Tigges – von der Kunst, Eisen zu formen

Wenn am Sonntag die Glocke zu Mittag läutet und es aus der Küche köstlich nach frischem Gemüse duftet, sind viele Sorgen vergessen. Die Chancen, dass die Gebrüder Tigges aus Sünninghausen an diesem Umstand beteiligt sind, sind gar nicht mal so klein. Die Gebrüder sind Meister in der Produktion wohlklingender Glocken und robuster Maschinen für die Landwirtschaft.
Die Qualität der Tigges-Landmaschinen genießt einen derart guten Ruf, dass das Unternehmen als einer der führenden Hersteller für Landmaschinen in Deutschland bezeichnet wird. Das macht Landmaschinen von Tigges auch gebraucht zu begehrten Geräten. Kein Wunder, bietet doch die Umgebung rund um das Unternehmen beste Bodenbedingungen – nicht nur für den Ackerbau, auch für die Entwicklung der Geräte.


Familie Tigges aus Sünninghausen

Nicht ganz so alt wie die Geschichte von Sünninghausen ist die Geschichte der Familie Tigges. Im Jahre 1678 ließ sich ein Schmiedemeister in Sünninghausen nieder, sein Name: Stephan Tigges. Eine kluge Entscheidung des Mannes, dessen Ur-Enkel noch eine Leidenschaft für Eisen und Stahl hegen. Von den Tätigkeiten des Unternehmens im Laufe der Jahrhunderte ist nicht viel bekannt.
Die Eisengießerei des Unternehmens hat ihre Wurzeln vermutlich Anfang oder Mitte des 19. Jahrhunderts. Während des Ersten Weltkrieges wurden Hülsen für die kaiserliche Armee produziert. Dafür waren die Handwerker vom Dienst in der Armee befreit und konnten zu Hause bei Arbeit, Frauen und Kindern bleiben. Neu ausgerichtet mit modernen Maschinen für die Landwirtschaft hat sich das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Heute betreibt Tigges neben der Gießerei eine Produktion für Landmaschinen zur Bodenbearbeitung. Neu oder als Gebrauchtfahrzeug, Tigges-Landmaschinen sind wegen ihrer hohen Qualität begehrte Objekte.


Moderne Techniken für moderne Ansprüche

Etwas moderner als in der antiken Schmiede von Stephan Tigges geht es in der modernen Gießerei der Gebrüder Tigges Sünninghausen zu. Hier wird alter Schrott eingeschmolzen und wieder verwertet. Hinzu kommen noch Roheisen und chemische Zutaten. Sphäro- und Grauguss, darauf ist das geschichtsträchtige Familienunternehmen spezialisiert.
Werkstücke aus Gusseisen für alle Ansprüche in unterschiedlichen Qualitäten werden ganz nach Kundenwunsch angefertigt. Jedes für sich ein Unikat. Bis zu 60 t Eisen können eingeschmolzen werden. Wird Eisen zum Gießen eingeschmolzen, wird es so richtig heiß in der Gießerei. Knapp 1500 Grad Celsius misst die Temperatur. Kein Bröckchen Eisen bleibt in dieser Hitze verschont. Hat sich alles Metall verflüssigt, wird es danach weiß-glühend in die bereitgestellten Formen gegossen.
Die Formen werden aus Sand hergestellt, und behalten den Guss solange, bis er abgekühlt ist. Danach werden die Formen entfernt. Das gegossene Metall ist aber noch lange kein fertiges Produkt, denn jetzt beginnt die Nachbearbeitung des Stückes, die je nach Produkt sehr unterschiedlich ausfallen kann. Kleine Hebel mit ein paar Kilo Gewicht werden hier ebenso gegossen wie tonnenschwere Eisenkugeln für die Bauindustrie.
Schleifen, Polieren und Lackieren sind ebenso Programm der Nachbearbeitung wie Drehen, Fräsen und Bohren. Auch die Nachbehandlung mit Wärme wird angeboten. Ein wichtiger Service ist auch die Qualitätssicherung und das Erteilen von Prüfberichten.


Böden aller Art vor der Tür

Als sich Stephan Tigges in Sünninghausen niederließ, hatte er wohl kaum an die Beschaffenheit der Böden des umliegenden Landes gedacht. Und genau darin liegt auch das Geheimnis des Erfolgs des Unternehmens Tigges. Die Böden mit unterschiedlichen Beschaffenheiten sind bestens für die Landwirtschaft geeignet, die auch problemlos mit Gebrauchtfahrzeugen betrieben werden kann. Und je nach landwirtschaftlichen Betrieb werden andere Anforderungen an das Arbeitsgerät oder gegebenenfalls an das Gebrauchtfahrzeug gestellt.
Kein Platz für Forschung und Entwicklung von Landmaschinen konnte also besser sein als direkt in Sünninghausen. Ebenso wichtig sind auch der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den regionalen und überregionalen Landwirten, die neue Ideen und Erfahrung in die Entwicklung und Verbesserung von Landmaschinen einfließen lassen.
Daneben betreiben die Gebrüder Tigges auch eigene Versuchsreihen zur Verbesserung der Qualität ihrer Produkte. Weiterentwickelte Arbeitstechniken und die Erfahrung der praktischen Landwirtschaft bringen immer wieder Verbesserungen in der Entwicklung und Herstellung von Geräten zur Bodenbearbeitung – Geräte, die auch gebraucht von hoher Qualität und auf Gebrauchtbörsen begehrte Objekte sind.


Packertechnik und Umweltschutz

Doppelpacker, Frontpacker, Untergrundpacker oder einfach nur Packer – die Maschinen zur Bodenbearbeitung von Tigges hat in der Umgangssprache viele Namen. Mit der Packertechnik wird der Boden auf eine bestimmte Weise gepflügt und vor dem Austrocknen geschützt. Das Prinzip ist dabei sehr einfach. Durch das Pflügen werden im Boden kleine Hohlräume gebildet. Dadurch wird die Kapillarwirkung des Bodens unterbrochen und der Boden trocknet aus.
Die Packertechnik verhindert die Bildung dieser Hohlräume und schützt somit den Boden vor dem Austrocknen. Diese Technik bietet zudem eine bessere Versorgung des Saatguts und der Jungpflanze mit Wasser. Des Weiteren hilft diese Technik beim Einsparen von Wasser durch künstliche Bewässerung.


BISON – ein hartes Stück Stahl

Keine Bodenbearbeitung kommt ohne Walze zurecht. BISON ist der Name einer schweren Walze von Tigges, die dank ihrer hydraulischen Elemente einfach auszufahren und ebenso einfach wieder einzufahren ist. Auf diese Art und Weise kann die Walze BISON einfach und sicher über die Landstraße transportiert werden und per Knopfdruck ist sie bereit für den Einsatz.
Das größte Modell schafft eine Arbeitsbreite von 9,2 m. Ihre ausgeklügelte Konstruktion mit mitlenkendem Mittelsegment ermöglicht einfache Kurvenfahrten ohne Reversieren. Die optimale Anpassung an den Boden durch Pendelaufhängung und Gewichtsverteilung und die hochwertigen Ringe aus Gusseisen machen die Walze auch gebraucht zu einem begehrten Stück Landtechnik.
Tigges entwickelt stets neue Arbeitsgeräte, wie zum Beispiel den Systemgrubber PERLIT. Die neuesten Entwicklungen werden auf Messen und Ausstellungen vorgestellt. Bei diesen Anlässen werden auch Gebrauchtfahrzeuge von Tigges zu interessanten Preisen angeboten, bei der Interessenten der Landwirtschaft und sonstiger Agrarwissenschaften sicherlich fündig werden.


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