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Valtra: finnische Traktoren mit wechselhafter Historie

Die Geschichte von Valtra beginnt zum Ende der 1940er Jahre in Finnland. Die Valtion Tykkitehtaat, zu Deutsch die staatlichen Kanonenfabriken, begannen zu dieser Zeit mit der Entwicklung eines Traktors. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigt sich das Unternehmen ab 1948 wieder intensiv mit dem Bau eines Ackerschleppers, welcher für die Bedingungen in der finnischen Landwirtschaft angepasst war.
1951 benannte man den Konzern in Valtion Metallitehdat um und bildete aus den jeweils ersten drei Buchstaben die Abkürzung Valmet. Unter dieser Bezeichnung liefen dann die ersten Traktoren in der Kleinstadt Tourula bei Jyväskylä unter der Bezeichnung Valmet 15 vom Band.
1979 vergrößerte sich der Konzern durch die Übernahme der Traktorenabteilung des schwedischen Herstellers Volvo. 1994 wiederum verkaufte Valmet die komplette Fertigung von Landmaschinen an den finnischen Konzern Sisu.
1997 erwarb schließlich das Unternehmen Partek OY, ebenfalls eine finnische Firma, die Konzernmutter Sisu und damit auch die Markenrechte an Valmet.
Zwischen 1997 und 2001 erhielten alle gefertigten Modelle den Namen Valtra Valmet, sodass man gebrauchte Maschinen aus dieser Zeit leicht identifizieren kann. Ab Beginn des Jahres 2001 vermarktete man die Traktoren letztendlich nur noch unter dem Namen Valtra.
2002 übernahm dann die Firma Kone Oyj mit Sitz in Helsinki Partek und verkaufte die Sparten Sisu und Valtra 2004 an die nordamerikanische AGCO-Gruppe. Auch bedingt durch die vielen Eigentümerwechsel besitzen die Traktoren von Valmet und Valtra kein einheitliches Farbschema. So finden sich Gebrauchtfahrzeuge in den Farben Blau, Rot, Grün oder auch Silber. Inzwischen vermarktet der Hersteller dieses Merkmal auch als Individualisierungsmöglichkeit und bietet seine Traktoren in vielen verschiedenen Farben an.
Die Fertigung der Traktoren findet dabei an zwei Standorten statt: Zum einen im finnischen Suolahti sowie in Mogi das Cruzes in der Nähe von São Paulo in Brasilien. Heutzutage sind Traktoren von Valtra weltweit verfügbar. Die ersten Exporte erfolgten bereits in den 50er Jahren, damals wurden Kleintraktoren in die Türkei verschifft.

Entwicklungen in der Traktorentechnik

Valmet beziehungsweise Valtra haben im Laufe der Zeit auch einige Innovationen in der Traktorentechnik hervorgebracht. So führte der Hersteller unter anderem den Überrollschutz bei Traktoren ein, der inzwischen zu einem festen Sicherheitsstandard geworden ist. Aus diesem Grund finden sich auch viele Gebrauchtfahrzeuge von Valtra mit einem solchen Schutz.
Zu den Entwicklungen der jüngeren Geschichte zählt das Konzept TwinTrac. Hierbei handelt es sich um ein zweites Lenkrad in der Fahrerkabine, welches vor dem hinteren Fenster montiert ist. Der Fahrersitz lässt sich zudem um 180 Grad drehen, wobei alle Steuerungsmodule in den Sitz integriert sind. Dies ermöglicht das einfache Rückwärtsfahren mit optimalem Blickwinkel sowie das problemlose Arbeiten mit einem Greifer oder einem anderem Hydraulikanbaugerät. Verschiedene Serien von Valtra Traktoren verfügen über das AutoTraction-System. Es trennt bei einer Geschwindigkeit von weniger als 10 Stundenkilometern oder einer Drehzahl von unter 1000 Umdrehungen pro Minute automatisch die Kupplung. Durch Betätigung von Bremse oder Gas wird die Automatik, die bei langsamem Fahren sowie bei ständigem Starten und Anhalten hilfreich ist, deaktiviert.
Die Modelle N123, N143 und N163 bietet Valtra zudem mit einer speziellen Knicklenkung an. Diese lässt sich in drei verschiedenen Einstellungen verwenden. Neben der starren Nutzung als normaler Ackerschlepper und der kombinierten Lenkung der Vorderachse mit mittlerer Knicklenkung bieten die Fahrzeuge außerdem noch den sogenannten Hundegang. Hierbei lässt sich der Traktor über die Knicklenkung steuern, während Vorder- und Hinterachse parallel zueinander bleiben. Diese speziellen Schlepper finden sich auch als Gebrauchtfahrzeug am Markt.

Die Evolution der Traktorenmodelle von Valtra

Die ersten Modelle aus den 50er Jahren, wie der Valmet 15 und 20, fallen in die Kategorie der Kleintraktoren und verfügen noch nicht über eine Fahrerkabine. Das liegt an den landwirtschaftlichen Gegebenheiten Finnlands zu jener Zeit, denn es gab vor allem Kleinbetriebe mit einer Ackerfläche von unter 25 Hektar. Der Valmet 15 hatte zudem eine Leistung von 15 PS und ein Leergewicht von 780 kg. Die Fertigung dieser ersten beiden Modelle lief bis 1963, wobei insgesamt etwa 10 000 Stück abgesetzt wurden. Der größere und mit 37 PS leistungsstärkere Nachfolger Valmet 33 lief bereits ab 1956 vom Band. Dies war das erste Modell mit Dieselmotor, die beiden Vorgänger verfügten noch über ein Benzinaggregat.
Mit dem Valmet 80 lief die Produktion in den 70er Jahren auch erstmals im Ausland an. Dieser Schlepper mit einem 70-PS-Motor wurde in Brasilien gefertigt und ist als gebrauchtes Modell vor allem in Südamerika verbreitet. Die neueren Traktoren des Unternehmens sind in vier verschiedene Serien aufgeteilt. Die Motoren für alle Serien werden dabei von Sisu im finnischen Nokia gefertigt.
Die Einstiegsklasse bildet die A-Serie, die wiederum in drei Aufbauarten verfügbar ist: So gibt es diese als Schmalspurschlepper mit einer Breite von 160 cm und offener Kabine für den Obst- und Weinbau sowie mit geschlossener Kabine. Die Leistung der Motoren liegt dabei zwischen 50 und 101 PS. Die nächstgrößere Kategorie wird vom Hersteller als N-Serie geführt. In dieser Klasse befinden sich auch die drei bereits erwähnten Spezialschlepper mit Knicklenkung. Die Leistung dieser Mittelklassetraktoren variiert zwischen 99 und 135 PS.
Den Übergang zwischen mittelgroßen Schleppern und den Großtraktoren bildet die T-Serie. Valtra bietet diese Klasse, ebenso wie die N-Serie, mit drei unterschiedlichen Getrieben an. Das stufenlose Getriebe wird dabei als Direct bezeichnet. Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Versionen von Lastschaltungen: die Versu-Schaltung mit fünf Stufen sowie die HiTech-Schaltung mit drei Stufen. Diese Serie ist mit Motoren in einem Leistungsbereich von 155 bis 215 PS ausgerüstet.
Die größten Schlepper im Portfolio benennt Valtra schließlich als S-Serie. Auch hier bietet der Hersteller mehrere abgestufte Modelle mit unterschiedlichen Leistungen an. So gibt es die 6-Zylinder-Dieselmotoren mit einer Leistung von 270 bis 370 PS. Der Hubraum beträgt in dieser Ausführung 8,4 Liter. Durch das stufenlose AVT-Getriebe können auch sehr niedrige Geschwindigkeiten von 0,03 Stundenkilometern vorwärts und rückwärts konstant gehalten werden. In vollgetanktem Zustand liegt das Gewicht der Traktoren der S-Serie bei 12 Tonnen, wobei die Traktoren 610 Liter an Dieseltreibstoff mit sich führen können. Auch diese Traktoren sind in Form von Gebrauchtfahrzeugen erhältlich.

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