Autoaufbereitung

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Autoaufbereitung: Das sollten Sie beachten

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens kommt es oft vor, dass die erste Fahrt im neuen Traumauto nicht so ausfällt wie geplant: Unangenehme Gerüche oder Flecken auf den Sitzen können das Fahrglück trüben. Dann kommt die Autoaufbereitung ins Spiel, bei der das Fahrzeug schonend und professionell gereinigt wird. Doch auch Makel wie kleine Kratzer im Lack können schnell beseitigt werden. Das erweist sich als besonders sinnvoll, wenn der Wert des Autos vor dem Verkauf gesteigert werden soll. Neben der professionellen Fahrzeugaufbereitung ist es ebenfalls beliebt, selbst am Auto Hand anzulegen, um Kosten zu sparen. Damit dies gelingt, muss jedoch einiges beachtet werden.

Was umfasst eine Autoaufbereitung?

Um auch nach einigen Jahren immer noch das schöne Gefühl eines Neuwagens zu genießen, ist es sinnvoll, ein gebrauchtes Auto aufbereiten zu lassen. Dabei werden Innenraum, Lack und Motor professionell durch den Einsatz spezieller Werkzeuge und Chemikalien gereinigt. Anschließend erfolgt typischerweise eine Materialpflege und Versiegelung durch abgestimmte Pflegemittel.

Das Ziel der Prozedur ist, den Wert des Autos zu steigern und es in einen möglichst wertigen Zustand zu versetzen. Für ein zufriedenstellendes Ergebnis werden nicht nur die richtigen Hilfs- und Reinigungsmittel benötigt, sondern vor allem auch das nötige Know-How. Dabei ist der Grad der Verschmutzung ausschlaggebend dafür, ob die Aufbereitung eigenständig oder von einem Profi ausgeführt werden sollte.

Neben Reinigung und Pflege fallen auch Kleinreparaturen in den Bereich der Autoaufbereitung. Kleinere Makel werden beispielsweise mit einer punktuellen Reparatur entfernt, ohne dass ein Ersatzteil oder eine komplette Neulackierung notwendig ist. Das betrifft zum Beispiel Kratzer und Schrammen an:

  • Lack
  • Polsterung
  • Leder
  • Kunststoffen
  • Scheiben

Wann ist eine Fahrzeugaufbereitung sinnvoll?

Nicht nur, um die Fahrt im eigenen Auto wieder in vollen Zügen genießen zu können, sollte eine Autoaufbereitung durchgeführt werden. Auch in vielen weiteren Situationen ist sie sinnvoll, wie zum Beispiel:

  • Vor dem Verkauf eines Gebrauchtwagens, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen
  • Nach dem Kauf eines Gebrauchtwagens, um einen hygienischen Innenraum und eine gepflegte Optik zu erhalten
  • Zur Entfernung von unangenehmen Gerüchen und Flecken, die den Fahrkomfort beeinträchtigen
  • Zur Ausbesserung von Kratzern, Schrammen und anderen Makeln
  • Vor der Rückgabe des Leasing-Fahrzeuges, um Abzüge zu vermeiden
  • Um einen Oldtimer möglichst lange zu erhalten

Typische Leistungen bei einer Autoaufbereitung in der Werkstatt

Für gewöhnlich können Sie bei einer KFZ-Werkstatt nicht nur das komplette Fahrzeug, sondern auch einzelne Teilbereiche aufbereitet werden lassen. Insbesondere die folgenden Leistungen werden in der Regel angeboten:

  • Innenreinigung
  • Außenreinigung
  • Motorreinigung
  • Felgenreinigung
  • Cockpit-Reinigung
  • Lederpflege und –Reinigung

Tipp: Auto aufbereiten nach Wunsch

Haben Sie versehentlich während der Fahrt einen Kaffee verschüttet, ist eine komplette Innenraumpflege nicht lohnenswert. Daher ermöglichen viele KFZ-Werkstätten eine Reinigung nach Wunsch, bei der etwa nur ein einzelner Sitz aufbereitet wird.

Wie lange dauert eine Aufbereitung in der Werkstatt?

Wie viel Zeit die Aufbereitung eines Fahrzeuges in Anspruch nimmt, hängt ganz vom Zustand des Autos ab. Die Beseitigung eines einzelnen Flecks dauert üblicherweise nur wenige Stunden. Dann kann das Fahrzeug für gewöhnlich noch am selben Tag wieder bei der Werkstatt abgeholt werden.

Wird eine komplette Reinigung des Innenraums, Lacks und Motors gewünscht, kann die Aufbereitung ein bis zwei Tage dauern. Die genaue Dauer lässt sich jedoch nicht pauschal, sondern vielmehr nur im Einzelfall beantworten, wenn Sie Ihr Auto bei der KFZ-Werkstatt vorführen.

Wo stößt die professionelle Fahrzeugaufbereitung an ihre Grenzen?

Eine professionell durchgeführte Autoaufbereitung kann zwar wahre Wunder bewirken, stößt jedoch irgendwann an ihre Grenzen. Das ist immer dann der Fall, wenn der Einsatz von Ersatzteilen oder Neubezügen entweder notwendig oder kostentechnisch sinnvoller erscheint. Zum Beispiel bei folgenden Szenarien ist dies gegeben:

  • Brandlöcher in Sitzpolstern mit einer Tiefe ab circa 3 cm
  • Risse im Armaturenbrett mit einer Länge ab circa 10 cm
  • Stark durch Witterung beschädigter Lack
  • Tiefe Kratzer und Dellen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Pkw-Aufbereitung ausreichend ist, oder ob gar Ersatzteile benötigt werden, sollten Sie einen Termin bei der Werkstatt vereinbaren. Hier wird fachmännisch beurteilt, welche Option sinnvoller ist.

Autoaufbereitung: Selbst machen oder Profi beauftragen?

Eine gute Aufbereitung kann in der Werkstatt um die 50 Euro pro Stunde kosten. Viele PKW-Besitzer fragen sich daher, ob sie ihr Auto auch selbst aufbereiten können. Ob dies möglich ist, hängt maßgeblich vom Zustand ab. Grundsätzlich gilt, dass starke Verschmutzungen und Makel spezieller Reinigungsmittel, Werkzeuge und des Know-Hows eines Profis bedürfen – dann sollte eine Werkstatt beauftragt werden. Ein Vorteil der Aufbereitung des Autos durch einen Profi ist das oftmals länger andauernde Ergebnis durch eine gründlichere Reinigung.

Achtung: Motorraum nie selbst aufbereiten

Von der eigenen Aufbereitung des Motorraums ist dringend abzuraten. Schließlich könnte die komplexe Elektronik durch eine falsche Reinigung beschädigt werden. Im schlimmsten Fall können sogar Motorteile irreparabel beschädigt werden, etwa wenn der Motor im heißen Zustand mit kaltem Wasser abgesprüht wird.

Leichte Verschmutzungen und Makel am PKW-Äußeren sowie im Innenraum können hingegen auch selbst beseitigt werden, wenngleich dies ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Die folgenden Schritte zeigen, wie die eigene Fahrzeugaufbereitung glückt.

So gelingt die eigene Aufbereitung des PKW-Innenraums

Um Kosten zu sparen, ist eine eigene Auto Innenreinigung sinnvoll. Die folgenden Schritte zeigen, wie das bestmögliche Ergebnis erzielt werden kann:

1. Vorreinigung

Bei der Vorreinigung wird zunächst grober Schmutz und Staub entfernt:

  • Fußmatten herausnehmen und sorgfältig ausklopfen
  • Innenraum, Sitze und Kofferraum gründlich aussaugen
  • Sichtbar verschmutzte Sitzbezüge mit Polsterschaum reinigen

Tipp: Polsterschaum richtig anwenden

Vor der Reinigung mit einem Polsterschaum sollte die Gebrauchsanweisung stets gewissenhaft gelesen werden. Auch die Verträglichkeit mit dem Material sollte vorab an einem kleinen, unauffälligen Abschnitt getestet werden.

2. Ledersitze reinigen

Besteht der Sitz ganz oder teilweise aus Glattleder, bedarf dieses einer speziellen Reinigung und Pflege:

  • Grundreinigung durch spezielle Lederfluids
  • Gelösten Schmutz durch weiche Frotteehandtücher entfernen
  • Das Leder gut abtrocknen lassen
  • Sanft ein Pflegemittel auf Wachs- oder Harzbasis einmassieren
  • Das Pflegemittel einige Stunden einwirken lassen
  • Lederflächen mit einem weichen Baumwolllappen polieren

3. Kunststoffe säubern

Sol lassen sich die Kunststoffe im Innenraum, etwa das Armaturenbrett, reinigen:

  • Kunststoffe mit einem Mikrofasertuch und warmen Wasser abwischen
  • Mikrofasertuch stets gründlich auswringen
  • Schalter und elektronische Teile mit einem trockenen Mikrofasertuch abwischen
  • Luftdrüsen mit feinem Pinsel säubern
  • Hartnäckige Schmutzrückstände mit Wasser und etwas Spülmittel entfernen
  • Plastikpflege auftragen und einwirken lassen

Achtung: Keine ätzenden Reinigungsmittel verwenden

Grundsätzlich gilt, dass Kunststoffe zunächst nur mit warmem Wasser gereinigt werden sollten. Reicht dies nicht aus, kann etwas Spülmittel beigemischt werden. Keinesfalls sollten jedoch ätzende Reinigungsmittel oder gar Spiritus verwendet werden, denn dadurch könnte das Plastik beschädigt werden.

4. Makel beseitigen

Weist der Innenraum kleinere Schönheitsmakel auf, können auch diese selbst beseitigt werden. Hier liegt im eigenen Ermessen, ob der Makel selbst repariert werden kann oder ein Fall für den Fachmann ist. Beim KFZ-Fachhandel sind spezielle Reparaturkits erhältlich, mit denen beispielsweise feine Risse in der Türverkleidung oder kleine Löcher im Armaturenbrett auch von Laien geflickt werden können. Hier gilt: Das aufmerksame Lesen und Beachten der Gebrauchsanweisung ist das A und O für ein gelungenes Ergebnis!

Das Auto-Äußere richtig aufbereiten

Nach der Aufbereitung des Fahrzeug-Innenraums sollte nun auch das Äußere auf Hochglanz poliert werden. Dabei sollte unbedingt die richtige Reihenfolge der Reinigungsschritte eingehalten werden:

1. Säuberung des Autos

  • Die Felgen mit Felgenreiniger einsprühen
  • Anschließend die Felgen mit einer Bürste schrubben
  • Spezielle Insektenentferner auf betroffene Autostellen aufsprühen
  • Vorreinigung durch einen Hochdruck-Reiniger mit einem Meter Abstand
  • Säuberung mit einem Schwamm

2. Pflege des Autos

  • Auto mit einem Ledertuch gründlich trocken wischen
  • Autolack beim Dach beginnend mit Auto Lackpolitur einreiben und trocknen lassen
  • Politurreste mit Politurwatte abreiben
  • Kunststoffteile mit Kunststoffpflege einreiben
  • Scheiben mit einem Glasreiniger säubern

3. Makel im Lack ausbessern

Genau wie beim Innenraum sollte auch bei Makeln im Lack abgewogen werden, ob lieber eine Werkstatt beauftragt werden sollte. Mit etwas Zeit und handwerklichem Geschick können kleine Kratzer und Schrammen im Regelfall aber selbst beseitigt werden. Spezielle Lackreparatur-Sets aus dem KFZ-Fachhandel ermöglichen die Ausbesserung der Makel. Hierbei sollte jedoch stets die Gebrauchsanweisung sorgsam gelesen und eingehalten werden, um die Kratzer nicht zu verschlimmern.

Autoaufbereitung: Fünf Tipps und Tricks

Bei leichten Verschmutzungen und Schönheitsfehlern am PKW kann die Aufbereitung also auch selbst durchgeführt werden. Für ein einwandfreies Ergebnis sollten dabei stets diese allgemeinen Tipps beachtet werden:

  • Von oben nach unten arbeiten: Besonders bei der Außenreinigung ist es sinnvoll, ganz oben zu beginnen. Andernfalls wird der saubere Teil ständig durch von oben abfließenden Schmutz verunreinigt.
  • Die richtigen Reiniger verwenden: Damit die zu reinigenden Materialien nicht beschädigt werden, ist die Verwendung der richtigen Reinigungsmittel wichtig. Ein Beispiel: Während Kunststoffe am besten mit Wasser gesäubert werden, kann Leder durch Wasser porös werden und sollte daher mit speziellen Fluids gesäubert werden. .
  • Die Reihenfolge der Reinigungsschritte einhalten: Vor allem bei der Außenreinigung sollte die Schrittabfolge penibel eingehalten werden. Wird der Lack beispielsweise ohne Vorreinigung mit einem Schwamm gereinigt, können Kratzer und Schrammen durch Schmutzpartikel entstehen. .
  • Bei der Fleckentfernung den gesamten Sitz reinigen: Soll ein Fleck auf einem Sitz entfernt werden, sollte der gesamte Sitz gereinigt werden. Andernfalls könnte sich die gereinigte Stelle anschließend farblich vom Rest unterscheiden. .
  • Vorsicht bei Elektroteilen: Bei der Reinigung elektronischer Teile ist stets Vorsicht geboten. Schalter im Armaturenbrett sollten am besten ohne den Einsatz von Wasser und Reinigungsmitteln abgewischt werden. Vom Motorraum sollten Laien am besten die Finger lassen, da sonst die komplexe Fahrzeug-Elektrik Schaden nehmen könnte.
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