Führerschein Klasse A

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Die Entwicklung der Führerscheinordnung

Allgemeinen hat es für Führerscheinneulinge und zum Teil auch für altgediente Inhaber in den letzten Jahrzehnten zwei große und eine kleine Veränderung gegeben. Im Zuge der Wiedervereinigung (1990) sowie durch die EU-Normierung (1999) wurden neue Führerscheinklassen definiert und vereinheitlicht. Bereits 1980 war die Klasse der Leichtkrafträder eingeführt worden. Mit zunächst 80 cm³, später 125 cm³, und maximal 80 km/h gab es für 16-Jährige bereits die Möglichkeit, ein erheblich schnelleres Zweirad zu fahren, als die bis dato erlaubten Mokicks und Mopeds (40 km/h, später 50 km/h, inzwischen als AM-Klasse mit 45 km/h). Seit 2013 ist die Geschwindigkeitsbegrenzung der 125er (Klasse A1) aufgehoben. Der Führerschein B für Pkws beinhaltet nicht die Klasse A1; lediglich die Kleinkrafträder der Klasse AM dürfen hiermit bewegt werden.

 

Die neue Klasse A2 und die Folgen für A.

Eine spürbare Veränderung für viele Motorradfans betraf die Einführung der Führerscheinklasse A2, die gleichzeitig auch das Mindestalter für die fahrzeugtechnisch unbegrenzte Klasse A anhob. Offiziell ist dies der Stufenführerschein Motorrad mit unbegrenzter Leistung. Zur Definition der Klasse A sind auch die Ausführungen der Klasse A2 notwendig, denn dieser Schein, der ab 18 erworben kann, ist Voraussetzung für den Erwerb der Klasse A. Die Klasse A kann damit frühestens ab dem 20. Lebensjahr in Angriff genommen werden. Der Gesetzgeber spricht hier von einer mindestens zweijährigen Fahrpraxis mit der Klasse A2. Eine Besonderheit zeigt hier das deutsche Recht: Wer das 24. (ehemals 25.) Lebensjahr erreicht hat, kann ohne Voraussetzungen den Erwerb des Führerscheins Klasse A anstreben. Dann reicht aber keine kleine Fahrprüfung wie für die Aufsteiger von A2.

 

Erfahrung

Der Aufbau der Führerscheinklassen bei den motorisierten Zweirädern zeigt, dass zunehmend mehr auf Erfahrung gesetzt wird, um die vergleichsweise hohen Zahlen an Verkehrsopfern zu reduzieren. Motorräder mit unbegrenzter Leistung konnten noch vor einigen Jahren bereits mit 18 gefahren werden. Jetzt liegt das Mindestalter bei 20 und gleichzeitig wird der Nachweis der bereits 2 Jahre bestehenden Fahrerlaubnis der begrenzten Klasse A2 vorausgesetzt. Der Stufenführerschein A verlangt in Deutschland nicht den Nachweis tatsächlicher Fahrpraxis, aber eine praktische Prüfung.

 

Für welche Fahrzeuge gilt dieser Führerschein?

Die Klientel der motorisierten Zweiräder unterteilt sich in zwei Gruppen. Der überwiegende Teil frönt dem Freilufterlebnis und sucht das rasante oder cruisende Abenteuer in den asphaltierten Weiten. Andere Motorradfahrer nutzen dagegen das Gefährt als spritsparende Alternative, etwa für die tägliche Fahrt zur Arbeit. Hier empfehlen sich die leichten Fahrzeuge vor allem durch günstige Unterhaltskosten.

Für beide Klientel stellt sich die Frage, ob ein Fahrzeug der Klasse A1 oder A2 ausreichen würde. Leichtkrafträder erreichen eine Höchstgeschwindigkeit bis 120 Stundenkilometer und vermittelt bereits viel Motorrad-Feeling. Krafträder der Klasse A2 haben maximal 35 kW und ein Leistungsgewicht von bis zu 0,2 kW. Die entsprechenden Motorräder sind mit bis 500 cm³ Hubraum und maximal 200 km/h für viele Fahrer ausreichend schnell. Es ist also durchaus interessant zu überlegen, ob der Erwerb der Klasse A2 nicht bereits den Traum in Erfüllung bringt.

 

Fahrschule – Von der Anmeldung bis zur Aushändigung.

Der Führerschein stellt ein amtliches Dokument mit weitreichenden Kompetenzen dar. Voraussetzung ist nicht nur die Absolvierung des Unterrichts in Theorie und Praxis sowie der jeweils abschließenden Prüfung. Auch einige andere Dinge müssen, möglichst schon bei der Anmeldung, bei der Fahrschule vorgelegt werden:

– Passfoto

– Sehtest (nicht älter als 2 Jahre)

– Personalausweis (beidseitige Kopie)

– vorhandene Führerscheine (vollständige Kopien; dies gilt vor allem beim Stufenführerschein)

– Nachweis über “Erste-Hilfe-Kurs” oder “Sofortmaßnahmen am Unfallort”

– Führerscheinantragsformular (gibt es bei der Fahrschule)

– ausländische Fahrschüler benötigen zudem eine Aufenthaltsbescheinigung, eine Meldebescheinigung und bereits vorhandene Führerscheine im Original; eine amtliche Übersetzung ist beizufügen.

Der Unterricht in der Theorie ähnelt weitgehend dem Unterricht der anderen Führerscheinklassen und wird daher in vielen Fahrschulen gemeinsam durchgeführt. Hier geht es um Verkehrszeichen und Vorfahrtsregelungen, Verhalten im Straßenverkehr, Fahrphysik, Energiesparen usw.

 

Praxisunterricht

Bei der Praxis ist vor allem der unerfahrene Motorradfahrer schwer einzuschätzen. Manche entpuppen sich als Naturtalente, andere haben lange damit zu kämpfen, überhaupt ein Gefühl für die Maschine zu bekommen. Zu den Pflichtaufgaben des Fahrschulunterrichts gehören daher nicht nur Grundstunden und Sonderfahrten wie Überlandfahrten (5 x 45 min), Autobahnfahrten (4 x 45 min) und Fahrten während der Dämmerung oder Dunkelheit (3 x 45 min). Die Grundfahraufgaben verlangen das sichere Absolvieren von Lenk- und Bremsübungen. Hier wird Ausweichen mit und ohne Bremsen ebenso trainiert wie Slalom- und Kreisfahrten. Das Anhalten und Anfahren (auch am Berg) gehört wie die Gefahrbremsung zum Programm.

Man kann davon ausgehen, dass diese Fahrsituationen auch bei der Prüfung abgefragt werden. Hier setzt ebenfalls die kleine Prüfung für die Aufsteiger von A2 an: Der künftige Führerscheininhaber soll belegen, dass er das größere, schwerere und leistungsfähigere Gerät zu beherrschen weiß.

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