Strautmann: Landmaschinen mit Tradition

Ein breites Spektrum landwirtschaftlicher Maschinen bietet das seit seiner Gründung in Bad Laer ansässige Unternehmen B. Strautmann & Söhne GmbH u. Co. KG. Es erwuchs 1930 aus dem Bestreben des gelernten Schmieds Bernhard Strautmann, seine Schmiede zu erweitern. Bei einer stetig wachsenden Mitarbeiterzahl von zunächst 20 Personen wurden dort vor allem kleinere landwirtschaftliche Geräte wie Kartoffelpressen und Schlepphaken hergestellt.
Mitte der 40er Jahre stießen Bernhard Strautmanns Vater sowie dessen zwei Brüder zu dem Unternehmen, welches sich auch heute noch in Familienhand befindet. Den Schwerpunkt der Produktion bilden mittlerweile Landmaschinen aus den Bereichen Fütterungs- und Fahrzeugtechnik, welche als Neu- und Gebrauchtwagen unter Landwirten einen ausgezeichneten Ruf genießen.
Neben dem Hauptsitz in Bad Laer existiert seit 1990 ein zweiter Produktionsstandort im polnischen Lwowek, welcher im Jahre 2007 um neue Produktionsgebäude und aktuelle Fertigungstechnik erweitert wurde. Mehr als 250 Mitarbeiter produzieren als Angestellte der Tochterfirma Pol-Strautmann Maschinenkomponenten und Teile des Maschinenprogramms.


Selbstfahrende Futtermischwagen steigern die Produktivität von Nutztieren

Im Bereich der Fütterungstechnik umfasst die Produktpalette von Strautmann Futtermischwagen sowie Maschinen zur Entnahme und Verteilung. Möglichst ökonomisch und ergonomisch konzipierte Futtermischwagen entwickelt der Hersteller seit dem Jahr 2000; 2002 gingen die ersten Modelle in Serie. Optimale Mischrationen, welche mit Hilfe einer im Futterwagen installierten Misch-Schnecke erzeugt werden, können die Produktivität von Milchkühen steigern. Die Mischwagen von Strautmann sind häufig mit technisch innovativen Highlights wie beispielsweise einer Online-Überwachungsfunktion oder besonders effektiven Misch-Systemen ausgerüstet sind. Viele Modelle sind zudem selbstfahrend.
2012 stellte Strautmann auf der Fachmesse EuroTier eine für Betriebe mit über 80 Kühen konzipierte Mischwagen-Baureihe mit der Bezeichnung Verti-Mix SF vor. Die Besonderheit dieser Selbstfahrer-Reihe bildet das Fast-Cut-Entnahmesystem, welches mit der DLG-Silbermedaille prämiert wurde. Dank einer besonders effektiven Kombination aus Schneidschildentnahme mit nachgelagerter Förderwalze ergibt sich eine hohe Entnahmeleistung bei niedrigem Antriebsbedarf. Die mit einem lediglich 103 kW/140 PS starken Dieselmotor ausgerüsteten Fast-Cut-Mischwagen sind deshalb neu ebenso wie gebraucht verhältnismäßig preiswert. Insgesamt existieren sechs Typen, welche sich durch unterschiedliche Maße, Radstände und Bereifung unterscheiden. Des Weiteren ist der Verti-Mix auch ohne Fast-Cut-System und nicht nur als Selbstfahrer erhältlich, so dass sich für Käufer von Gebrauchtwagen dieser Serie je nach Budget und Einsatzbereich viele Optionen ergeben.
Über eine Leistung von 144 PS verfügt die 2014 neu vorgestellte Futtermischwagen-Baureihe Sherpa. Auch sie ist mit dem prämierten und mittlerweile patentierten Fast-Cut-Entnahmesystem ausgestattet und ist als Einstiegsmodell in den Bereich der selbstfahrenden Mischwagen gedacht. Dank Pendel-Hinterachse sind die Sherpa-Modelle besonders wendig. Drei Typen in drei Größen – Sherpa 1201, Sherpa 1401 und Sherpa 1701 Double – sind erhältlich.
Auch im Bereich der Futterentnahme und -verteilung befindet sich ein selbstfahrendes Modell im Strautmann-Sortiment: Der Siloblitz SF mit 28 kW/38 PS starkem Triebkopf. Er verfügt über ein Fassungsvermögen von 3 bis 4 m³ und kann wahlweise mit Schneid- oder Kratzschild geliefert werden.Ebenfalls dem Bereich der Fütterungstechnik zuzuordnen ist eine firmeneigene Erfindung, welche 1971 erstmals unter dem Namen Silofox vorgestellt wurde: ein Siloblock-Schneider, welcher die Fütterung maßgeblich erleichterte und effizienter gestaltete. Durch intensive Weiterentwicklung im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte konnte das Gerät im Hinblick auf die Schneideform (exaktes Rechteck) sowie auf die Geschwindigkeit stetig verbessert werden. 2011 stellte das Unternehmen auf der Landtechnik-Ausstellung AgriTechnica den weltweit größten Siloblock-Schneider, den HQ, vor. Er besitzt ein Fassungsvolumen von maximal 3,8 m³.


Leistungsstarke Technik für Hof und Feld

Mit Stalldung- und Universalstreuern, Ladewagen sowie Mulden- beziehungsweise Dreiseiten-Kippern deckt das Sortiment von Strautmann neben der Fütterungstechnik auch einen großen Bereich der landwirtschaftlichen Fahrzeugtechnik ab. Im Streuerbereich verfügt das Unternehmen über mehr als 50 Jahre Erfahrung.
Als gebrauchte Modelle inzwischen legendär sind die seit den 60er Jahren entwickelten Streublitz-Modelle, welche stets durch Innovation und Zuverlässigkeit überzeugten und als Gebrauchtwagen eine gute Wahl sind.
Das heutige Sortiment ist nach zulässigem Gesamtgewicht gestaffelt; es beginnt beim Stalldungstreuer BE 4 (5,8 Tonnen) und reicht bis zum PS 3401 (34 Tonnen).
Auch die Firmengeschichte im Ladewagen-Segment reicht bis in die 60er Jahre zurück: Bereits 1966 wurde ein erstes Modell mit Schneidwerken entwickelt. Die 1985 eingeführte Vitesse- sowie die 1988 folgende leistungsstärkere Super-Vitesse-Reihe werden noch heute erfolgreich produziert. Beide sind in je vier unterschiedlichen Längen erhältlich; das Ladevolumen beträgt je nach Ausführung zwischen 24 und 32 m³.
Das Ladewagen-Modell Zelon FS bietet den Vorteil des firmeneigenen Continuous-Flow-Systems (CFS). Es handelt sich hierbei um eine Beschleuniger-Walze, welche laut Hersteller den Leistungsbedarf um etwa 10 % verringert und gleichzeitig den Ernteertrag erhöht. Zelon FS ist das Einstiegsmodell in den Sektor der Ladewagen mit CFS-Ausstattung: Sämtliche Vitesse-Modelle, außer dem Grundmodell, sind ebenfalls mit dieser Technologie erhältlich. Die Auswahl reicht von Super- über Mega- und Giga- bis hin zum Tera-Vitesse als Gebrauchtwagen. Letzterer stellt das Spitzenmodell Strautmanns in diesem Bereich dar und bietet 38 bis 50m³ Ladevolumen sowie ein Schneidwerk mit 50 Messern.


Komfortabel und stabil: Kipper für die intensive Nutzung

Vielseitig präsentiert sich auch das Kippersortiment, welches die Produktpalette des Unternehmens in puncto Fahrzeugtechnik abrundet. Es umfasst Einachskipper mit maximal acht Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ebenso wie etwas größere zweiachsige Modelle und solche mit praktischer Tandemachse. Schwere Lasten in verhältnismäßig zügigem Tempo lassen sich mit Kippern der 18-Tonnen-Klasse befördern. Die wahlweise mit Stahl- oder Holzaufbau erhältlichen Modelle verfügen über Portaltüren und Langhebelverschlüsse. Höchstgeschwindigkeiten von 80 km/h sind zulässig.
Die Muldenkipper von Strautmann gibt es mit unterschiedlichen Ladevolumen von etwa 17 bis 19 m³ und einer Nutzlast zwischen 11.000 und 14.400 kg. Je nach Einsatzzweck können zusätzlich 600 beziehungsweise 800 mm hohe Aufsätze zur Vergrößerung angebracht werden. Praktische Details stellen das Sichtfenster in der Frontwand sowie der serienmäßig mit Schieber und Schütte ausgestattete Kornauslauf dar.


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