Microlino – die Rückkehr der Isetta

Kleinstwagen haben es bei den großen Herstellern schwer, fehlt ihnen doch das Potential ordentlich Marge zu machen. Das Schweizer Unternehmen Microlino sticht nun genau in diese Lücke und startet den Verkauf seiner elektrischen City-Knutschkugel. Deutsche Kunden müssen aber noch warten.

Kleine und vor allem ganz kleine Autos sind bei den großen Herstellern out. Selbst Smart baut zukünftig eine Art SUV, Audi stampft in naher Zukunft den A1 ein. Und auch bei BMW hat man nach der Isetta nie mehr einen wirklichen Kleinstwagen auf die Räder gestellt. Das nutzt das Schweizer Unternehmen Microlino nun für sich und bringt mit dem gleichnamigen Fahrzeug eine Art futuristische Isetta auf den Markt. In der Fahrzeugkategorie L7e/L6e konkurriert dieser fortan mit klassischen Mopedautos, aber auch mit dem neuen Opel Rocks-e.

Microlino-Interieur

Sondermodell mit Tretroller im Kofferraum

Bereits seit einiger Zeit konnten Interessenten die elektrische Knutschkugel reservieren, nun ist es zumindest Schweizer Kunden möglich, je nach Standort und Konfiguration, eine Bestellung auszulösen. Nach einer Anzahlung von 500 Schweizer Franken bekommt man einen Platz auf der Warteliste, die Preise für den Microlino (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)² beginnen zunächst ab 14.990 CHF. Zum Marktstart in der Alpenrepublik wird zudem ein auf 999 Stück limitiertes Sondermodell namens „Pioneer Series“ gereicht. Es dient als Erinnerung an die Firmengründung 1999 – damals noch als Tretroller-Hersteller.

Einen solchen bekommt man zum Kaufpreis von 20.990 Schweizer Franken dann auch in den Kofferraum gelegt, um die „letzte Meile“ ebenfalls stilecht und lokal emissionsfrei zurücklegen zu können. Unter der selbsttragenden Karosse verbirgt sich ein Elektromotor mit einer Nennleistung von 12,5 kW (17 PS) und zumindest das Sondermodell fährt zunächst mit der mittleren von drei wählbaren Batteriepacks vor. 10,5 kWh Energie liefert dieses und soll eine Reichweite von bis zu 177 Kilometern ermöglichen. Die Höchstgeschwindigkeit soll indes 90 km/h betragen. Im Innenraum werden vegane Materialien offeriert, tragbare Bluetooth-Lautsprecher sowie LED-Leuchten vorne und hinten zählen zur Serienausstattung. Der Kofferraum fasst bis zu 230 Liter.

Neben der 10,5 kWh großen Batterie gibt es zudem Varianten mit 6 und 14 kWh, wobei der kleine Akku via Typ 2-Anschluss mit 1,35 kW und die beiden anderen Größen mit bis zu 2,6 kW geladen werden können. Das Gewicht des elektrischen Isetta-Klons liegt zwischen 496 und 513 Kilogramm.

Microlino-Front

Marktstart in Deutschland wahrscheinlich Ende 2022

Wer sich nun hierzulande für den kleinen Citystromer interessiert, muss noch etwas Geduld mitbringen. Zwar steht der Konfigurator auf der Firmenwebseite mittlerweile allen offen, in Deutschland plant Microlino aber eine Markteinführung frühestens Ende 2022. Die Preise außerhalb der Schweiz sollen ab 12.500 Euro exklusive länderspezifischer Mehrwertsteuer starten. (Text: tv | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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