlichen Zugmaschinen. Die ersten Schlüter-Schlepper kamen im Jahr 1937 als Kleintraktoren mit Dieselaggregaten bis zu einer Leistung von 25 PS auf den Markt.
In den 1960er Jahren nutzte der Hersteller sein Know-how aus dem Bau PS-starker Dieselmotoren für die Entwicklung seiner ersten Hochleistungstraktoren.
In der Folgezeit etablierte sich Schlüter als Spezialist für Großschlepper und Systemtraktoren, die bis in die 1980er Jahre mit als die schnellsten und kräftigsten Schlepper galten, die zu dieser Zeit von einem europäischen Produzenten gebaut wurden. Nachdem der ostdeutsche Landmaschinenhersteller Schönebeck die Fertigung von Schlüter-Traktoren kurzzeitig übernommen hatte, liefen Anfang der 1990er Jahre die letzten in Serie produzierten Schlepper der Traditionsmarke Schlüter vom Band.


Schlüter-Traktoren der frühen Baujahre und Kompaktschlepper des Produzenten

In den ersten Nachkriegsjahren knüpfte der Traktorenhersteller Schlüter zunächst an die vor dem Zweiten Weltkrieg begonnene Kleinschlepper-Tradition an. Mit den Traktoren der Baureihen Schlüter AS, DS oder ASL kamen Zugmaschinen der Gewichtsklassen von zirka ein bis zwei Tonnen auf den Markt, die über eine Motorleistung zwischen rund 13 und 30 PS verfügten. Verbaut wurden dabei vor allem Viertakt-Dieselaggregate aus eigener Produktion. Ergänzt wurde das Programm bald durch schwerere Schlepper bis über drei Tonnen Einsatzgewicht, die wie der Schlüter AS 45 über kräftigere Antriebe verfügten.
In den 1960er Jahren entwickelte der Hersteller mit den Modellen seiner S-Baureihe eine neue Generation von Schleppern mit Direkteinspritzung, die in unterschiedlichen Leistungsstufen von 15 bis 60 PS in den Handel kamen. Das kräftigste Modell in dieser Baureihe war der Schlüter S 900, der auf bis zu 90 PS zugreifen konnte. Darüber hinaus konstruierten die Bayern mit Modellen wie dem Schlüter S 350V ab den 1960er Jahren auch Trecker mit Allradantrieb.
Bis in die 1980er Jahre hinein wurden überdies mittlere Traktoren der Serie Schlüter Compact hergestellt.


Schlüter-Traktoren der Baureihe Super

Als Hochleistungsschlepper führte Schlüter zur Wende in die 1970er Jahre mit den Traktoren der Baureihe Super Modelle ein, die zunehmend stärker motorisiert wurden. So kamen mit den Schlüter Super 1150 oder Super 1250 Zugmaschinen mit rund sieben Litern Hubraum und einer Leistung von über 100 PS auf den Markt, die eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 30 Stundenkilometern erreichen konnten.
Eines der erfolgreichsten Modelle der Baureihe wurde der Schlüter Super 1050, der bis Ende der 1980er Jahre im Programm blieb. Spitzenmodelle in der 7,5 Tonnen Klasse wurden die Schlüter Super 2000 und Super 3000 mit einer Leistung von bis zu 300 PS und einer Geschwindigkeit von über 40 km/h.


Die Schlepper der Trac-Baureihen von Schlüter

Die größten Schlepper stellte das bayerische Unternehmen ab Mitte der 1970er Jahre mit den Modellen seiner Baureihe Schlüter Trac vor. Den Anfang machten die mit vier gleich großen Rädern konstruierten Großschlepper Profi Trac, die es in unterschiedlichen Gewichtsklassen und Motorisierungen mit bis zu 320 PS gab.
Zu Beginn der 1980er Jahren kamen die Großschlepper der Serie Schlüter Super Trac in den Leistungsstufen von 130 bis 300 PS ins Programm, das durch die kleineren Schlüter Euro Trac nach unten abgerundet wurde.


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