Elastizitätsmessung beim Auto – Gründe und Ablauf

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Jedes Auto hat seine eigene Fahrdynamik

Das Zusammenspiel einer Vielzahl von Eigenschaften macht den Charakter eines Motors aus. Ein Indikator ist die sogenannte Motorkennlinie. Das ist eine grafische Kurve aus den Achsen “Motordrehzahl” und “Drehmoment” und zeigt anhand des Kurvenverlaufs, mit welchen Eigenschaften ein Motor läuft. Ausschlaggebend ist die niedrigste Drehzahl, bei der das Drehmoment den höchsten Wert erreicht. Die Hersteller geben dieses Detail in den technischen Parametern an.

Neben den Werten für den Motor gibt es noch die Angaben zur Elastizität des Fahrzeugs. Hier fließt die Fahrzeugmasse mit ein und macht diese Werte für die Praxis auf der Straße interessant.

Warum Elastizitätsmessung wichtig ist

Der größte Vorteil eines elastischen Fahrzeugs ist ein bequemes Fahren. Sie müssen nicht oft schalten, weil sich das Auto auch bei niedrigen Touren gut beschleunigen lässt. Ein Zwischenspurt erfordert seltener das Zurückschalten in einen kleineren Gang. Achten Sie auf die Zeit, die das Auto benötigt, um im vierten. Gang von Tempo 60 auf 100 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen. Je kürzer sie ist, desto elastischer arbeitet Ihr Motor. Für einen Sportwagen spielt diese Eigenschaft eine untergeordnete Rolle. Hier kommt es auf maximale Leistungsentwicklung in kürzester Zeit an.

So messen Sie die Elastizität Ihres Motors

Suchen Sie sich für die Elastizitätsmessung eine ebene und trockene Fahrbahn mit einem glatten Belag. Es darf keine öffentliche Straße sein und der Test muss bei Windstille stattfinden. Der einzige Beifahrer nimmt als Assistent die Stoppuhr in die Hand und wartet, bis der Tacho im vierten Gang “60” zeigt. Dann geben Sie Vollgas und Ihr Helfer drückt auf “Start”. Bei der Marke “100” hält er die Stoppuhr an. Mit der gemessenen Zeit haben Sie eine Vergleichsmöglichkeit zu den Angaben in Testberichten von anderen Autotypen mit gleichen PS.

Die mathematische Berechnung der Elastizität erfolgt nach folgender Formel: E = (n_nenn / n_Mmax) * (M_max / M_nenn), wobei das erste Produkt aus der Differenz zwischen der maximalen Drehzahl und der Drehzahl beim höchsten Drehmoment besteht. Das zweite Produkt setzt sich zusammen aus dem maximalen Drehmoment, geteilt durch das vorhandene Drehmoment bei der maximalen Drehzahl. Sie erhalten eine einstellige Zahl mit drei Stellen hinter dem Komma. Der elastischere Motor bei einem Vergleich ist der mit dem höheren Wert.

Wie Sie die Motorkennlinie beurteilen

Es gibt Motoren, bei denen die Kurve für das Drehmoment einen steilen Anstieg bis in die Nähe der Nenndrehzahl zeigt. Danach fällt sie abrupt wieder ab. Ein solches Beispiel bietet die Motorkennlinie des BMW CSL Turbo. Das Drehmoment und die Drehzahl lassen sich an der Grafik ablesen. Dieser Motor eignet sich wenig für den Alltagsgebrauch. Er muss hochtourig laufen, um ein gutes Drehmoment zu erzeugen und ist wenig elastisch.

Ein anderes Bild bietet sich beim Volvo P1800. Dessen Motor erreicht schon bei etwas über 1000 Touren ein hohes Drehmoment. Es liegt nur knapp unter der Höchstmarke von 230 Newtonmeter, die bei 5800 Umdrehungen pro Minute liegt. Den Volvo P1800 können Sie schaltfaul fahren, er zieht auch bei niedrigen Touren kräftig durch. Viele alltagstaugliche Autos, wie diverse Kleinwagen, Autos in der Kompaktklasse bis in die Oberklasse zeigen ein ausgewogenes Bild der Motorkennlinie. Ein Paradebeispiel ist der VW Golf, der sich gegenwärtig in der siebenten Generation bewährt.

Die Elastizitätsmessung am Auto ist ein beliebter Test von Fachzeitschriften und Autoclubs. Die Standardmessung bezieht sich auf die oben genannte Zeitspanne, die vergeht, wenn von Tempo 60 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigt wird. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, ob den Konstrukteuren ein guter Wurf gelungen ist. Sie können sich vor dem Kauf eines Wagens anhand der Kennlinien ausmalen, wie sich das Fahrzeug benimmt. Die Elastizität ist zwar nicht allein entscheidend für seine Qualität, stellt aber ein wichtiges Kriterium dar.

 

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