Übersicht und Informationen zu Ladestationen

Fast 35.000 Ladepunkte formen derzeit das weltweite Netz, an dem Sie öffentlich Strom tanken können. Knapp 6.500 davon sind in Deutschland angesiedelt – damit ist jedoch noch nicht ansatzweise die Zahl erreicht, die für einen flächendeckenden Ausbau nötig wäre. Für viele stellt daher die Heimladung heute noch eine beliebte Alternative dar.


Wie viele Ladestationen für Elektroautos gibt es derzeit?

Zwar steigt die Anzahl der Ladepunkte Jahr für Jahr an. Allein seit Ende 2015 sind rund 700 hinzugekommen, sodass sich die Anzahl nun auf rund 6.500 beläuft. Da viele Stationen jedoch über zwei oder mehr Ladepunkte verfügen, fällt die Anzahl der tatsächlichen Stationen mit knapp 3.000 viel geringer aus. Das reicht nicht aus, um von einem flächendeckenden Netz sprechen zu können. Zum Vergleich: Bundesweit gibt es über 14.500 Benzin-Tankstellen.

Dies zeigt eine der größten Hürden innerhalb der e-Mobilität auf. So haben E-Cars eine begrenzte Reichweite, die maßgeblich von der Kapazität der Batterie bestimmt wird. Spitzenreiter ist aktuell die kalifornische Elektroschmiede Tesla: Das neuste Model S kann laut Herstellerangaben bis zu 600 Kilometer zurücklegen, dann muss die schicke E-Limousine an die Säule. Zwar forschen Automobilhersteller fieberhaft an neuen Batterie-Generationen, aktuell können Stromer in Puncto Reichweite jedoch nicht mit Benzinern konkurrieren. Gerade deshalb werden E-Auto Ladestationen von der Bundesregierung gefördert: Bis 2020 soll die Zahl auf 28.000 normale sowie 7.000 Schnell-Ladepunkte ansteigen.

Anzahl der Ladestationen für E-Autos in den Bundesländern

Wie viele Ladestationen Elektroauto-Besitzer schon heute in ihrer Nähe vorfinden, hängt ganz entscheidend vom jeweiligen Bundesland ab. Wie die folgende Auflistung zeigt, profitieren Besitzer in Nordrhein-Westfalen derzeit von der höchsten Anzahl an Ladepunkten:

  1. Nordrhein-Westfalen: 1.255
  2. Baden-Württemberg: 1.097
  3. Bayern: 794
  4. Hessen: 590
  5. Niedersachsen: 467

Ein Blick auf die einzelnen Städte zeigt jedoch, dass sich in Berlin die meisten Ladepunkte befinden – rund 433 Stationen zählt die Landeshauptstadt derzeit, gefolgt von Stuttgart. Möchten auch Sie sich einen der innovativen Stromer anschaffen, bieten Ihnen die Hauptstädte also derzeit die beste Umgebung. Weniger Glück haben E-Car-Besitzer in den Bundesländern Saarland, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Diese bilden aktuell die Schlusslichter, sodass Sie den Strom-Nachschub hier besonders für weite Strecken im Voraus planen sollten.

Wo befinden sich die Strom-Ladestellen typischerweise?

Besonders in urbanen Gegenden befinden sich zahlreiche Ladestationen für Elektroautos – aufgrund der starken Frequentierung ist dies für Anbieter viel rentabler als in ländlichen Regionen. Gerade deshalb verzeichnen Großstädte eine besonders hohe Dichte. Innerhalb des Stadtgebiets sind die Stationen dann in kurzer Entfernung zu Gastronomien und Einkaufsmöglichkeiten platziert, um die Wartezeit angenehmer zu gestalten. Oft befinden sie sich daher in der Nähe von:

  • Restaurants
  • Einkaufszentren
  • Cafés
  • Parkhäusern
  • Tankstellen
  • städtischen Einrichtungen
  • Bahnhöfen
  • Autohäusern

Eine Alternative stellt das Stromtanken an der heimischen Steckdose dar: Laut einer Studie des Bundesverbands eMobilität laden acht von zehn E-Car-Besitzer zuhause auf. Zudem kann auch die Privatperson einen öffentlichen Zugang zu ihrer Ladestation fürs E-Auto anbieten, die zum Beispiel am jeweiligen Parkplatz vor dem Haus montiert ist.

Info: ChargeLounges bis 2020 geplant

Im Jahr 2014 hat das Fraunhofer Institut ein innovatives Konzept für die sogenannten ChargeLounges vorgestellt: Während das Auto an Schnell-Ladestationen mit Strom versorgt wird, können Besitzer in der Lounge kostenlos Kaffee trinken und WLAN nutzen. Daneben soll ein integrierter Konferenzraum zur Verfügung stehen, der für Arbeitstreffen gemietet werden kann.

Ladestation fürs Elektroauto finden: Diese Möglichkeiten haben Sie

Ob BMW i3, Tesla Model S oder Nissan Leaf: Die Verkaufszahlen der beliebten Stromer steigen stetig an. Das gesteckte Ziel der Bundesregierung für rund eine Million E-Cars bis 2020 scheint dennoch in weiter Ferne. Entscheidend für den Erfolg der eMobilität wird dabei nicht nur sein, welche Kapazitäten die Batterien der Zukunft fassen können. Auch die Infrastruktur an Ladestationen für E-Autos ist von zentraler Bedeutung. Möchten Sie herausfinden, wo sich in Ihrer Nähe Stationen befinden, haben Sie dazu verschiedenen Möglichkeiten:

Online-Verzeichnisse

Einen ersten Überblick können Sie sich zum Beispiel über Verzeichnisse im Internet verschaffen. Hier ist üblicherweise eine interaktive Karte abgebildet, auf der die einzelnen Ladestationen für Elektroautos markiert sind.

Hersteller-Website

In der Regel bieten Hersteller den Service der Stationssuche über ihre Websites an. Auch hier werden die Stationen dann meist übersichtlich auf Karten angezeigt. Durch einen Klick können Sie sich weitere Informationen zum jeweiligen Ladepunkt anzeigen lassen.

Hersteller-Apps

Viele Hersteller haben für ihre Kunden Apps zu den Ladestationen für Elektroautos entwickelt. Besonders praktisch erweist sich eine solche App von unterwegs: Durch GPS-Funktion wird die nächste Station schnellstens angezeigt. Bei Elektro-Pionier Tesla ist diese Funktion sogar in das PKW-Navigationssystem integriert.

Überblick über die verschiedenen Stationstypen

Möchten Sie Ihr elektrobetriebenes Gefährt wieder mit neuem Strom versorgen, bieten sich Ihnen verschiedene Möglichkeiten. Welche diese sind und was Sie für die einzelnen Optionen benötigen, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

Stationstyp Beschreibung benötigtes Equipment
Heimladestation Ladung erfolgt an der haushaltsüblichen Steckdose bei 2,3 Kilowatt. bei über 3,6 Kilowatt durch eine spezielle Wandladestation Ladekabel, das vom Hersteller mitgeliefert wird. eventuell Wallbox für höhere Ladeleistung. funktionstüchtige Steckdose mit nahegelegenen Stellplatz
Öffentliche Station Auto wird hier bei rund zehn bis 22 Watt mittels Wechselstrom geladen Ladekarte des Anbieters zur Entriegelung der Station. bei Stationen ohne integriertes Kabel ein Kabel mit Typ 2 Stecker erforderlich
Schnell-Ladestation Durch Gleitstrom werden hier bei hohen Ladeleistungen von rund 50 Watt sehr kurze Ladezeiten erzielt Ladekarte des Anbieters. Je nach Station Ladekabel mit Typ 2 Stecker
Tesla-Supercharger Schnell-Ladestationen mit Wattleistungen um die 120, exklusiv für Tesla-Kunden mit Supercharger-Option nutzbar Supercharging-Option muss bei Tesla hinzu gebucht werden. Ladekabel mit Tesla-Stecker. Tesla-Ladekarte

 

Anleitung: So nutzen Sie Ladestationen für Elektroautos richtig

Schon vor der ersten Fahrt im neuen E-Fahrzeug sollten Sie sich darüber informieren, wie Sie das Auto aufladen können. Schließlich unterscheidet sich das Ladevorgang wesentlich von dem bei Benzinern. Zwar funktioniert nicht jede Ladesäule exakt gleich, die Grundschritte stimmen jedoch überein:

1. Identifikation und Entriegelung

Um sich als Nutzer zu identifizieren sowie die Elektroauto-Ladestation zu entriegeln, müssen Sie meist die jeweilige Ladekarte vor die Steckdose halten. Anschließend können Sie an vielen Stationen zwischen Steckdosen mit verschiedenen Stärken wählen.

2. Anschluss

Für den Ladeprozess ist zunächst ein Kabel nötig, das über einen Typ 2 Stecker verfügen sollte. Wenn dies nicht direkt in der Station integriert ist, müssen Sie dafür ihr eigenes mitbringen – das ist normalerweise beim Hersteller erhältlich. Stecken Sie das Kabel dann in die vorgesehenen Steckdosen am E-Car sowie an der Ladesäule.

3. Ladevorgang

Nachdem der Tarif gewählt wurde, verriegelt die Ladestation den Elektroauto-Stecker und die Batterie wird zum gewünschten Tarif geladen. Erst nach Ablauf des Vorgangs wird der Stecker wieder entriegelt.

4. Abrechnung

Nachdem der Ladevorgang abgeschlossen wurde, kann der Stecker aus der Steckdose gezogen werden, um die Fahrt fortzusetzen. Die Abrechnung erfolgt dann aber nicht vor Ort. Vielmehr werden die Kundendaten, Ladedauer und Energiemenge erfasst und dann über den Anbieter abgerechnet. Die Abrechnung als detaillierte Übersicht wird Ihnen dann zugeschickt.

Welche Normen muss eine E-Auto-Ladestation erfüllen?

Im März 2016 ist die sogenannte Ladesäulenverordnung in Kraft getreten. Diese soll für einheitliche Standards unter den zahlreichen Elektroauto-Ladestationen in Deutschland sorgen. Für Sie als Nutzer bietet das viele Vorteile: Zum einen wird der gesamte Ladevorgang noch sicherer. Zum anderen wird verhindert, dass wegen abweichender Technik bestimmte Stationen nicht von jedem E-Mobil genutzt werden können. Im Mittelpunkt der Verordnung stehen vor allem:

Typ 2 Anschluss

Künftig muss an jeder Ladestation mit Wechselstrom ein geeigneter Anschluss für Stecker des Typs 2 vorhanden sein. Schon heute sind die meisten Stationen darauf ausgelegt – eine der Ausnahmen bildete bislang Tesla. Der US-Konzern muss nun Stationen entsprechend umrüsten.

Combined Charging System (CCS)

Jede öffentliche E-Auto-Ladestation mit einer Leistung von über 22 Kilowatt muss über einen Anschluss nach CCS verfügen. Dies soll vor allem zu einer Vereinheitlichung von Schnell-Ladestationen beitragen. Das System kombiniert Wechsel- und Gleichstrom.

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