Erste Infos: Nissan Leaf – Volks-Stromer

Ob Nice Car, Tesla oder Twike – es gibt bereits Elektroautos am Markt. Doch muss man für deren Kauf viel Pioniergeist mitbringen. In bereits naher Zukunft werden allerdings auch renommierte Hersteller mit deutlich ausgereifteren Großserienmodellen antreten.

So bringt Nissan bereits 2010 mit dem Leaf einen rein elektrisch betriebenen Golf-Gegner.
Von außen betrachtet wirkt der Anfang August 2009 in Japan erstmalig vorgestellte Leaf wie ein moderner Vertreter der Kompaktklasse. Seine aerodynamisch optimierte Hülle fällt unter anderem durch stark ausgestellte hintere Kotflügel und lange, schmale Heckleuchten auf. Vorne strahlen seine energiesparenden LED-Scheinwerfer in sympathischem Hellblau.

Obwohl der Leaf auch ein enger Verwandter des Tiida sein könnte, baut er auf einer komplett eigenen Plattform auf, die den speziellen Anforderungen eines Elektroautos in besonderer Weise gerecht wird. So befinden sich die insgesamt 48 Pakete der 24-Kilowattstunden-Lithium-Ionen-Batterie von NEC platzsparend unter den Sitzen in der Bodengruppe. Der Elektromotor und die Leistungselektronik kommen hingegen im Vorderwagen unter, dort wo sich normalerweise ein Verbrennungsmotor samt Nebenaggregaten befindet.

Veritabler Fünfsitzer Dank dieser Bauweise bietet der Innenraum des Leaf mit seiner konventionellen Architektur in etwa so viel Platz wie herkömmliche Vertreter der Kompaktklasse. Der Fünfsitzer hat zudem eine klassenübliche Variabilität. So lässt sich der große Kofferraum dank einer im Verhältnis 60 zu 40 umlegbaren Rückbank problemlos erweitern.

Das aufgeräumte Armaturenbrett präsentiert sich futuristisch, ohne dabei übertrieben verspielt zu wirken. In der Mittelkonsole des Leaf befindet sich ein farbenfrohes Display zur Bedienung von Audio- und Klimaanlage, während hinterm Lenkrad ein horizontal zweigeteiltes Cockpit leuchtet. Im oberen Display wird unter anderem die Geschwindigkeit angezeigt, im unteren lassen sich Informationen zum Ladezustand der Batterien und Reichweite ablesen.

160-Kilometer-Radius Apropos Reichweite: Diese wird von Nissan mit 160 Kilometer angegeben. Geht die Energiereserve in den Batterien zur Neige, kann man per Starkstrom in rund 30 Minuten die Akkus wieder bis auf 80 Prozent aufladen. Über eine Haushaltsteckdose kann dieser Vorgang hingegen bis zu acht Stunden dauern. Den Zeitpunkt des Ladevorgangs kann man übrigens vorprogrammieren. So lässt sich zum Beispiel festlegen, dass der Leaf in der heimischen Garage nur nächtlichen Billigstrom tankt.

Der 109 PS starke und maximal 140 km/h schnelle Leaf verfügt für die meisten Fahrten und Verkehrssituationen also über ausreichend Kapazitäten. Nissan verspricht angesichts von 280 Newtonmeter Drehmoment und einer sehr spontanen „Gasannahme“ sogar von gehobenem Fahrspaß-Niveau.

Ein erster Schritt Kurzfristig revolutionieren wird der Leaf unsere Mobilität allerdings nicht. Bei Nissan geht man zwar davon aus, dass Elektromobilen die Zukunft gehört. Doch bis zum endgültigen Siegeszug der Stromer werden noch über viele Jahre Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor den Markt dominieren. Auch Nissan wird künftig noch mehrgleisig fahren und neben Modellen mit bewährter Antriebstechnik zunehmend mehr elektrisch betriebene Autos anbieten.

Produziert wird der Leaf zunächst in Japan und später auch in den USA. Bereits 2010 soll das E-Mobil in beiden Märkten starten. Über den Preis gibt es noch keine genauen Angaben, doch soll dieser im Bereich eines gut ausgestatteten Kompaktmodells mit Verbrennungsmotor liegen, also irgendwo zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Erst ab 2012 will Nissan den Leaf auch in europäischen Märkten einführen. (mh)

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