FAQ zum Abgasskandal

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1. Was versteht man unter Abgasskandal oder Dieselgate?
2. Was hat es mit den Stickoxiden auf sich?
3. Wie viel CO2 stoßen Dieselautos im Vergleich zu Benzinern aus?
4. Soll ich meinen Diesel jetzt verkaufen?
5. Wie sieht es mit der Diesel-Nachrüstung aus?
6. Wo gibt es Dieselfahrverbote?

Was versteht man unter Abgasskandal oder Dieselgate?

Im September 2015 stellte man fest, dass Volkswagen bei seinen Dieselautos eine illegale Abschaltvorrichtung in der Motorsteuerung verwendet hat, die den Ausstoß von Stickoxiden bei Abgastests reduziert. Nach und nach wurde bekannt, dass auch andere deutsche und internationale Hersteller ähnliche Techniken in ihren Autos eingebaut haben. Die Aufdeckung der Manipulationen haben zu einer allgemeinen Diskussion rund um den Diesel geführt, in deren Rahmen einige Experten dem Diesel seine Zukunftsfähigkeit absprechen. Einige Länder wie Frankreich und Großbritannien haben schon generelle Verbote für den Selbstzünder angekündigt. Im Februar 2018 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass auch in deutschen Städten Fahrverbote für Diesel rechtlich zulässig sind. Die Bundesregierung will Fahrverbote für Diesel weiterhin verhindern. Gleichwohl gibt es nach wie vor Gründe, die für den Diesel sprechen, auch in der Umweltbilanz kann er beispielsweise durch den geringeren Verbrauch punkten.

Was hat es mit den Stickoxiden auf sich?

Stickoxide (NOx) sind Gase, die unter anderem bei der Verbrennung von Diesel entstehen und die in hohen Konzentrationen die Lunge schädigen. Bei der Verbrennung von Diesel entsteht deshalb so viel NOx, weil Dieselautos ihren Treibstoff bei sehr hohen Temperaturen verbrennen, um den Feinstaubausstoß zu reduzieren. Wie Tests des Umweltbundesamts ergaben, stoßen Diesel selbst mit der Abgasnorm EURO 6 deutlich mehr NOx aus, als erlaubt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Grenzwert von 40 Mikrogramm NOx pro Kubikmeter Luft an Straßen definiert, der auch für die deutschen Behörden richtungsweisend ist. Allerdings sind die Tests, die die WHO durchgeführt hat, umstritten. Zudem liegen die Richtwerte für Industriearbeitsplätze und sogar Büroinnenräume deutlich höher.

Wie viel CO2 stoßen Dieselautos im Vergleich zu Benzinern aus?

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein natürlicher Bestandteil der Luft und wird unter anderem auch durch das Ausatmen freigesetzt. Vor allem durch Verbrennung fossiler Energieträger steigt der Anteil von CO2 in der Atmosphäre und trägt so zur globalen Erderwärmung bei. Zwar entsteht bei der Verbrennung von Diesel mehr CO2 pro Liter als beim Benziner, da der Verbrauch beim Diesel aber geringer ist, wird hierdurch die Bilanz mehr als ausgeglichen. Unter dem Strich hat der Diesel somit eine bessere CO2-Bilanz als ein Benziner. CO2 ist sogar bei Elektroautos ein Thema! Zwar entsteht bei der Fahrt mit Elektroautos kein CO2, doch wird durch die Herstellung der Lithium-Ionen-Akkus massiv CO2 freigesetzt. Studien kamen zu dem Ergebnis, dass man mit einem Verbrennungsmotor acht Jahre fahren kann, bevor es die Umwelt so stark belastet, wie die Akku-Produktion eines E-Autos.

Soll ich meinen Diesel jetzt verkaufen?

Aufgrund der ständigen Diskussionen sind vor allem die Halter von Dieselfahrzeugen verunsichert und fragen sich, ob sie ihren Diesel verkaufen sollen. Bei uns auf der Plattform sehen wir derzeit noch keine dramatischen Entwicklungen. Zunächst wurden durch die Dieseldiskussionen vermehrt Dieselautos inseriert. Seit Ende letzten Jahres werden allerdings wieder weniger angeboten. Die Preise von gebrauchten Dieselautos bleiben im Schnitt konstant, während die von Benziner aber zunehmen.

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Wie sieht es mit der Diesel-Nachrüstung aus?

Um Fahrverbote zu vermeiden, wird die Möglichkeit diskutiert, ältere Diesel nachzurüsten und so den Ausstoß des schädlichen Stickoxids so zu verringern, dass Grenzwerte eingehalten werden können. Die Frage ist aber: Ist eine technische Umrüstung überhaupt möglich? Diskutiert wird darüber, die Autos mit einem Katalysator auszustatten, der die Stickoxide durch die Einspritzung von Harnstoff, das sogenannte AdBlue, reduziert. Der ADAC glaubt, dass sich der Ausstoß von Stickoxid damit um 90 Prozent reduzieren ließe. Allerdings kommt es durch die Nachrüstung auch zu Nebenwirkungen. So steigt der Kraftstoffverbrauch mit dem Katalysator um fünf Prozent. Laut ADAC ist die Umrüstung theoretisch sowohl für Fahrzeuge mit Euro 4 als auch Euro 5 möglich, wirklich ausgereift sei die Lösung allerdings nicht. Die Umrüstung soll rund 1500 Euro kosten, noch ist aber ungeklärt, wer diese Kosten übernimmt. Die deutschen Autohersteller haben bisher lediglich ein Softwareupdate zugesagt.

Wo gibt es Dieselfahrverbote?

Berlin
In der Hauptstadt ist spätestens ab Juni 2019 mit größeren Einschränkungen für Dieselfahrer bis zur Klasse Euro 5 zu rechnen.

Frankfurt
Voraussichtlich ab Februar 2019 gilt hier ein Fahrverbot für Diesel der Norm Euro 4 und älter sowie für Benziner der Norm Euro 1 und 2. Für Euro 5 Diesel soll das Fahrverbot ab September 2019 gelten.

Stuttgart
Ab Anfang 2019 dürfen im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet keine Dieselfahrzeuge mehr fahren, die zur Abgasnorm Euro 4 und darunter gehören. Ab Januar gilt dies zunächst für auswärtige Fahrzeuge – ab April 2019 soll das auch für Stuttgarter Dieselfahrer gelten.

Hamburg
Seit 1. Juni 2018 ist in Hamburg das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in einigen Durchfahrtsstraßen in Kraft. Dies gilt für Diesel mit der Abgasnorm Euro 6 und darunter.

Auch in Düsseldorf, München und Köln können Fahrverbote drohen. Bitte informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Änderungen.

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