Kommentar: Deutschland blockiert CO2-Grenze – Keine Entscheidung über heiße Luft

Die EU konnte sich nicht auf verbindliche CO2-Grenzwerte für PKW einigen.

Hintergrund ist laut Nachrichtenagentur dpa (siehe hier) eine Blockadehaltung der Bundesregierung, die die Vorlage als "noch nicht entscheidungsreif" einstufte. Vorgesehen war von EU-Parlament, EU-Kommission und EU-Rat, nach den geltenden 130 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2015, eine Verschärfung des Grenzwertes auf 95 Gramm bis 2020. Für die Zeit danach wurde nur ein unverbindliches Ziel diskutiert.

Deutsche Hersteller dringen gleichzeitig auf die Einführung sogenannter Supercredits, die es ihnen ermöglichen Autos mit geringem CO2-Ausstoß (unter 50 Gramm CO2 pro Kilometer) im Flottenverbrauch mehrfach anzurechnen.

Supercredits und Verbauchszyklus

Wenig Beachtung findet in der medialen Diskussion allerdings der tatsächliche Grund für diese Blockade: Für die Zeit ab 2017 ist die Ablösung des aktuell geltenden aber praxisfernen Verbrauchszyklus NEFZ durch den derzeit unter UN-Leitung erarbeiteten WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure). Dieser wird zu Mehrverbräuchen von 10 bis 15 Prozent (auf dem Papier) führen. Es ist derzeit jedoch nicht abzusehen, dass mit der Umstellung des Messverfahrens auch die Grenzwerte angepasst würden. Konkret: Ein und dasselbe Fahrzeug würde nach der Umstellung auf WLTP statt mit 135 Gramm plötzlich mit 155 oder 162 Gramm im Prospekt stehen. Hinter den Kulissen geht es also tatsächlich darum, welche Grenzwerte die Autoindustrie auf Basis eines praxisrelevanten Verbrauchszyklus überhaupt erreichen kann. Und da scheint für die Bundesregierung die Anrechnung von Supercredits der einfachste Weg zu sein, ihre Klimaziele irgendwie erreichen zu können.

Wenn auch nur auf dem Papier.

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