Setra – Traditionsmarke für Omnibusse von Kässbohrer

Setra ist der Markenname für Omnibusse aus dem Hause Kässbohrer. Der Omnibushersteller gehört seit 1995 zur EvoBus GmbH, der größten Tochter der Daimler AG. Setra bleibt als eigenständige Marke neben Mercedes-Benz bestehen und konzentriert sich auf den Marktsektor der komfortablen Reisebusse.

Setra ist ein Akronym, das sich aus dem Wort selbsttragend herleitet. Die Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH nutzte den Markennamen Setra erstmals für den 1951 gebauten S 8, den ersten Bus mit selbsttragender Karosserie. Er verfügte über 8 Sitzreihen und insgesamt 36 Sitze. Neben Omnibussen wurden auch Sattelauflieger und Anhänger entwickelt und gebaut. 1995 löste sich das Unternehmen auf und die Bussparte wurde von Daimler-Benz übernommen. Im Zuge dessen wurde sie in die neu gegründete EvoBus GmbH als eigenständige Marke eingegliedert. Setra konzentriert sich unter dem Dach von EvoBus vor allem auf komfortable Reise- und Überlandbusse, während das Marktsegment Kurzstreckenlinienverkehr (Stadtbusse) hauptsächlich von Mercedes-Benz-Bussen abgedeckt wird.


Innovation durch Zusammenarbeit von EvoBus und Setra

Die Muttergesellschaft Daimler AG konnte durch die Eingliederung der beiden Busunternehmen Setra und EvoBus unter einem gemeinsamen Dach bedeutende Synergieeffekte nutzen. Der Grund: Die Hersteller nutzen gemeinsame Ressourcen und fassen die Dienstleistung rund um die beiden Busmarken zusammen. Für den zentralen Servicebereich, für Training und die Teilelogistik ist OMNIplus verantwortlich, während der An- und Verkauf gebrauchter Omnibusse aller Marken über den BusStore erfolgt. Die erfolgreichen Modellreihen der Setra-Busse wurden nach der Übernahme fortgesetzt und konsequente Weiter- und Neuentwicklungen kamen in der Folgezeit unter dem Namen Setra hinzu.

EvoBus experimentiert und erprobt seit einiger Zeit mit alternativen Antrieben die Verwendung von Wasserstoff in Verbrennungsmotoren, Hybridantrieben und Elektroantrieben auf Basis der Brennstoffzelle. Die alternativen Antriebe werden in nachgerüsteten Setra- und Mercedes-Benz Bussen zum Teil bei Kunden im Alltagsbetrieb erprobt.


Die Baureihen S 10 bis 100 – beliebte Nutzfahrzeugmodelle

Während Ende der 1950er und zu Beginn der 1960er Jahre mit der Baureihe S 10 bei Setra noch Erfolge mit rundlichen, weichen Formen erzielt wurden, schwenkte das Pendel bei der nachfolgenden Baureihe 100 deutlich um. Alle Busmodelle aus der ebenfalls erfolgreichen Baureihe 100 waren schon optisch an ihren strengeren und kantigeren Konturen zu erkennen. Auf der Baureihe 100 basierten 22 Modelltypen, und über 12.000 Busse der Baureihe verließen die Produktionshallen. Die 1980er- und 1990er Jahre sahen konsequenterweise die Setra Baureihen 200 und 300.

Baureihe 200 – Einstieg in das Segment der Hoch- und Doppeldeckerbusse

Mit der Baureihe 200 wagte sich Kässbohrer erstmals in das Marktsegment für Hoch- und Doppeldeckerbusse. Die Hochdeckerversion bietet den Vorteil, dass unter dem erhöht angelegten Passagierdeck große Kofferräume entstehen. Diese können eine entsprechend große Menge an Gepäck aufnehmen, während die Doppeldeckerversionen mit einer höheren Anzahl an Sitzplätzen punkten. Der komfortable Setra Superhochdecker S 200 war das Paradestück, das 1973 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt wurde. Der Omnibus wurde von einem 235-kW-starken V-10-Motor von Mercedes-Benz angetrieben.


Setra definiert neue Busklassen

Bevor Setra die Modellserie 400 auf den Markt brachte, bereitete die Baureihe 300 mit einigen Innovationen den Markt vor. Darüber hinaus nahm der Hersteller eine Klassifizierung und Einteilung der verschiedenen Busmodelle in die Segmente ComfortClass und MultiClass vor. Beispielsweise begründete der doppelstöckige S 328DT die ComfortClass und der S 300 als komfortabler Überlandlinienbus diente als typischer Vertreter der MultiClass. In der Baureihe 300 wurden insgesamt 15 verschiedene Modelle entwickelt und gebaut.

Die Einführung der Baureihe 400 brachte viele technische und sicherheitstechnische Änderungen, die von den Kunden gut angenommen wurden. Zusätzlich definierte der Hersteller die sogenannte TopClass für Busse mit besonders großem Komfort. Die gesamte Baureihe gliedert sich in 22 verschiedene Modelle. Besondere Erwähnung verdienen die sogenannten LE-Modelle. LE steht für low entry, also für einen möglichst barrierefreien Einstieg. Die Busse sind mit moderner Sicherheitstechnik wie ESP und ABS ausgerüstet. Zudem unterstützen ein Spurassistent (SPA) und das Notbremssystem (AEBS) den Fahrer, das nach kurzer Warnung selbsttätig bremst, falls der Abstand zum Vordermann gefährlich gering wird. Auffahrunfälle können damit weitestgehend vermieden werden.

Die Baureihe 500 wurde der Öffentlichkeit nach 4-jähriger Entwicklungsarbeit erstmals im September 2012 präsentiert. Setra-Busse dieser Baureihe zeichnen sich durch viel Flexibilität und ein hohes Maß an zukunftweisender passiver und aktiver Sicherheitstechnik aus. Beispielsweise sind der Front Collision Guard, der Spurassistent, der Active Brake Assist 3 und das Advanced Emergency Braking System standardmäßig eingebaut. Einige noch weiterführende Sicherheitssysteme können optional geordert werden. Dazu gehören Systeme wie der Abstandsregeltempomat und eine Reifendruckwarnung."

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