Wie viel verbraucht ein E-Auto

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Der Verbrauch eines Elektroautos bestimmt gemeinsam mit der Art der Batterie maßgeblich die mögliche Reichweite. Somit ist ein niedriger Verbrauch wichtig, um möglichst weite Strecken auch ohne Ladevorgang zurücklegen zu können. Dabei fällt der Verbrauch an Strom zwischen den Herstellern ganz unterschiedlich aus und kann auch von Ihnen als Fahrer beeinflusst werden!


Welche Rolle spielt der Verbrauch meines Elektroautos?

Waren Elektroautos vor wenigen Jahren noch kaum auf den Straßen vertreten, werden sie zunehmend alltagstauglicher. Das zeigen auch die Zahlen: So hat sich die Anzahl der weltweit verkauften Modelle in nur vier Jahren mehr als verzehnfacht und ist mittlerweile bei 1,3 Millionen angelangt. Experten sprechen auch für die kommenden vier Jahre ein enormes Wachstum aus. Ob dies wirklich eintreffen wird, hängt wohl maßgeblich von der technischen Entwicklung ab. So forschen Hersteller mit Eifer daran, den Verbrauch ihrer Elektroautos runterzufahren. Und auch Sie sollten den Verbrauch vor dem Kaufentscheid unbedingt berücksichtigen.
So ist es neben der Kapazität des Akkus auch der Verbrauch, der die maximal mögliche Reichweite eines Elektrofahrzeugs bestimmt. Somit entscheidet sich, nach wie vielen Kilometern Sie die nächste Ladestation aufsuchen müssen. Ebenso wichtig ist auch der Kostenaspekt: Je niedriger der Verbrauch, desto weniger Stromkosten kommen auf Fahrer zu.

Wie viel verbraucht ein E-Auto?

Für gewöhnlich wird der Elektroauto-Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometern angegeben. Meist liegt dieser bei einem Wert zwischen 15 und 20. Je nach Hersteller können aber durchaus auch niedrigere Werte erreicht werden. Zu den E-Fahrzeugen mit dem niedrigsten Verbrauch zählen zum Beispiel:

  • Renault Twizy: 6,3 kWh/100 Kilometer
  • VW e-up!: 11,7 kWh/100 Kilometer
  • BMW i3: 12,6 kWh/100 Kilometer

Der umweltfreundliche Zweisitzer Renault Twizy verbraucht vor allem durch sein geringeres Gewicht deutlich weniger Energie als klassische Viersitzer. Das geht auch mit vergleichsweise geringen Kosten für Strom einher. Ein Blick auf die Reichweite von nur 100 Kilometern zeigt jedoch, dass nicht der Verbrauch allein berücksichtigt werden sollte.
So hat das Model S P100D der kalifornischen E-Autoschmiede Tesla in Puncto Reichweite durchaus mehr zu bieten: Bis zu 600 Kilometer kann die Luxus-E-Limousine mit einer Batterieladung zurücklegen – und das bei einem hohen Verbrauch von mehr als 18 kWh auf 100 Kilometer. Hinzu kommt die kostenlose Nutzung der hauseigenen Ladestationen, die Tesla E-Autobesitzern auf Lebenszeit zuspricht. Tesla-Fahrer brauchen jedoch trotz eher hohem Verbrauch nicht die Stromrechnung zu fürchten.
Ebenfalls beliebt ist der BMW i3, der sich hierzulande als beliebter E-Stadtwagen etabliert hat. Im Jahr 2015 wurde er mehr als 2.200 Mal verkauft. Während der Kleinwagen mit der nach Tesla höchsten Range überzeugt, fällt der Verbrauch weitaus niedriger aus als bei dem kalifornischen Edel-Stromer und liegt bei unter 13 kWh/100 Kilometer.

Wie wird der Verbrauch eines Elektrofahrzeugs bestimmt?

In der Europäischen Union ist ein einheitliches Messverfahren zur Bestimmung von Verbrauch und Reichweite vorgeschrieben. Dieses Verfahren greift auf den sogenannten Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) zurück, der von der EU-Kommission zwecks eines einheitlichen Maßstabs eingeführt wurde. Endverbraucher sollen so die Möglichkeit erhalten, Fahrzeuge hinsichtlich ihrer Emissionen objektiv vergleichen zu können. Dazu schreibt der NEFZ bestimmte Bedingungen vor, unter denen Hersteller den Verbrauch eines Elektroautos messen müssen. Dazu zählt zum Beispiel:

  • Beladungsgewicht
  • Außentemperaturen
  • Geschwindigkeit
  • Fahrprofil

Das NEFZ-Verfahren wird jedoch nicht im normalen Straßenverkehr, sondern unter Laborbedingungen durchgeführt. Das Fahrzeug wird dazu auf einen Rollen-Prüfstand getestet, während die genannten Bedingungen zutreffen müssen. Gerade deshalb kann in der Praxis der angegebene Verbrauch meist nicht erreicht werden.

Was beeinflusst den Verbrauch beim Elektroauto?

Gleich mehrere Praxistests haben ergeben, dass der Verbrauch von Elektroautos meist viel höher ausfällt, als von den Autobauern angegeben – ganz zum Ärgernis der Endverbraucher. Grund dafür sind vor allem die Bedingungen zur Messung, die in der Realität quasi nie gegeben sind. Zum anderen spielt jedoch ähnlich wie auch bei Benzinern das individuelle Fahrverhalten eine Rolle. Vor allem die folgenden Faktoren haben Einfluss auf den Verbrauch:

Antrieb

Der Motor wird bei Elektroautos nicht über fossile Brennstoffe wie Benzin, sondern über in Hochleistungsbatterien gespeicherte Energie angetrieben. Somit ist auch hier das Antriebsaggregat maßgeblich für den Verbrauch verantwortlich, aber zum Beispiel auch Gewicht und Größe des Fahrzeugs.

Zusatzverbraucher

Vor allem die Heizung zählt zu den größten Nebenverbrauchern. Diese wird ebenfalls direkt durch die Energie aus Akkus angetrieben. Bei längerer Nutzung wird der höhere Verbrauch für Fahrer deutlich spürbar: Die Reichweitenanzeige sinkt dann viel rasanter als üblich. Daneben lassen auch Klimaanlage, Sitzheizung und Radio den Verbrauch in die Höhe schnellen.

Äußere Faktoren

Witterungsbedingungen können dazu führen, dass der Stromer deutlich mehr verbraucht. Ist der Straßenbelag durch Nebel oder Regen feucht, muss für die Verdrängung des Wassers von der Straße mehr Energie aufgewendet werden. Auch starker Gegenwind treibt den Verbrauch in die Höhe.

Fahrweise

Wie auch bei Verbrennungsmotoren kommt es bei Elektroautos ebenfalls auf die Geschwindigkeit an. Je höher das Tempo, desto schneller muss die nächste Ladestation aufgesucht werden. Doch auch der ständige Wechsel zwischen niedriger und hoher Geschwindigkeit sollte vermieden werden.

Beladung

Ebenso können schwere Gepäckstücke den Verbrauch und somit auch die Stromkosten für Elektroautos steigen lassen. Für den Antrieb muss hier mehr Energie in das Antriebsaggregat fließen. Ähnlich verhält es sich mit weiteren Mitfahrern.

Wie kann ich den tatsächlichen Verbrauch herausfinden?

Um sich den aktuellen Verbrauch anzeigen zu lassen, können Sie wie auch bei Benzinern die Onboard-Instrumente nutzen. Hier wird zudem die prognostizierte Reichweite angezeigt, die sowohl aus dem momentanen Verbrauch als auch aus dem Restakkustand berechnet wird. Ebenfalls einkalkuliert werden die Nebenverbraucher wie Heizung, Klimaanalage oder Scheibenwischer. Gerade deshalb kann es vorkommen, dass sich die Reichweitenanzeige manchmal etwas sprunghaft verhält.

Wie hoch fallen die Stromkosten aus?

Die durchschnittlichen Stromkosten im Jahr 2016 liegen bei rund 28,7 Cent pro Kilowattstunde. Am Beispiel des VW e-up! würde dies für 100 Kilometer Stromkosten in Höhe von rund 3,35 Euro bedeuten, wenn von dem Verbrauch laut Herstellerangabe ausgegangen wird. Je nach Modell, Fahrweise, Witterung und Temperatur können die tatsächlichen Stromkosten jedoch um zehn bis 30 Cent höher ausfallen.
Daneben müssen jedoch auch die sogenannten Ladeverluste einkalkuliert werden. So gibt es einen Unterschied zwischen der Energie, die beim Ladevorgang in die Batterie fließt und der Energie, die am Ende auch wirklich nutzbar ist. Diese beim Ladevorgang verlorene Energie, die Ladeverluste, müssen zu den Stromkosten des Elektroautos hinzugerechnet werden. Diese können zehn bis 20 Prozent betragen.

Hinweis: Ladeverluste im Winter am höchsten

Sinken die Temperaturen unter fünf bis zehn Grad, nehmen auch die Verluste beim Ladevorgang wegen der verringerten Akkukapazität zu. Deshalb sind die Elektroauto-Stromkosten im Winter etwas höher anzusetzen.

Kann ich den Stromverbrauch meines Autos selbst reduzieren?

Der Energieverbrauch des Elektroautos ist auch von Faktoren abhängig, die Sie als Fahrer selbst beeinflussen können. So empfiehlt es sich, folgende Tipps einzuhalten:

  • auf Autobahnen mit gemäßigtem Tempo fahren
  • ständige Tempowechsel nach Möglichkeit meiden
  • Strecken mit starker Steigung umgehen
  • Auto im Winter in der Garage abstellen
  • Heizung im Winter nicht ständig laufen lassen
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