Bericht: Cadillac in Europa – Edel und schnell

Cadillac startet sein Deutschland- und Europageschäft neu. Nachdem die US-Luxusmarke im Krisenjahr Federn lassen musste, will der GM-Mutterkonzern seine Edel-Autos nun erneut gegen die etablierte Konkurrenz in Stellung bringen. Die Gegner sitzen in München und Stuttgart.

Cadillac will in Deutschland sein Geschäft neu aufbauen. Dazu setzt der designierte Europachef Wolfgang Schubert auf gesundes und vor allem profitables Wachstum. Er kennt als bisheriger Markenchef von Cadillac den europäischen Markt und GM wie aus der Westentasche. Nachdem in der Vergangenheit die eigenen Absatzziele zu ambitioniert waren und der Vertriebspartner Kroymans das Krisenjahr 2009 nicht überlebte, besinnt sich Schubert nun auf Synergien mit dem Mutterkonzern, der in diesen Tagen seine Europastrategie auch finanziell deutlich ausbaut. Neben Deutschland und der Schweiz als wichtigste Absatzmärkte hat Cadillac auch Italien, Spanien und Frankreich im Visier.

Dem Design der Autos entsprechend, gibt sich die amerikanische Nobelmarke selbstbewusst und zielt auf die Kundschaft von Audi, BMW, Mercedes und insbesondere auf deren sportliche Ableger von der M GmbH und AMG. Cadillac versteht sich hier als echte Alternative, vor allem der CTS-V wird in Hintergrundgesprächen im Minutentakt genannt.

Nordschleife in unter acht

Diese Performance-Limousine verkörpert wohl am deutlichsten das neue Selbstverständnis: Der per Kompressor aufgeladene 6,2-Liter-V8 befördert den Vier-Türer in sehr deutlich unter 8 Minuten um die Nordschleife. Auf diesem Sportwagenniveau fühlt man sich gerade gegen E 63 AMG (514 PS) und M5 (bisher 507 PS) gut gerüstet.

Mit dem CTS Wagon haben die Amerikaner zudem einen überaus stimmiges Sportkombi im Gepäck, das Coupé ist in seiner Formsprache sogar noch kraftvoller als ein Audi A5.

Viel Luft

Bei so viel sportlichem Anspruch wundert es nicht, dass es auch in Europa keinen Diesel in einem Cadillac geben wird. Laut John Lauckner, GM Vice-President für Produktplanung, bietet nämlich gerade der Benziner noch erhebliches Potential zur Effizienzsteigerung. Während der Dieselmotor nur noch durch aufwändigste Abgassysteme die Emissionsrichtlinien der Zukunft erreichen kann – worunter der Wirkungsgrad leide – sei beim Benziner noch viel Luft. Neben dem offensichtlichen Downsizing spielen für Lauckner vor allem Turbos und variable Ventilsteuerungen die entscheidenden Rollen.

Lauckner und Schubert fühlen sich dem starken Markennamen Cadillac verpflichtet und sind sich gleichzeitig im Klaren darüber, dass dieser in den letzten Jahrzehnten sehr gelitten hat. Auch auf dem Heimatmarkt liege man im Absatz zwar noch hinter der deutschen Konkurrenz. Dennoch ist die neue Mannschaft zuversichtlich, dass vor allem die Produkte überzeugen können – gerade in Europa. Schließlich seien Cadillacs noch nie so gut gewesen wie heute.

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