Zetor: Traktoren und Schlepper aus Tschechien

Das tschechische Unternehmen Zetor a.s. wurde offiziell 1945 in Brünn gegründet. Jedoch existierte die Firma bereits vor dem Zweiten Weltkrieg und entwickelte schon damals erste Traktorenmodelle. Der Name Zetor leitet sich aus den zwei Wörtern Zet und Traktor ab. Zet steht dabei für den Buchstaben Z und Zbrojovka, was übersetzt wiederum Waffenfabrik bedeutet.
Der Grund für diese Namensgebung war das zweite Hauptbeschäftigungsfeld des Konzerns: Neben dem Bau von Traktoren stellte Zetor auch Waffen her. Im Jahr 1990 spaltete sich die Firma schließlich auf und die Zetor a.s. konzentrierte sich fast nur noch auf die Herstellung von landwirtschaftlichen Schleppern.
Vor allem im europäischen Ausland expandierte die Firma im Laufe der Jahre und besitzt unter anderem Zweigniederlassungen in Deutschland, Finnland und Polen. Auch auf dem nordamerikanischen Markt werden Zetor Modelle vertrieben, sodass man vor allem in diesen Ländern Gebrauchtfahrzeuge des Herstellers finden kann.
2002 wurde Zetor schließlich von der HTC Holding aus der Slowakei übernommen, was jedoch keinen Einfluss auf die Marke hatte.


Historische Modelle von Zetor Schleppern

Der erste von Zetor gebaute Ackerschlepper war das Modell 25. Es lief erstmals im Jahr 1945 vom Band und wurde bis 1962 gefertigt. Mit diesem Traktor gelang der jungen Firma gleich zu Beginn ein erfolgreicher Einstieg in das Exportgeschäft, denn von den knapp 160000 gefertigten Modellen wurden fast 100000 im Ausland abgesetzt. Einige dieser Schlepper sind bis heute gebraucht erhältlich und werden regelmäßig auf Ausstellungen präsentiert.
Dem Zetor 25 folgten in den 50er und 60er Jahren die leistungsstärkeren und größeren Versionen Zetor 35 Super und Zetor 50 Super. Zu jener Zeit wurden die Traktoren von 4-Zylinder-Dieselmotoren angetrieben. Gleichzeitig führte die Firma ein hydraulisches System ein, welches Zetormatic getauft wurde. Dieser Zylinder sorgte für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf die Achsen, wenn der Schlepper Pflüge oder ähnliche Anbaugeräte zog.
Zum Ende der 60er Jahre hin wurde das Produktportfolio erneut überarbeitet und erweitert. Die daraus entstandene Serie UR I beinhaltet viele verschiedene Modelle, die bis zum Anfang der 80er Jahre produziert wurden. Aus dieser Serie stammen etwa die Traktoren 8011 und 8045. Diese verfügten über einen Dieselmotor mit 85 PS und einen Hubraum von 4,6 Litern. Während der Zetor 8011 jedoch über einen Hinterradantrieb verfügte, konnte der 8045 auf einen Allradantrieb zurückgreifen. Schlepper aus dieser Zeit sind in Form von Gebrauchtfahrzeugen noch sehr häufig zu finden.
Die Namensgebung UR wurde bei den darauffolgenden Serien schließlich beibehalten. So erschien im Jahr 1981 die Reihe Zetor UR II und ab 1991 wurden mehrere Traktoren produziert, die zur Klasse UR III gehörten. Diese Serie unterteilt sich wiederum in vier Größenklassen, die als 7520, 8520, 9520 und 10520 bezeichnet werden. Alle vier Schlepperklassen wurden ebenfalls wieder mit Hinterrad- und Allradantrieb angeboten.
Bei den Allradfahrzeugen wurden die Modellbezeichnungen jedoch auf 7540, 8540, 9540 und 10540 verändert. Die Leistung der Motoren, die wie ihre Vorgänger einen Hubraum von 4,6 Litern haben, liegt bei diesen Modellen zwischen 70 und 105 PS. Die Serie UR III wurde noch bis zur Jahrtausendwende produziert. So finden sich auch heute noch zahlreiche unterschiedliche Traktoren aus dieser Serie der Zetor Schlepper als Gebrauchtfahrzeug auf dem Markt.


Zetors Modelle der jüngeren Vergangenheit

Auf Basis des UR-III-Traktors stellte Zetor schließlich im Jahr 2000 mehrere neue Traktoren vor. Hierbei entschied man sich dafür, neue Namensbezeichnungen für die unterschiedlichen Schlepper einzuführen. So bildet der Zetor Major mit einer Leistung von 76 PS die Einstiegsklasse. Die Motoren aller ab dem Jahr 2000 gefertigten Traktoren basieren dabei auf einem 4-Zylinder-Dieselmotor mit einem Hubraum von 4,2 Litern.
Bei allen Traktoren gibt es ebenfalls eine Fahrerkabine mit kompletter Rundumsicht. Zetor hat die Schlepper dieser Familie zudem mit einem Kriechganggetriebe ausgerüstet. Dieses lässt sich zuschalten und ermöglicht das langsame und ruckfreie Anfahren in zahlreichen fein abgestimmten Stufen. Wie bei den vorherigen Modellen auch hat Zetor die Traktoren wahlweise mit einem Hinterrad- oder Allradantrieb ausgestattet.
Die Mittelklasse der Schlepper wird unter der Bezeichnung Zetor Proxima vermarktet. Hierbei stehen wiederum zahlreiche unterschiedliche Modelle zur Auswahl, die eine Leistung von 65 PS bis 117 PS besitzen. Weiterhin gibt es diese Traktoren auch mit Sonderausstattungsserien, die als Power und Plus bezeichnet werden. So verfügt die Plusserie über eine verstärkte Fronthydraulik, die eine Hebekapazität von 2300 kg besitzt. Auch das 16 plus 16 Wendegetriebe mit voller Synchronisation gibt es nur bei den Schleppern dieser Ausstattungslinie.
Die Schlepper aus der Serie Power bieten hingegen zahlreiche Extras in der Fahrerkabine. Hierzu zählen etwa getönte Scheiben, eine Heizung und wahlweise auch eine Klimaanlage. Zur Ausleuchtung des Arbeitsbereiches verfügt die Power-Serie über neun Scheinwerfer an der Front. Die verschiedenen Schlepper von Zetor sind gebraucht in den unterschiedlichen Leistungen sowie Ausstattungen zu finden.
Die größten Traktoren der Serie wurden von Zetor mit dem Namen Forterra versehen. Auch diese sind in mehreren Modellklassen verfügbar und bieten ein Leistungsspektrum von 96 PS bis 147 PS an. Hierbei stellt der Hersteller wieder drei verschiedene Linien zur Verfügung, die als Forterra, Forterra HD sowie Forterra HSX vermarktet werden.
Dabei verfügen alle Schlepper der Serien über einen Allradantrieb. Während der Standard Forterra 24 plus 18 Gänge bietet, verfügen die Serien HD und HSX über 30 plus 30 Gänge. Bei dem Forterra HSX kommt bei der Anhängerkupplung eine schnellverstellbare CBM-Vorrichtung zum Einsatz. Auch die Traktoren der Serien Major, Proxima und Forterra sind als Gebrauchtfahrzeuge häufig am Markt zu finden.


Frontlader und Kommunalmaschinen

In Zusammenarbeit mit dem schwedischen Landmaschinenhersteller Alo AB entstand eine Serie von Frontladern, die an den verschiedenen Traktoren des Herstellers genutzt werden können. Dabei gibt es zwei Serien, die Standardlader ZL sowie die Premiumlader ZX. Diese bieten eine Tragkraft von 1240 kg bis 2520 kg.
In der Klasse der Kommunalmaschinen finden sich hingegen verschiedene Modelle von Traktoren, die für Straßenpflegearbeiten vorgesehen sind. So bietet Zetor wechselbare Ausleger an, von Astscheren und Grabenfräsen über Heckenscheren bis hin zu Waschbürsten. Mit der hinteren Hydraulik lassen sich Schneepflüge, Dreipunktanbaustreuer und ähnliche Maschinen aufnehmen. Die Leistung der verschiedenen Traktoren liegt dabei zwischen 61 PS und 130 PS.


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